Moctezuma II. war der Aztekenkaiser, der von 1502 bis 1520 herrschte und Hernán Cortés in Tenochtitlán empfing, einer Stadt mit rund 250.000 Einwohnern. Er starb während der spanischen Eroberung, doch die Quellen widersprechen sich: Die einen behaupten, die Eroberer hätten ihn getötet, die anderen, sein eigenes Volk habe ihn zu Tode gesteinigt.
Das Aztekenreich reichte vom Pazifischen Ozean bis zum Golf von Mexiko. Auf seinem Höhepunkt war es eine Zivilisation mit militärischen, handwerklichen, architektonischen und astronomischen Errungenschaften, die Wissenschaftler noch heute in Staunen versetzen. Sein oberster Herrscher zur Zeit der Ankunft der Spanier war Moctezuma II., der von 1502 bis 1520 regierte.
## Ein verehrter und gefürchteter Krieger
Moctezuma II. erbte ein bereits gefestigtes Reich und behielt es unter seiner Kontrolle. Er war ein Krieger, der gleichermaßen Verehrung und Furcht einflößte. Seine Untertanen glaubten, dass Könige und Kaiser von den Göttern gesandt seien, und er, der von Jugend an in diesem Glauben erzogen worden war, pflegte dieses halbgöttliche Image mit großer Sorgfalt. Er ließ prächtige Paläste und gewaltige Throne errichten, die seiner Persönlichkeit entsprachen.
In **Tenochtitlán** schuf er ein Machtzentrum mit rund **250.000 Einwohnern**, womit es zu den bevölkerungsreichsten Städten seiner Zeit zählte. Porträts beschreiben ihn als groß, athletisch und kraftvoll, geschmückt mit Federn, Stoffen und Fellen, verziert mit Halsketten, Arm- und Fußringen. Seine Herkunft ist Quelle mythischer Geschichten über Kämpfe und Triumphe an der Seite der Krieger der Adler- und Jaguarorden.
## Die Vorzeichen vor der Ankunft der Spanier
Der **Codex Durán**, verfasst vom Franziskaner **Bernardino Durán** und im Königspalast von Madrid aufbewahrt, dokumentiert ausführlich die Vorahnungen, die die Ureinwohner vor der Ankunft der Spanier hatten. Darin werden Kometen am Himmel und Feuertürme beschrieben, gedeutet als symbolische Warnungen, dass etwas Außergewöhnliches bevorstand.
Deshalb empfingen sie die spanischen Seefahrer, als diese an den mexikanischen Küsten auftauchten, mit großer Höflichkeit und Ehrfurcht, in dem Glauben, es seien Gesandte des Himmels. Moctezuma nahm **Hernán Cortés** auf und beherbergte ihn in seinem Kaiserpalast. Cortés antwortete, indem er seinen Gastgeber gefangen nahm, was das Aztekenvolk verblüffte.
## Zwei Versionen über seinen Tod
Von diesem Moment an wird die Geschichte unklar. Nach einer Version wurde Moctezuma von den Eroberern ermordet, als er für ihre Ambitionen nicht mehr von Nutzen war. Nach einer anderen wandte sich sein eigenes Volk, unzufrieden damit, dass er die spanischen Soldaten hatte akzeptieren, gegen ihn, und eine Gruppe von Abtrünnigen steinigte ihn zu Tode.
Ein Manuskript aus dem 16. Jahrhundert aus Mexiko-Stadt enthält Illustrationen, auf denen der Kaiser mit Ketten bedeckt und mit Stricken um den Hals abgebildet ist, als wäre er ein gefährliches Tier. Die Vorstellung eines friedlichen Zusammenlebens zwischen Ureinwohnern und Eroberern erscheint eher als eine interessierte Deutung der Spanier, um sich ihrer Verantwortung für die Grausamkeit gegenüber den Indigenen zu entziehen.
## Tribut, Schlachten und ungleiche Technik
Es existiert ein in **Oxford** aufbewahrter Codex, ein Werk von **Antonio de Mendoza**, dem ersten spanischen Vizekönig des sogenannten Neuspanien. Er wurde nur zwanzig Jahre nach der Eroberung verfasst und enthält die Liste der Tribute, die die Spanier von den Unterworfenen eintrieben. Er erzählt auch die Geschichte der großen aztekischen Herrscher und ihrer Taten.
Nach dem Tod ihres Kaisers waren die aztekischen Heere führungslos. Als die Azteken merkten, dass die Spanier sterblich waren, sammelten sie sich neu und stellten sich ihnen entgegen. Ihre Waffen waren weniger wirksam, doch sie lernten schnell, sich in den Wäldern zu schützen und in Gelände Hinterhalte zu legen, in denen die gefürchtete Kavallerie kaum manövrieren konnte.
Die Azteken waren tapfere Krieger, doch die Ausrüstungslücke war gewaltig. Sie hatten keine Eisen- oder Stahlwaffen, kannten das Rad nicht und besaßen weder Pferde noch Artillerie. Sie nutzten Waffen aus Holz, Stein, Leder und Bronze, Speere und Pfeile mit Bögen, Streitkolben, gepolsterte Baumwollrüstungen und Helme aus Wolle. Die Spanier trugen Brustpanzer und Helme aus Eisen. Die Ureinwohner glaubten, dass Pferd und Reiter ein einziges Wesen seien, und die großen Kriegspferde verwunderten und erschreckten sie.
In der sogenannten Traurigen Nacht von Mexiko-Tenochtitlán wurde Cortés besiegt und musste fliehen, wobei er mehr als **sechshundert Mann** verlor. Es war ein schwerer Rückschlag für die Spanier, doch in den meisten Auseinandersetzungen hatten die Ureinwohner das Nachsehen.
## Encomiendas und transatlantischer Handel
Mit dem Vorrücken der eroberten Gebiete begannen Siedler einzutreffen, um das Land auszubeuten, wobei die Ureinwohner als Diener einbezogen wurden, durch die Encomiendas, die der Landwirtschaft und dem Bergbau dienten. Die Krone handelte aus einer politischen und religiösen Ideologie heraus, aber auch aus fiskalischen und wirtschaftlichen Interessen.
Auch der beidseitige Handel kam: Die Schiffe machten Geschäfte mit dem Austausch von Waren. Rohstoffe wie exotische Hölzer waren im Westen sehr begehrt; Mahagoni-Erzeugnisse bestimmten für die Paläste von Königen und Adligen. Gold und Silber bereicherten die Spanier, und die aztekischen Kunsthandwerksprodukte – Türkise, Goldstücke, anthropomorphe Steinfiguren, Stoffe und Arbeiten aus Federn exotischer Vögel – erfreuten sich großer Wertschätzung auf den europäischen Märkten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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