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MUFACE: Beamte fordern Ende der privaten Krankenversicherung
MUFACE-Mitglieder zahlen rund 52 Euro monatlich für eine private Gesundheitsversorgung, die die öffentliche ersetzt. Viele fordern deren Abschaffung.
Das MUFACE-Paradoxon: Mitglieder fordern die Abschaffung des Systems
Das Gesundheitssystem für Staatsbedienstete hat ein Legitimationsproblem: Unter den Begünstigten findet sich kaum jemand, der es verteidigt. Das Argument ist simpel – wer private Gesundheitsversorgung will, soll sie selbst bezahlen – und wird auffallend oft von genau jenen öffentlichen Bediensteten vorgetragen, die bei der Krankenkasse versichert sind. Ein Staatsangestellter bringt es auf den Punkt: Er stimmt einer Abschaffung von MUFACE zu, da das System heutzutage keinen Sinn mehr ergibt. Bemerkenswert ist nicht die Kritik an sich, sondern dass sie von einem Mitglied stammt.
Was ist MUFACE und wie viele Personen deckt es ab?
MUFACE ist die Krankenkasse, die die medizinische Versorgung eines großen Teils des Personals der allgemeinen staatlichen Verwaltung (Administración General del Estado) und ihrer Familien verwaltet. Es steht nicht allein da: Das administrative Mutualismus-System wird durch ISFAS und MUGEJU ergänzt, wobei die Aufteilung keinem Zufall folgt. Die vom Staat an die autonomen Gemeinschaften übertragene Belegschaft verteilt sich auf MUFACE, das den Bildungsbereich abdeckt, und MUGEJU, das für den Justizbereich zuständig ist.
Die Größenordnung ist entscheidend. Die in der Debatte genannten Daten, Stand Dezember 2022, beziffern die Gesamtzahl auf etwa 1,5 Millionen Menschen. Diese Zahl schwebt über jeder Entscheidung: Würde das System zerschlagen, müsste dieses Kontingent – sowohl die Mitglieder als auch ihre Angehörigen – vom öffentlichen Netz übernommen werden. Über die Zahl selbst herrscht kein Streit; gestritten wird nur darüber, was damit geschehen soll.
Wie viel zahlt ein Beamter monatlich für MUFACE?
Hier liegt der häufigste Irrtum. Wer behauptet, die Kasse sei ein Geschenk des Himmels, übersieht ein buchhalterisches Detail: Der Beitrag wird jeden Monat vom Gehalt abgezogen, rund 52 Euro, und ist obligatorisch. Zudem zahlt das Mitglied allgemeine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge wie jeder andere Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob die Behandlung letztlich im öffentlichen oder privaten Sektor erfolgt.
Es gibt weitere Posten, die selten zur Sprache kommen. Nach dem Ruhestand zahlen ehemalige MUFACE-Mitglieder 30 % für ihre Medikamente, während der Rest der Rentner eine monatliche Obergrenze von 6 bis 9 Euro hat. Addiert man alles zusammen, wird das Bild eines Privilegs kompliziert: Das System ist für die Versicherten nicht kostenlos, und seine Verteidigung kommt keineswegs von seinen Nutzern.
Privat statt öffentlich, nicht zusätzlich zur öffentlichen Versorgung
Die weit verbreitete Verwirrung besteht darin, anzunehmen, dass MUFACE-Mitglieder doppelt versichert seien. So funktioniert es nicht. Wer sich für die private Variante entscheidet, verzichtet auf die öffentliche: Es handelt sich um einen Ersatz, nicht um eine Ergänzung. In der Praxis hängen Hausarzt, Rezept und Krankschreibung vom Ärzteverzeichnis der zugewiesenen Versicherungsgesellschaft ab, mit eigener Bürokratie.
Eine Ausnahme bilden lebensbedrohliche Notfälle. Wenn jemand auf der Straße ohnmächtig wird oder einen Unfall erleidet, führt der Anruf zum 112 und in ein öffentliches Krankenhaus; was danach kommt, kann zu einem Kampf mit der Versicherung um die Kostenübernahme werden. In der Diskussion wird ein Fall von Hypoglykämie mit Bewusstseinsverlust erwähnt, bei dem die Familie die öffentliche Notfallnummer statt der Nummer der Versicherung wählte und am Ende die Kosten selbst tragen musste. Solange nichts Schlimmes passiert, läuft alles glatt. Wenn doch, gilt das Kleingedruckte.
Die Übertragung in das öffentliche Gesundheitssystem und das Argument des Kollapses
Die am häufigsten wiederholte Warnung betrifft die Überlastung. Wenn 1,5 Millionen Menschen plötzlich in das Nationale Gesundheitssystem (Sistema Nacional de Salud) eintreten – wo die öffentliche Versorgung bereits bei der Primärversorgung, den Notaufnahmen und diagnostischen Tests angespannt ist –, verlängern sich die Wartezeiten noch weiter. Diese Warnung kommt nicht nur von Befürwortern der Kasse: Manche argumentieren, dass die politischen Verantwortlichen weiterhin die kostenpflichtige Privatmedizin nutzen würden, während der Rest die Wartelisten tragen muss.
Auf der anderen Seite stehen Argumente der Skalierung und der Finanzierung. Das öffentliche Netz versorgt bereits Millionen von Menschen, einschließlich solcher, die nie Beiträge gezahlt haben, und die Beamten würden bei ihrem Eintritt ihre Beiträge ins System einbringen. Die Schlussfolgerung dieser Strömung lautet, dass die Privatwirtschaft nur deshalb Effizienz vorgibt, weil das öffentliche System die teuren und komplexen Fälle übernimmt, nicht weil sie die Arbeit besser macht.
Gehaltserhöhung oder Fortbestand des Vertrags: Die Positionen auf dem Tisch
Die Positionen ordnen sich nicht nach ideologischen Etiketten. Einige fordern eine erhebliche Gehaltserhöhung als Gegenleistung für den Verzicht auf die private Deckung, andere betonen, dass die Privatversicherung kein Schnäppchen sei: Bei Tumoren oder echten Notfällen bleibt die öffentliche Versorgung der Maßstab, und die Versicherer beginnen, Wartezeiten bei ambulanten Konsultationen anzusammeln.
Ein weiterer, härterer Strom geht in die entgegengesetzte Richtung: Abschaffung des Mutualismus-Systems und freie Wahl der privaten Versicherung, so wie Unternehmen betriebliche Gesundheitspläne für ihre Mitarbeiter anbieten. Politisch erhält die Forderung nach Beendigung des Systems explizite Unterstützung von links, während seine Verteidigung sich auf den historischen Ursprung des Mutualismus als Kompensation für niedrige Staatsgehälter in der Franco-Ära stützt.
Wenn das System abgeschafft würde, würden die MUFACE-Mitglieder eine entsprechende Gehaltserhöhung akzeptieren oder weiterhin ihre Versicherungsgesellschaft fordern? Niemand in der Diskussion hat diese Frage mit einer konkreten Zahl beantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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