Mietmarkt in Spanien: Ausfallrisiko in Madrid über 50 %, Miete frisst 42 % des Einkommens

Familien in Madrid geben 42 % ihres Einkommens für die Miete aus, das Ausfallrisiko liegt über 50 %, Versicherungen decken Moratorien nicht ab, und Mikrokredite für die Miete nehmen zu.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mieten in Madrid: Das Ausfallrisiko übersteigt 50 %, und Familien geben bereits 42 % ihres Einkommens für die Miete aus

Der Mietmarkt in Madrid befindet sich in einer Lage, die an die Subprime-Hypotheken von 2008 erinnert: Familien geben im Durchschnitt 42 % ihres Einkommens für die Miete aus, weit über den empfohlenen 30 %, und das Ausfallrisiko liegt inzwischen über 50 %, wie Daten von El Economista zeigen. Das Paradox: Die Preise steigen weiter, und der Markt scheint sich über die Nachfrage südamerikanischer Einwanderer zu stützen, während Spanier wieder bei ihren Eltern einziehen müssen.

Das Kleingedruckte, das Mietausfallversicherungen wertlos macht

Einer der auffälligsten Punkte in der Debatte ist der tatsächliche Schutz der Mietausfallversicherungen. Die Policen schließen ausdrücklich Ausfälle aus, die "durch Anordnung einer gesetzlichen Autorität gerechtfertigt" sind, sowie "außergewöhnliche Umstände", die das Funktionieren des Staates beeinträchtigen. Das heißt: Erlässt die Regierung ein Mietmoratorium wie 2020, deckt die Versicherung den Ausfall nicht. Der Vermieter geht leer aus und kann wegen der langsamen Justiz nicht räumen lassen. Wer glaubte, ein Sicherheitsnetz zu haben, hat entdeckt, dass es voller Löcher ist.

Mikrokredite für die Miete: das Symptom der Blase

Ein weiteres Warnsignal ist die zunehmende Nutzung von Mikrokrediten zur Mietzahlung. Die Zahlungen geraten schon Mitte des Monats in Verzug, und Mieter greifen auf Konsumkredite zurück, um die Miete zu stemmen. Das unterscheidet sich kaum von dem, was in den USA mit den Junk-Hypotheken geschah: Als Menschen Kredite für ihr Zuhause aufnahmen, kollabierte das System schließlich. Der Unterschied: Hier gibt es keine Hypothek, nur einen Mietvertrag, der jederzeit gekündigt werden kann.

Der Trugbild der unendlichen Nachfrage

Einige Analysten meinen, der Gesammarkt genieße "ausgezeichnete Gesundheit" dank der Zuwanderung aus Südamerika, die die Nachfrage stütze. Doch das ist ein Trugbild: Wenn die Nachfrage von Menschen getragen wird, die bereit sind, mehr als 40 % ihres Gehalts für Miete auszugeben und Kredite aufnehmen, um über die Runden zu kommen, ist die Blase programmiert. Platzt sie, wird der Impact größer sein als 2008, denn der Mietwohnungsbestand ist größer und konzentrierter.



Die Frage, die in der Luft bleibt: Was passiert, wenn der Markt die Preise nicht weiter erhöhen kann, weil das Ausfallrisiko jede Erhöhung unhaltbar macht? Die Laffer-Kurve der Miete hat eine Grenze, und Madrid scheint sie erreicht zu haben.

Verwandte Diskussionen im Forum

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver