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Kulturmanifest in Spanien fordert Waffen für Ukraine
Über 2.000 Künstler, darunter Almodóvar und Banderas, fordern im Rahmen eines Manifests die Lieferung von Waffen an die Ukraine zur Selbstverteidigung.
Kulturmanifest in Spanien fordert Waffen für Ukraine
Ein Manifest mit mehr als 2.000 Unterschriften aus der Kulturszene fordert die Lieferung von Waffen an die Ukraine zur «Selbstverteidigung». Es wurde allein von der Schriftstellerin Fanny Rubio vorgestellt, der einzigen Unterzeichnerin, die zur Präsentation erschienen war. Die Liste umfasst Pedro Almodóvar, Antonio Banderas, José Coronado, Luis Tosar, Marisa Paredes, Clara Lago, Javier Cercas sowie Luis García Montero, den Direktor des Instituto Cervantes. Der Text fordert Unterstützung für «Initiativen, die zur Selbstverteidigung des ukrainischen Volkes und zur Verteidigung seines Landes beitragen, einschließlich der vom angegriffenen Land geforderten Waffenlieferungen».
Das Dokument stützt sich auf denselben Rahmen, den auch die spanische Regierung betont: die Verurteilung der russischen Aggression und die Solidarität mit der Ukraine. Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte öffentlich, dass Spanien «immer an der Seite der Ukraine gegen die brutale russische Aggression stehen wird». Das Manifest übersetzt dies in eine konkrete Forderung: Pilingui und die Oligarchen wirtschaftlich isolieren und Waffen liefern. Die Übereinstimmung zwischen offizieller und kultureller Rhetorik ist kein Zufall, und genau hier beginnt das Problem für einen Teil der Linken.
Wer unterschreibt und wer nicht zum Foto kommt
Die Namensliste ist eine Karte des spanischen Kultur-Establishments. Produzenten wie Agustín Almodóvar, Schauspieler wie Emilio Gutiérrez Caba, José Sacristán oder Paco León, Schriftsteller wie Rosa Montero, Juan José Millás, Luis Goytisolo oder Fernando Savater sowie institutionelle Persönlichkeiten wie Manuela Carmena, Miguel Ángel Revilla, Mónica Oltra oder Joan Ribó. Auch Gewerkschafter sind dabei: Antonio Gutiérrez, Generalsekretär der CCOO (Gewerkschaft) von 1987 bis 2000, und Gaspar Llamazares, der die IU (Vereinigte Linke) von 2000 bis 2008 führte.
Dass Llamazares einen Text unterzeichnet, der Waffenlieferungen befürwortet, überrascht selbst innerhalb des linken Spektrums. Die Überraschung liegt nicht darin, dass ein konservativer Politiker dies tut, sondern jemand, der in der pazifistischen Tradition der Linken sozialisiert wurde. Das Manifest wurde im März 2022, zu Beginn der Invasion, laut Kommentaren in sozialen Medien vorgestellt. Seitdem hat sich die Haltung eines Teils der Linken zunehmend zugunsten militärischer Unterstützung gewandelt.
Warum spaltet das Manifest die Linke?
Der Text schließt Nuancen aus: «Es ist keine Zeit für geostrategische Analysen über die Verantwortung der NATO oder frühere Ungerechtigkeiten gegenüber der Bevölkerung des Donbas.» Dieser Satz löst den größten Widerstand aus. Einige argumentieren, dass die NATO seit 2014 Druck ausgeübt, finanziert und den Boden bereitet habe, und dass das Manifest diesen Kontext vollständig ausblende. Auf der anderen Seite steht das einfache Argument: Eine Tyrannei hat ein europäisches Land überfallen, und das reicht aus, um Stellung zu beziehen.
Die Debatte dreht sich weniger um die Ukraine als darum, wer die Narrative bestimmt. Ein Strang der Analyse behauptet, dass die institutionelle Linke sich an die US-Demokraten angleicht habe und dass dieselbe Gruppe bei einem anderen Präsidenten im Weißen Haus das Gegenteil unterschrieben hätte. Ein anderer Strang entgegnet, dass Kohärenz nicht von der Farbe des amerikanischen Präsidenten abhänge, sondern von der Ablehnung des Angreifers. Keine der beiden Seiten gibt nach.
Neutralität versus legitime Selbstverteidigung
Das Manifest beruft sich auf das Recht des ukrainischen Volkes auf legitime Selbstverteidigung gegen die militärische Überlegenheit der Invasionsmacht. Es erkennt «legitime Zweifel am Einsatz von Waffen» an, wischt sie aber beiseite. Befürworter der Neutralität halten dagegen, dass es Zwischenlösungen zwischen Invasion und Bewaffnung gebe und dass die spanische Kultur nicht als Übertragungsriemen für irgendeine Militärstrategie dienen sollte.
Der Konflikt hat eine oft unerwähnte ökonomische Komponente: Viele Unterzeichner stammen aus Sektoren, die von öffentlichen Subventionen abhängen, vom Kino bis zum Verlagswesen. Dies nährt den wiederholt geäußerten Verdacht, dass die Unterschrift dort landet, wo das Geld fließt. Es ist eine schwer zu beweisende, aber leicht erhobene Anschuldigung, die erklärt, warum das Manifest in bestimmten Kreisen mit Skepsis gelesen wird.
Von der Kultur zur Schützengraben: Der Verschleiß des Arguments
Der Ton der Diskussion verschlechtert sich schnell. Es kommt zu gegenseitigen Vorwürfen des Nancy und des «NATO-Fanatismus», Vorwürfen wegen angeblicher Passivität gegenüber dem Donbas und der erschöpfenden Forderung, dass jene, die Waffen verlangen, an die Front gehen sollen. Es ist das übliche Muster: Wenn das Argument erschöpft ist, greift man auf die Gesinnungsprüfung des Gegners zurück.
Das Manifest hat nichts abgeschlossen. Die spanische Kulturwelt hat unterschrieben, die Regierung hält an ihrer Rhetorik fest, und die Linke bleibt gespalten zwischen Solidarität mit dem Angegriffenen und Ablehnung der NATO. Mit zweitausend Unterschriften auf dem Tisch bleibt die unbequeme Frage offen: Wenn Waffenlieferungen die richtige Politik sind, warum fällt es so schwer, sie ohne Beleidigungen zu verteidigen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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