Versicherungen lehnen Anstieg ab: Muface in der Schwebe

Die spanische Regierung bietet eine Erhöhung von 14 % für das Beamtenversicherungssystem Muface. Adeslas, Asisa und DKV fordern jedoch 40 %. Gewerkschaften drohen mit Protesten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Versicherungen lehnen Anstieg ab: Muface in der Schwebe
Muface: Die Regierung bietet 14 %, die Versicherer fordern 40 %

Die Geschäftsführer von Adeslas, Asisa und DKV verließen ein Treffen im Ministerium für digitale Transformation und öffentlichen Dienst ohne Unterschriften unter einem Vertrag. Die Regierung hatte sie eingeladen, um die Bedingungen des neuen Vertrags für Muface (das Krankenversicherungssystem für spanische Beamte) zu erläutern. Auf dem Tisch lag eine Zahl: eine Erhöhung der Prämien um 14 %. Die Versicherer forderten 40 %. Keine der drei Unternehmen nimmt vorerst an der Ausschreibung teil.

Mit diesem offenen Konflikt könnte die Ausschreibung, die die medizinische Versorgung von 1,5 Millionen Beamten und ihren Familien sicherstellen soll, ergebnislos bleiben. Die Exekutive hat drei Monate Zeit, um sie mit besseren Konditionen erneut auszuschreiben oder einzuräumen, dass das Modell zusammenbricht.

Warum sich 14 % für die Versicherer nicht rechnen

Die Unternehmen behaupten, der aktuelle Vertrag koste sie 200 Millionen Euro pro Jahr an Verlusten. Sie führen die Alterung der Versicherten, höhere Schadensquoten und Zahlungsrückstände der Verwaltung an. Angesichts der Inflation würde die vorgeschlagene Erhöhung das Ungleichgewicht verschärfen statt korrigieren. Die Konsequenz ist bekannt: Alle drei haben sich geweigert.

Das Ministerium, das die Verhandlungen führt, ist sich der Zwickmühle bewusst. Daher diente die Einberufung am Freitag eher dazu, die Uneinigkeit festzustellen, als die Positionen anzunähern.

Wer wirklich bei Muface versichert ist: Zwei von drei sind Lehrer

Das Klischee deutet auf den Schalterbeamten hin. Die Statistik zeigt etwas anderes: Mehr als 400.000 hauptversicherte Mitglieder sind Lehrkräfte im nicht-universitären Bildungsbereich, was 60 % der beruflich aktiven Versicherten entspricht. Lehrer machen 65 % der Liste aus, Verwaltungsangestellte 17 %. Die Nationalpolizei vervollständigt das Bild; die Guardia Civil ist über ISFAS versichert und zählt hier nicht.

Für 2024 ist die Aufnahme von etwa 36.300 verbeamteten Lehrkräften in die Gemeinschaft geplant. Das heißt: Jede Bildungsstreikaktion und jede Blockade des Vertrags trifft direkt die Klassenzimmer.

Ist es teurer, Muface zu erhalten oder abzuschaffen?

Hier liegt der Kern des Problems. Die durchschnittliche Prämie bei Muface beträgt 984 Euro; die Kosten pro Bürger im öffentlichen System liegen bei 1.608 Euro. Der Arbeitgeberverband der Privatmedizin ASPE berechnet, dass der Vertrag dem Staat mehr als 890 Millionen Euro pro Jahr spart und schätzt die Auswirkungen einer Übernahme der Versicherten in das öffentliche Gesundheitssystem auf über 1 Milliarde Euro, falls das System verschwindet.

Befürworter des Modells klammern sich an diese Rechnung. Dagegen steht ein einfaches Argument: Wenn es sich für den Staat nicht lohnen würde, gäbe es Muface nicht.

Beitrag, Rabatte und die Warteschlange, die man vermeidet

[Privileg] ist das Wort, das außerhalb der Gruppe am häufigsten fällt. Innerhalb erinnert man daran, dass es nicht kostenlos ist: Die Versicherten zahlen rund 1,7 % ihres Bruttogehalts, unabhängig davon, ob sie eine Krankenkasse wählen oder nicht. Ein A1-Beamter zahlt etwa 50 Euro pro Monat für eine Versicherung, die auf dem Markt 60 bis 70 Euro kostet; ein C1-Beamter etwas mehr als dreißig.

Dazu kommen weniger genannte Vorteile: Rabatte bei Optikern, Zahnkliniken, Spas oder Partnerhotels. Eine Brille für 250 oder 300 Euro kann für knapp über 100 Euro zu bekommen sein. Die Kritik richtet sich weniger gegen den Preis als gegen den Zugang: Muface-Versicherte stehen nicht in der Warteschlange des öffentlichen Systems, und jetzt könnten sie doch müssen.

Leert sich Muface von selbst?

Die Daten deuten auf einen anhaltenden Trend hin. Vor fünfzehn Jahren wählten 90 % der Versicherten eine private Kasse; heute sind es 70 %, mit sinkender Tendenz. Der Wechsel zum öffentlichen Gesundheitswesen erfolgt mit einer Rate von fast 1 % pro Jahr, getrieben durch Renteneintritte und Neueinsteiger, die direkt ins öffentliche System gehen. Die Wahrnehmung der Qualität bei den Ärzten der Vertragspartner hilft dabei nicht.



Die Paradoxie besteht darin, dass die Gruppe selbst gespalten ist. Die unabhängige Gewerkschaft der Beamten (CSI-F) hat ausreichende Finanzierung für den nächsten Vertrag gefordert und schließt Proteste nicht aus, wenn die Exekutive nicht reagiert. Aber es gibt Beamte, denen ein Wechsel zum öffentlichen System perfekt erschiene, und sogar einige, die den Zusammenbruch des Vertrags begrüßen würden.

Muface existiert, argumentieren seine Befürworter, weil es für den Staat billiger ist. Auf dieser Differenz – 984 Euro Durchschnittsprämie gegenüber 1.608 Euro öffentlichen Kosten pro Bürger – ruht das gesamte Gebäude. Und genau diese Rechnung sagen die Versicherer, gehe für sie nicht mehr auf.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (314 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver