Nasdaq verliert fast 5 Prozent, Bitcoin rückt an 52-Wochen-Tief heran

Der Nasdaq fällt um fast 5 %, der Bitcoin rutscht nahe an sein 52-Wochen-Tief: Gute US-Arbeitsmarktdaten machen Zinssenkungen unwahrscheinlicher und drücken Börse, Gold und Kryptowährungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nasdaq verliert fast 5 Prozent, Bitcoin rückt an 52-Wochen-Tief heran
Nasdaq verliert fast 5 %, Bitcoin rückt an 52-Wochen-Tief heran

Es gab an diesem Tag ein Portfolio, das zulegte. Von der Sorte, mit der man bei Dinnerpartys nicht angeben kann: Stromversorger, Versicherer, solide Dividenden. Es schloss mit +0,75 %. Der S&P 500 verlor 2,5 % und der Nasdaq rutschte in derselben Sitzung um fast 5 % ab, während der Bitcoin nur noch einen Schritt von seinem 52-Wochen-Tief entfernt war. Die Langweiligen haben gewonnen. Wieder einmal.

Dieses Bild wiederholt sich alle paar Monate, und niemand verinnerlicht es so richtig: Technologieindizes fallen im Steilflug, Öl geht runter, Gold geht runter, Kryptowährungen gehen runter. Alles gleichzeitig, alles an einem Tag. Der Unterschied liegt im Detail: Manche berichteten von Depots, die an einem einzigen Tag 4 % verloren, während andere mit deutlich weniger spannenden Positionen im Plus endeten.

Warum fallen die Börsen, obwohl die US-Arbeitsmarktdaten gut waren?

Weil der Markt gute Nachrichten nicht feiert, wenn genau diese guten Nachrichten das entfernen, was er sich wünscht. Die Arbeitsmarktdaten für Mai in den USA fielen besser aus als erwartet. Wenn der Arbeitsmarkt sich hält, hat die Federal Reserve keinerlei Eile bei Zinssenkungen. Diese Einschätzung wird in Minuten eingepreist: Der Dollar stieg an einem Tag um 0,60 %, die Anleihen ebenfalls, und alle übrigen Anlageklassen passten sich nach unten an.

Übersetzt heißt das: Der Einbruch kam nicht durch eine Pleite, nicht durch eine katastrophale Zahl und nicht durch Panik. Er kam daher, weil das Geld nicht mehr an eine kurzfristige Zinssenkung glaubte. Die einen halten das für eine gesunde Rotation, die anderen lesen darin das Ende der Party. Beide Erklärungen passen in dieselbe Handelssitzung, und keine lässt sich bislang beweisen.

Außerdem kursieren zwei exotischere Hypothesen: Entweder ziehen die Großen Geld ab, um die Börsengänge von SpaceX, OpenAI und Anthropic zu finanzieren, oder es wird schlicht Papier an die Letzteingestiegenen abgestoßen. Das sind unbelegte Vermutungen, und genau so sollte man sie behandeln.

Die Tech-Werte, die schon Tage zuvor fielen

Der Absturz begann nicht an diesem Tag. Nach dem Bericht eines Privatanlegers aus dem Thread hatten mehrere Technologiewerte bereits vier Handelstage mit Rückgängen zwischen 15 % und 20 % hinter sich: HP, Micron, IBM – Namen ohne viel Glamour, aber mit echtem Gewicht in den Indizes. Derselbe Nutzer, der Schutzorders 5 % tiefer platziert hatte, räumte ein, sich damit zehn bis fünfzehn Prozentpunkte Verlust erspart zu haben, und warnte, dass die Bewegung breit angelegt und kein Einzelfall war.

Das Problem ist das Tempo. Der S&P 500 fiel um 2,5 %, der Nasdaq rutschte an einem einzigen Tag um fast 5 % ab. Bei niedriger Volatilität und wenigen abgeschlossenen Absicherungen erwischt das alle auf dem falschen Fuß. Die Börse steigt die Treppe hinauf und fährt den Aufzug hinunter, fasste jemand zusammen. Und wenn der Aufzug der der Technologie ist, fährt er ohne Zwischenstopps nach unten.

Der Hebel, den 3,25 % offenbaren

Der meistwiederholte Kommentar war keine Analyse, sondern ein Staunen: Dass ein Rückgang von 3,25 % wie eine Katastrophe erlebt wird, sagt einiges über den Markt aus – und nichts Gutes. In einem schuldenfreien Depot sind 3,25 % ein Ärgernis. Mit Hebel, so hieß es im Thread, sieht das anders aus. Daher die Warnung, dass viele Positionen auf dem Vertrauen aufgebaut sind, es könne nur nach oben gehen.

Wie im Diskussionsverlauf angemerkt wurde, verzeichnen Bitcoin-Anleger inzwischen einen 50 %-Rückgang und bleiben trotzdem dabei, was das Drama um die Technologiewerte relativiert. Eine andere, direktere und ebenso ironische Diagnose: Märkte, die bei der Federal Reserve um Liquidität betteln.

Wie viel müssten die großen Tech-Konzerne umsetzen, um ihre Bewertung zu rechtfertigen?

Es gibt eine Zahl. Nach einer im Diskussionsverlauf zitierten Rechnung müssten die acht bis zehn größten Unternehmen des S&P 500 rund zwei Billionen Dollar Umsatz erzielen – zwei Millionen Millionen –, damit die aktuellen Bewertungen durch reales Geschäft und nicht nur durch Erwartungen getragen würden. Mit oder ohne KI: Die Rechnung geht hoch auf.

Im Fernsehen wiederholen manche seit Monaten, dies sei eine Distributionsphase, der Moment, in dem die Finanzindustrie das Papier an die Kleinanleger loswird. Andere kontern mit der klassischen Frage: Wenn jemand über Jahre konkrete Bewegungen richtig trifft, warum ist er dann nicht notorisch Milliardär? Vielleicht ist der Warnhinweis gut, und wer ihn gibt, nur Rauschen.

Korrektur bis September, Anstieg bis zur Wahl: die Prognosen

Die am häufigsten geteilten Szenarien zeichnen eine Korrektur von 8 % bis 10 % bis September, eine Konsolidierung der Unterstützungszonen im August und danach einen Anstieg bis zur Parlamentswahl, die laut den im Thread genannten Daten auf den 3. November fällt. Die verschwörungstheoretischere Variante ergänzt, die Allzeithochs kämen in der Woche vor der Abstimmung, damit der Rekord mit den Wahlurnen zusammenfällt.

Am anderen Ende steht das ewige Argument: Am Ende steigt alles, und wer automatisch durchinvestiert hat, hat mehr gewonnen als der, der die Krisen zu treffen versuchte. Die Antwort ist ebenso ewig: Wenn eine Aktie von 80 auf 8 Dollar fällt, wartet niemand 25 Jahre auf die Erholung, wie ein Forennutzer erinnerte. Cisco und Terra sind weiterhin die unbequeme Erinnerung daran.

Und ein letztes Detail, das so ganz nicht passt. Ein Teil der guten Arbeitsmarktdaten, die die Märkte erschütterten, erklärt sich laut der Argumentation im Thread dadurch, dass Menschen aus Not einen Zweitjob annehmen. Wenn das stimmt, war die Stärke, die den Nasdaq erschreckt hat, gar nicht so groß.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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