Fraueninstitut veröffentlicht Bericht gegen den Begriff „Charo“
Ein Dokument. Ein Ministerium. Ein Wort mit fünf Buchstaben. Das spanische Gleichstellungsministerium hat über das Instituto de las Mujeres einen Bericht mit dem Titel Analyse des misogynen Diskurses in sozialen Medien: Eine Annäherung an die Verwendung des Begriffs „Charo“ in der Hasskultur erstellt, wie El Debate berichtete. Der Text verbietet nichts und ist nicht rechtsverbindlich; sein erklärtes Ziel ist es, für die Verbindung dieses Ausdrucks mit Misogynie zu sensibilisieren. Er ist Teil eines Projekts zur „Überwachung und Analyse von Gewalt, Sens und Diskriminierung in der Manosphere“. Wie erwartet löste die Nachricht eine Flut von Reaktionen, Witzen und Alternativvorschlägen aus.
Was besagt der Bericht und in welches Projekt ist er eingebettet?
Das Ziel des Dokuments ist es, „neue Formen der Misogynie zu verstehen und sichtbar zu machen, die in digitalen Umgebungen entstehen“. Es reiht sich also in die Überwachung der sogenannten Manosphere ein, einer Sammlung digitaler Räume, in denen laut diesem Projekt Gewalt, Sens und Diskriminierung konzentriert sind.
Es gilt, zwei Dinge zu trennen, die die öffentliche Debatte vom ersten Moment an vermischte. Auf der einen Seite steht ein Bericht, ein Analysedokument ohne rechtliche Wirkung. Auf der anderen Seite, etwas völlig anderes, ein Verbot, das eine Norm, ein Sanktionssystem und ein administratives Verfahren erfordern würde, die hier nicht existieren. Es gibt weder das eine noch das andere: Nur ein Text, der auf eine bestimmte Sprachverwendung hinweist. Dieses Missverständnis – ein Bericht, der als Dekret gelesen wird – erklärt einen Großteil der Empörung.
Was es jedoch gibt, sind öffentliche Gelder dahinter. Ein Überwachungsprojekt, ein Team und ein Budgetposten, der nirgends detailliert angegeben wird. Dorthin zielen die meisten Kritiken ab, mehr als auf den Inhalt der Analyse selbst.
Der umstrittene Ursprung: Von einem Jurasaal zu einem Internetvideo
Die Datierung des Wortes ist das erste Problem. Eine Erzählung besagt, dass es bereits 2002 an der Fakultät für Rechtswissenschaften in Alcalá zu hören war, wo es im Kreis weniger Bekannter neben „Chelo“ verwendet wurde. Eine andere Quelle deutet auf ein Video mit dem Titel „Was ist eine Charo?“ hin, das vor etwa fünf Jahren veröffentlicht wurde und dessen Popularisierung im Internet einem bestimmten Nutzer zuschrieb.
Heute wird dieser Ursprung direkt aus dem Netz reklamiert. Wer behauptet, „für seine Verbreitung verantwortlich“ gewesen zu sein, hält daran fest, es nur „mit gewissem Witz schwarz auf weiß“ gesetzt zu haben, und kündigt einen erklärenden Text an, um zu verteidigen, dass es kein diskriminierendes Adjektiv sei, sondern Kritik an Privilegien und der Doppelmoral eines bestimmten sozialen Sektors. Eine Nuance, die der offizielle Bericht keineswegs teilt.
Die Differenz ist erheblich. Wenn der Begriff 2002 in einem Hörsaal kursierte, ist er kein neues digitales Neologismus. Und wenn er nicht neu ist, hinkt die These der „neuen Misogynie“, die in sozialen Medien entsteht.
Warum werden manche Wörter geächtet und andere nicht?
Weil einige argumentieren, dass nicht alle Wörter gleich behandelt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass Begriffe wie „machirulo“ (Macho) oder „señoro“ weiterhin problemlos im öffentlichen Diskurs zirkulieren, während der Fokus auf einem populären Wort liegt. Die Asymmetrie, so heißt es, sei kein Zufall: Einige Begriffe dienten der Erzählung, andere störten sie.
Es wird auch daran erinnert, dass dies nicht der erste Versuch ist: Es gab einen ähnlichen Versuch, das Akronym für unbegleitete minderjährige Migranten und andere neu geprägte Ausdrücke zu verbieten, was laut Kritikern keine praktischen Ergebnisse hatte. Das Muster wiederhole sich, behaupten sie: Ein populäres Wort auswählen, es zum Problem erklären und hoffen, dass sich die Sprache von selbst diszipliniert.
Im Hintergrund lauert eine unbequemere Frage. Kann man regeln, wie Menschen sprechen? Die verfügbaren Beweise legen nahe, dass dies nicht möglich ist, und jeder Versuch hinterlässt eine Spur neuer Einfälle statt eines saubereren Vokabulars.
Kosten und Gegenwirkung
Der wirtschaftliche Vorwurf taucht sofort auf. Dem populären Ursprung des Begriffs, der laut seinen Fürsprechern zwei Dosen Bier und eine Tüte Snacks kostete, stehen die institutionellen Kosten gegenüber: das Gehalt einer Ministerin, ein Komitee und eine Studie, die von allen bezahlt wird. Die genaue Zahl des Berichts ist nirgends öffentlich dokumentiert, und das schürt den Ärger ebenso wie die Ausgabe selbst.
Hinzu kommt der bekannte Effekt: Ein Wort zu verbieten ist die beste Werbung für genau dieses Wort. Es reicht, es zu verbieten, damit jeder es verwenden möchte. Die Geschichte des Begriffs selbst zeigt, dass das Interesse gerade dann wächst, wenn man versucht, es einzudämmen.
Hier liegt die Paradoxie. Ein Bericht, der die Nutzung reduzieren soll, kann sie am Ende vervielfachen.
Consuelo, Chelo, Paqui und andere Alternativen
Die häufigste Antwort besteht in einer Ersetzung. Wenn „Charo“ markiert wird, wird „Consuelo“ vorgeschlagen – und seine Koseform „Chelo“ –, „Paqui“ wird als Provokation wiederbelebt, und sogar mit „Karen“ kokettiert, obwohl gewarnt wird, dass es nicht dasselbe bedeutet. Andere Einfälle mischen Witz mit Politik: die „charia“ als neuer Verhaltenskodex, die „Charitokratie“, die „Charinquisition“.
Es ist nicht nur Scherzerei. Darunter liegt eine unbequeme Tatsache für den Bericht: Das Wort schreibt sich selbst, ohne Akronyme oder Initialen, und seine Bedeutung wird sofort verstanden. Diese kommunikative Effizienz ist genau das, was es schwierig macht, es per Dekret zu deaktivieren.
Ein Bericht gegen ein Internet-Neologismus. Und ein Ursprung, den eine Erzählung in einen Jurasaal in Alcalá im Jahr 2002 datiert, mehr als zwei Jahrzehnte bevor ein öffentliches Dokument es zum Gegenstand eines ministeriellen Berichts machte.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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