Militärflugzeuge über spanischen Städten wecken Misstrauen

Ein Militärflugzeug überflog Vigo in Spanien, zudem melden Nutzer Kampfjets über Guadalajara und Hubschrauber in La Rioja. Die Treibstoffkosten stehen im Zentrum der Kritik.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Militärflugzeuge über spanischen Städten wecken Misstrauen
Die Armee, die über Spanien fliegt, ohne die Rechnung zu erklären

Ein graues, getarntes Transportflugzeug der spanischen Luftwaffe mit ungewöhnlichen Abmessungen zieht über den Himmel von Vigo und nähert sich der Landebahn des Flughafens, wie Faro de Vigo berichtet. Im Diskussionsfaden berichten mehrere Teilnehmer, Kampfjets über Guadalajara gesehen zu haben, Hubschrauber in La Rioja, Militärfahrzeuge in Saragossa und einen Airbus A330-200, der durch halb Spanien kreist, um zum Tankflugzeug umgerüstet zu werden. Die Militäraktivität über Ballungsräumen steht im Zentrum der Kritik derjenigen, die an der offiziellen Erklärung —Training— und an den Kosten für den Steuerzahler zweifeln.

Die Nachricht, veröffentlicht von Faro de Vigo, beschreibt eine große gemeinsame Übungen der drei Teilstreitkräfte mit mehr als 2.000 Soldaten. Soweit Routine. Auffällig ist für die Teilnehmer der Zusammenhang: Preiskrise, Stromrechnung, Diesel auf Rekordniveau und im Hintergrund eine Luftoffensive, die viele als Botschaft lesen. Die Frage, die sie aufwerfen, ist weniger, was diese Flugzeuge tun, sondern wer den Treibstoff bezahlt und warum gerade jetzt.

Von Vigo bis Guadalajara: die Karte der Überflüge

Die Berichte der Zeugen zeichnen das Bild eines Landes mit ungewöhnlicher Militäraktivität. In Vigo nähert sich ein großes Flugzeug dem Flughafen; in Guadalajara, so ein Teilnehmer, fliegen täglich Kampfjets; in La Rioja sah ein anderer drei Militärhubschrauber in Richtung der Obarenes-Berge; in Saragossa werden Militärfahrzeuge in zivilen Gebieten und auf Autobahnen gemeldet, mit Übungen in San Gregorio seit November. Für manche Teilnehmer ist die Summe keine einmalige Übung, sondern eine über die Zeit hinweg andauernde Routine.

Das am häufigsten genannte Argument zur Rechtfertigung des Aufgebots ist das Training. Manche verweisen direkt auf die Parade am 12. Oktober als Generalprobe. Doch für Zweifler passt der Kalender nicht: Die Manöver dauern wochenlang und finden an sehr verstreuten Orten statt. Die Parade-Erklärung würde für ein Wochenende reichen, nicht für zwei Monate Aktivität.

Das am meisten kommentierte Detail betrifft ein bestimmtes Flugzeug: einen Airbus A330-200, der zu Neupreis von IAG gekauft wurde, um zum Tankflugzeug umgerüstet zu werden — ein Programm, das nach Angaben eines Teilnehmers wegen Geldmangel verzögert ist. Das Gerät kreist, ohne umgerüstet worden zu sein. Derselbe Teilnehmer fragt sich, was die spanische Luftwaffe überhaupt auftanken soll, wenn die Eurofighter, die nicht einmal Deutschland haben will, die musealen F-18 und die Harrier von 1981 —deren Flugzeugträger als Schrott verkauft wurde— nicht für Missionen taugen.

Was kostet der Treibstoff dieser Manöver?

Eine offizielle Zahl gibt es im vorliegenden Material nicht, doch mehrere Teilnehmer rechnen vor: Ein Transportflugzeug verbraucht mehrere tausend Liter pro Flugstunde. Multipliziert mit täglichen Flügen in mehreren Regionen und wochenlanger Aktivität. Das Ergebnis, bei Diesel- und Strompreisen im Hoch, ist eine Rechnung, die ihrer Ansicht nach der Steuerzahler zahlt, während die Familien ihren Haushalt straffen. Die Ironie liefert ein Teilnehmer: "Bei den steigenden Diesel- und Strompreisen zahlen wir wohl das Benzin für das Militär, das für den Krieg trainiert".

An diesem Punkt hört die Debatte auf, technisch zu sein, und wird politisch. Die Verteidigungsausgaben werden von manchen mit dem Ukraine-Krieg gerechtfertigt, doch die Bevölkerung kauft die Erzählung nicht ganz. Die Preiskrise ist älter und hat prosaischere Ursachen. Dass sie sich nun mit Militärmanövern über Städten mischt, erzeugt einen Verdacht, der sich schwer entkräften lässt: dass der Lärm der Kampfjets den Lärm der Einkaufstasche übertönen soll.

Die Lärm-These: Training oder Inszenierung?

Ein Teil der Analyse vertritt die Auffassung, dass das Aufgebot eine psychologische Funktion hat: die Bevölkerung an ein Klima internationaler Spannung gewöhnen, das Kürzungen, Preiserhöhungen und soziale Disziplin rechtfertigt. Die Parallele wird explizit gezogen: Was in der Pandemie leere Krankenwagen mit Sirenen waren, wären jetzt Militärflugzeuge über städtischen Gebieten. Die Theorie ist nicht belegt und wird von einigen Teilnehmern aufgestellt, erklärt aber, warum so viele Menschen misstrauisch zum Himmel blicken.

Am entgegengesetzten Ende gibt es diejenigen, die die Flüge als echte Vorbereitungen lesen. Die galizische Geographie spielt dabei eine Rolle: Vigo und A Coruña als nördliche Häfen Europas, Ferrol wegen seiner Marinebasis, Marín wegen der Marineschule. Die Ria von Vigo, mit den Cíes-Inseln, die die Einfahrt blockieren, und ihrem schlammigen Grund, ist ein Zufluchtsort für Schiffe. Die Hypothese eines erneuerten strategischen Interesses an der Atlantikküste wird von niemandem bestätigt.

Ein Zeugenbericht fügt ein Detail hinzu, das alle Alarmglocken auslöst: Militärangehörige der US-Botschaft sollen im Hafen von Vigo Informationen über die Ria gesammelt haben, Geomorphologie inklusive. Die Geschichte kommt aus zweiter Hand, und der Erzähler räumt ein, dass er ihr keinen Glauben schenkt. Man sollte sie als das behandeln, was sie ist: eine kursierende Geschichte, kein verifizierter Fakt.

Das Gold der Ria und andere Legenden, die mit Kriegen zurückkehren

Kein Gespräch über Vigo und den Krieg ist komplett ohne das Gold. Die Ria birgt die Legende der Flotte von 1702, gesunken mit ihrer Ladung. Die Teilnehmer, die darüber sprechen, behaupten, die Schiffe seien vor dem Anzünden entladen worden, und dass die Santo Cristo de Maracaibo vor den Cíes-Inseln sank, während sie geschleppt wurde. Der schlammige Grund und die schlechte Sicht haben den Rest getan. Die Vorstellung, dass jemand unter Wasser nach Barren sucht, ist eher Literatur als Geologie.

Die Yacht eines russischen Magnaten, die den Sommer in der Ria verbrachte, nährt die Fantasie. Es gibt keinen Hinweis, der sie mit irgendetwas verbindet. Aber in Kriegszeiten wird jedes Schiff mit verdächtiger Flagge zum Protagonisten eines Spionageromans. Neugier ist frei; Genauigkeit auch.

Die Geographie eines Atomangriffs: warum Vigo keine Priorität ist

Die Angst vor einem Atomangriff zieht sich durch den Faden. Die strategische Logik, so ein Teilnehmer, ordnet die Prioritäten: Madrid, Morón, Torrejón, Rota, Saragossa, Cartagena. Sechs Sprengköpfe würden, seiner Ansicht nach, genügen, um das Land zu entköpfen. Galizien mit seinen Häfen und seiner Marinebasis wäre ein sekundäres Ziel. Der anschließende Kollaps —monatelang essen, was es gibt— wäre der eigentliche Pavor, nicht der direkte Einschlag.

Diese Rechnung tröstet niemanden, der im Val Miñor lebt, zwanzig Minuten von Vigo entfernt. Das Gefühl der Verwundbarkeit ist real, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist. Und dort wird die Debatte existenziell: Lohnt es sich, für einen Krieg zu trainieren, den man nicht gewinnen kann, während die Stromrechnung weiter steigt?

Das Ende ist nicht geschrieben. Die Manöver gehen weiter, die Flugzeuge fliegen weiter, und niemand hat eine Erklärung geliefert, die wirklich überzeugt. Wenn die jüngere Geschichte etwas lehrt, dann dass sich die offizielle Erzählung schneller ändert als die Haushaltspläne.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (83 Antworten).

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