Mietergewerkschaft macht BlackRock mit Ticketverkäufen reich

Eine Mietergewerkschaft organisiert eine Veranstaltung, deren Tickets über Ticketmaster verkauft werden, eine Plattform, an der BlackRock beteiligt ist. Der Widerspruch, den Kritiker anprangern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Eine Mietergewerkschaft hat eine Veranstaltung organisiert, deren Tickets über Ticketmaster verkauft werden – eine Plattform, an der BlackRock, einer der größten Investmentfonds der Welt, beteiligt ist. Das Paradox, die Macht des Immobilienkapitals zu kritisieren und gleichzeitig Gebühren an ein Unternehmen zu zahlen, das mit ebendiesem Kapital verbunden ist, hat eine Debatte über die Glaubwürdigkeit sozialer Organisationen ausgelöst.

## Eine Veranstaltung mit Tickets über Ticketmaster

Der Skandal kam ans Licht, als bekannt wurde, dass eine Mietergewerkschaft eine Veranstaltung auf die Beine gestellt hatte und die Tickets über **Ticketmaster** verkaufte, die größte Ticketplattform der Welt. Das Unternehmen ist teilweise im Besitz von **BlackRock**, dem größten Vermögensverwalter des Planeten, der Ende 2024 mehr als **10 Billionen US-Dollar** verwaltete. Das heißt: Jedes über diese Plattform gekaufte Ticket erzeugt eine Gebühr, die letztlich einem der Fonds zugutekommt, die am meisten in den Immobilienmarkt investiert haben.

Das Paradox ist nicht gering zu schätzen. Mietergewerkschaften existieren gerade deshalb, um sich der Macht der großen Wohnungskonzerne entgegenzustellen. Dass eine ihrer Aktivitäten Geld über ein Unternehmen einspielt, das mit ebendiesem Kapital verbunden ist, wurde von vielen als ein schwer zu verteidigender Widerspruch gelesen.

## Die Kritik an der Konsequenz

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Manche erinnerten an die Solidaritätskonzerte, die früher in sozialen Zentren stattfanden – mit freiem Eintritt oder zum Selbstkostenpreis – und die nun durch ein Ticketverkaufsmodell ersetzt werden, das über einen Multikonzern läuft. Die Kritik richtet sich weniger gegen den Eintrittspreis als gegen den gewählten Verkaufskanal.

Das eigentliche Argument ist einfach: Wenn der Gegner das große Kapital ist, ergibt es wenig Sinn, seine Gewinne zu finanzieren. Die übliche Antwort – Ticketmaster biete eine Infrastruktur, über die ein soziales Zentrum nicht verfügt – überzeugt jene nicht, die in der Entscheidung einen Verzicht auf Prinzipien sehen.

## Das Ticketgeschäft

Ticketmaster kontrolliert einen erheblichen Teil des Tickethandels für Live-Veranstaltungen in den USA und Großbritannien, und sein Geschäftsmodell basiert auf Servicegebühren, die in vielen Fällen mehr als **20 %** des Ticketpreises ausmachen. Diese Zahl ist kein Detail: Bei einer Veranstaltung mit **500 Besuchern** und einem Ticketpreis von **20 Euro** können die Gebühren **2.000 Euro** übersteigen. Geld, das aus der Tasche der Besucher kommt und am Ende in der Bilanz eines Unternehmens landet, an dem BlackRock beteiligt ist.

Die Frage, die in der Luft bleibt: Kann es sich eine Mietergewerkschaft leisten, Dienstleister zu wählen, ohne zu prüfen, wer dahintersteht? Die Antwort ist, so viel man sieht, alles andere als einstimmig.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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