»Atomwaffen existieren nicht«: Die These, die bei jeder Eskalation wiederkehrt
Atomwaffen existieren nicht. Das ist zumindest die Behauptung einer These, die immer dann auftaucht, wenn über Eskalation, Peine oder Vergeltung gesprochen wird. Sie seien ein Propagandainstrument, eine Geschichte, um die Bevölkerung ruhig zu halten. Der Ausgangspunkt ist leicht formuliert: Es ist unmöglich, solche Energiemengen mit so wenig Materie zu erzeugen. Und als ob das nicht reichte, würden fast acht Jahrzehnte ohne echten Kampfeinsatz dies bestätigen.
Das Thema wäre kaum erwähnenswert, wenn es nicht gerade jetzt wieder aktuell würde. Die verfügbaren Daten deuten in eine andere Richtung, aber das hält die Hypothese nicht auf. Im Gegenteil: Die Abwesenheit eines jüngeren Einsatzes wird in dieser Erzählung zum Beweis dafür, dass die Waffe ein Schwindel ist.
Warum wird behauptet, Atomwaffen existierten nicht?
Das Hauptargument stützt sich auf die beiden einzigen Bombardements der Geschichte, die einer Atomwaffe zugeschrieben werden: Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945. Für den Kern dieser These wurden sie gegen Japan eingesetzt, um einen bereits gewonnenen Krieg zu beenden, was verdächtig erscheint. Wenn sie wirklich existierten, warum wurden sie nie wieder verwendet?
Die Antwort des harten Kerns lautet, dass der Angriff auf Japan kein nuklearer war. Dort habe es konventionelle Bombardements mit Spreng- und Brandbomben gegeben, wie sie auch andere Städte zerstörten. Das am häufigsten zitierte Beispiel ist Dresden, angegriffen von etwa 1.000 Flugzeugen über drei Tage. Die Debatte über Tokio, bombardiert mit Brandbomben und Napalm, dient als Beweis dafür, dass keine nukleare Reaktion nötig war, um eine Stadt in Asche zu legen.
Hinzu kommt eine Frage, die an jeder Ecke auftaucht: Warum haben wir noch nie eine gesehen? »Man hat noch nie eine gesehen, weder in Petare noch sonst wo«, fasst ein Kommentar zusammen, der die Entfernung zwischen einem hypothetischen Einschlag in Miami und Bewohnern als 2.000 Kilometer einzige greifbare Bedrohung darstellt.
Beweise, die nicht zur Betrugserzählung passen
Der Montage-Hypothese steht eine unbequeme Liste gegenüber. Testgelände gibt es dutzendweise: Bikini, Mururoa, Algerien, Neu-Mexiko, Semipalatinsk. Wenn die Waffe nur eine Geschichte wäre, müsste jemand erklären, was dort jahrzehntelang detoniert wurde, während Seismografen Dritter Länder die Erschütterungen registrierten.
Auch die technische Seite ist nicht trivial. Eines der größten Probleme des Projekts war nicht das Konzept, sondern die Synchronisation: Zünder mit ausreichender Präzision auslösen, um die kritische Masse zu bilden. Elektrische Zünder waren zu langsam; eine Abweichung von Millionstelsekunden hätte die Vorrichtung in eine schmutzige Bombe verwandelt. Die Lösung kam mit Infrarot-Zündern, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen.
Historisch wird daran erinnert, dass die Machbarkeit der Waffe lange vor 1945 diskutiert wurde. Der Brief Einstein-Szilard an Roosevelt 1939 ist der dokumentarische Beweis dafür, dass Physiker ihre Meinung änderten, nachdem die Eigenschaften des Neutrons bekannt wurden. Und die Zar-Bombe wurde tatsächlich getestet, mit einer Zerstörungskraft, die ihre Entwickler absichtlich reduzierten. Das passt nicht zu einem fehlerlosen Betrug.
Wenn Atombomben nicht existieren, warum invadiert die USA Russland nicht?
Hier wird der Austausch interessanter. Das Abschreckungsargument hat jahrzehntelang besagt, dass niemand eine Atommacht frontal angreift, weil niemand das Risiko einer Antwort eingeht. Darauf baut eine neuere Variante: Vielleicht sei die gegenseitige Abschreckung gebrochen.
Die These lautet, dass Washington seit den 2010er Jahren aggressiver gegenüber Moskau geworden ist, weil es Raketenabwehrsysteme stationiert hat, die einen Angriff neutralisieren können. Wenn der Schild funktioniert, verschwindet MAD (Mutually Assured Destruction) und damit die Bremse. Der vorgeschlagene Vergleich zur Kalibrierung des technologischen Fortschritts ist der zwischen einer Digitalkamera der 90er Jahre und einer aktuellen: Sensoren und Prozessoren, miniaturisiert über drei Jahrzehnte. Diese Asymmetrie, so argumentieren sie, sei der wahre Grund für die Aggression, nicht dass das fremde Arsenal nur Rauch sei.
Der Mythos der Angst und der Countdown, der nie erreicht wird
Es gibt eine philosophische Ebene, die darüber hinausgeht, ob die Waffe funktioniert. Wenn der Mythos unbegründet wäre, argumentieren einige, bliebe er dennoch ein Angstmythos, und Angst ist Macht. Wenn in anderen Zeiten grundlose Geschichten genährt wurden, um die Bevölkerung zu dominieren, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass unsere Zeit eine Ausnahme ist. An den Mythos zu glauben bedeutet Unterwerfung; ihn zu brechen bedeutet Befreiung.
Die andere Front betrifft die Fristen. Die Eskalation wird angekündigt, tritt aber nie ein. Der Kalender der Vorhersagen hat sich jahreszeitlich verschoben: Nicht dieses Jahr, sondern Anfang nächsten Jahres, dann nach dem Karneval, nach Ostern, im Sommer. Der wiederkehrende Witz ist, dass eine Million tote oder verletzte Russen und keine einzige Atombombe nicht zum Lärm passen. Die Antwort vom anderen Ende der Waage lautet, dass ernsthafte Explosionen noch ausstehen.
Mit diesen Bausteinen ruht die Hypothese, dass Atomwaffen nicht existieren, auf dem Fehlen eines jüngeren Einsatzes, nicht auf einem Beweis. Und genau dieses Fehlen des Einsatzes interpretiert der Rest der Welt als Beweis dafür, dass sie existieren und abschrecken. Die ehrlichste Vorhersage ist vorsichtig: Solange niemand etwas zündet, bleibt der Zweifel lebendig, und wer ihn leugnet, hat sein bestes Argument im Schweigen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (191 Antworten).