Spekulation über Vox-Kabinett: Wirtschaft, Vizepräsidium, Inneres

Spaniens rechtspopulistische Partei Vox plant ein Koalitionskabinett mit Espinosa im Wirtschaftsressort und Abascal als Vizepräsident, wobei Zweifel an der Umsetzung des Programms bestehen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spekulation über Vox-Kabinett: Wirtschaft, Vizepräsidium, Inneres
Das diskutierte Vox-Kabinett: Espinosa, Abascal und Ortega

Kaum jemand glaubt, dass ein Wahlprogramm eingehalten wird. Und dennoch ist die erste Übung bei der Vorstellung einer Koalitionsregierung die Verteilung der Ministerien. Das Szenario, das eine der Interventionen aufwirft, platziert Espinosa im Wirtschaftsministerium, Abascal im Vizepräsidium, Ortega im Innenministerium und José María Sánchez im Justizministerium. Die interessante Frage ist nicht, ob dieses Kabinett existieren wird, sondern was von seinen Versprechen übrig bliebe, falls es dazu kommt.

Welche Ministerien werden Vox in der diskutierten Verteilung zugeschrieben?

Der Ausgangspunkt der Diskussion ist kein Programm, sondern ein Organigramm. Vier Namen und vier gewichtige Ressorts —Wirtschaft, Vizepräsidium, Inneres und Justiz— zugewiesen, bevor jemand gewählt hat. In diesem ersten Zug liegt ein unbeabsichtigtes Geständnis: Es wird davon ausgegangen, dass die Partei, die ihren Eintritt in die Regierung verhandelt, nicht regieren, sondern besetzen wird.

Und wenn die Verteilung zuerst kommt, bleibt der Inhalt für später. „Programm“ klingt in diesem Kontext wie Makulatur, noch bevor es geschrieben ist. Die Diskussion beginnt bei den Sesseln und nicht bei den Maßnahmen, was viel über das Vertrauen in die folgende Wirtschaftspolitik aussagt.

Werden Wahlprogramme in Spanien eingehalten?

Die dominierende Antwort ist ein klares Nein. Das zentrale Argument: Ein Programm ist ein Marketingplan zur Gewinnung von Stimmen, und wer es verfasst, weiß das genau. Der Beweis, der von Verteidigern gefordert wird, ist einfach und vernichtend: Machen Sie es verbindlich, wenn Sie sich trauen. Niemand tut das. Nie.

Auf dieser Grundlage baut sich die am häufigsten wiederholte These auf: Regiere, wer wolle, das Ergebnis werde gleich sein, weil die reale Macht nicht dort liegt, wo die Farbe der Regierung entschieden wird. Die Reden ändern sich, die Politiken nicht.

Der konkrete Fall, der auf den Tisch gelegt wird, ist die Abschaffung öffentlicher Stellen und subventionierter Einrichtungen. Manche behaupten, diese Botschaft sei gerade wegen der Menge der Menschen, die direkt oder indirekt vom öffentlichen Haushalt leben, unpopulär, und würde daher nicht mit der im Wahlkampf versprochenen Härte umgesetzt. Es ist das klassische Problem dessen, der Kürzung von Fett verspricht und feststellt, dass das Fett wählt.

Nicht alle Vorwürfe gehen in dieselbe Richtung. Auf der einen Seite wird daran erinnert, dass Gehälter erhöht wurden, sobald man kommunale Macht hatte, und dass es wenig Berufserfahrung außerhalb der eigenen Parteistruktur gibt; auf der anderen Seite wird mit zwei Jahrzehnten Drohungen und Anschlägen gegen den Anführer und seine Familie geantwortet. Wenn die Debatte hitzig wird, weichen Daten dem Lebenslauf.

Wer wirklich herrscht: Das Brüssel-Argument

Ein Großteil der Diskussion flüchtet sich unter eine höhere Decke. Die These: Gewinne, wer wolle, die tatsächlich angewandten Politiken würden von außen diktiert —bis zum letzten Komma—, und nur die Farbe der Verpackung ändere sich. Manche führen dies auf Verträge und die EU-Mitgliedschaft zurück; andere gehen eine Stufe weiter und sprechen von gesichtslosen internationalen Finanzinteressen.

Man sollte es ohne Schnörkel sagen: Dieser zweite Teil wird in der Diskussion geworfen und kommt ohne jeden Beleg. Als Rahmen des Misstrauens funktioniert er; als Diagnose ist es Glaube. Was zur Diskussion steht, ist der tatsächliche Spielraum: Wie viel eines eigenen Programms überlebt den ersten Europäischen Rat, die erste Anforderung und die erste Defizitzahl, die aus dem Rahmen fällt.

Der Preis der Unterstützung: Acht Millionen und ein Schisma

Hier taucht die interessanteste Berechnung auf. Ein Ergebnis von acht Millionen Stimmen für Vox, so eine Intervention, wäre kein gewöhnlicher Sieg: Es würde die PP zwingen, zwischen der Regierungsbildung mit der seit Jahren kritisierten Partei oder einem Pakt mit der PSOE unter dem Vorwand, die Rechte zu stoppen, zu wählen. Keiner der beiden Auswege ist bequem, und beide lassen den sarracena Sieger ohne Regierung.

Daraus folgt die taktische Schlussfolgerung im letzten Abschnitt: Vox müsste seine Unterstützung sehr teuer verkaufen und sie pro Ministerium abrechnen. Wieder das Organigramm vor dem Inhalt. Politik als Auktion.

Eine Wahl ohne gute Option

Die grundlegende Zusammenfassung ist unangenehm: Entweder wählt man die Parteien, die jahrzehntelang abgewechselt haben, oder die, die nie regiert haben, mit dem Risiko, dieselbe Enttäuschung zu erleben, die andere bereits bei neuen Formationen erfuhren. Sie versprechen, Steuern um mehr als die Hälfte zu senken; keiner der Skeptiker erwartet, das zu sehen. Und als Bonus eine bittere Erinnerung: Grundlegende Finanzkompetenz —was eine Steuerrückzahlung ist oder warum ein Urlaubsgeld eine Illusion ist— bleibt eine offene Rechnung.

Was, wenn die große Überraschung am Ende nicht ist, wer in die Regierung kommt, sondern wie viel von dem Versprochenen den ersten Montag an der Macht übersteht?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (139 Antworten).

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