Mietdeckel von 9 Euro pro m²: 70-m²-Wohnung in ganz Spanien für 630 Euro

Ein vorgeschlagener Mietdeckel von 9 Euro pro Quadratmeter würde eine 70-m²-Wohnung überall in Spanien auf 630 Euro festlegen. Vermieter lehnen die Maßnahme ab, zudem fehlt es an Wohnungsangebot.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mietdeckel von 9 Euro pro m²: 70-m²-Wohnung in ganz Spanien für 630 Euro
Miete von 9 Euro pro Quadratmeter für ganz Spanien

Eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Zentrum von Madrid und ihr Zwilling in Teruel hätten dieselbe Miete: 630 Euro im Monat. Das ist der Vorschlag, der sich in der Wohnungsdiskussion Bahn bricht und den Grundsatz des spanischen Immobilienmarkts sprengt, dass die Lage ihren Preis hat. Der Vorschlag sieht per Gesetz ein Maximum von 9 Euro pro Nutzquadratmeter für das ganze Land vor, ohne Unterschied zwischen Madrid, Lugo, Sevilla oder Cartagena. Die Kaution dürfte 2.000 Euro nicht übersteigen, die Wohnkosten würden geteilt: In einer 630-Euro-Wohnung mit 60 Euro Hausgeld würde der Mieter 660 Euro zahlen.

Was der Deckel von 9 Euro pro Quadratmeter umfasst

Die Mechanik ist einfach. Eine durchschnittliche 70-Meter-Wohnung wird höchstens für 630 Euro vermietet; kostet das Hausgeld 60, zahlt der Mieter die Hälfte, der Vermieter die andere. Schluss mit Unsummen für 40 Quadratmeter weil zentral gelegen, so die Idee: Man zahlt für die Immobilie und was sie bietet, nicht für die Postleitzahl.

Wer den Deckel befürwortet, nimmt den Nebeneffekt in Kauf und verkauft ihn als Vorteil. Mit einer einzigen Obergrenze blieben Wohnungen ohne Aufzug stets am Ende der Warteschlange, und ihre Eigentümer müssten den Preis senken, um sie loszuwerden. Die Nachfrage verschwindet nicht: Sie wird neu sortiert.

Frei verkaufen, reguliert vermieten: der Widerspruch

Hier gerät die Argumentation ins Schleudern. Derselbe Eigentümer könnte seine Wohnung zum gewünschten Preis verkaufen — das Finanzamt nimmt höchstens 5 % des Geschäfts, gegenüber heute über 20 % —, aber die Miete nicht festlegen. Der Einwand kommt sofort: Entweder man ist Eigentümer oder nicht. Wenn der Staat festlegt, wie viel Ihre Miete wert ist, gerät das Privateigentum ins Wanken — und mit ihm der Anreiz, Wohnraum auf den Markt zu bringen.

Das steuerliche Argument hat seine eigene Logik: Wer sich vor zwanzig Jahren verschuldet hat, um zu kaufen, sieht ungern, dass ihm der Wertzuwachs gekürzt wird. Dasselbe Argument gälte aber auch für die Miete — und dort wird es ignoriert.

Warum ein Einheitspreis keinen neuen Wohnraum schafft

Mit einem identischen Deckel überall kosten die erste Meeresreihe und der Stadtrand dasselbe. Das vorhersehbare Ergebnis: Alle wollen die gute Wohnung zum Preis der schlechten, und der Vermieter sucht sich aus, wen er nimmt, wie bei einem Vorstellungsgespräch. Das Gesamtangebot ändert sich um keine einzige Einheit.

Die Antwort auf diesen Einwand: Das Angebot müsse der Staat schaffen, mit mindestens 500.000 Wohnungen pro Jahr im ganzen Land. Auf dem Papier geht das auf. Vor Ort erklärt niemand, woher das Bauland, das Geld und diese Kapazität im öffentlichen Hochbau kommen sollen.

Das Spiegelbild der Tarifverträge

Zur Rechtfertigung, warum 9 und nicht 12 Euro, taucht eine bekannte Analogie auf: Tarifverträge legen bereits Mindestlöhne pro Kategorie fest, obwohl die tatsächliche Leistung differiert. Ein Nachtwächter leistet nicht dieselbe Arbeit wie einer in einem Laden. Die Erwiderung kommt schnell: Gleicher Tarif bedeutet nicht gleiches Gehalt, und wer besser leistet, verdient mehr.

Ein Mietdeckel rührt nicht an die Wurzel des Problems: Die Nachfrage bleibt dieselbe, und der Wohnungsbestand auch. Und die Zahl — ob 9, 10 oder 12 — ist eine Konvention. An dieser Stelle stockt alles. Ohne mehr Wohnungen verteilt jeder Deckel nur die Knappheit; er löst sie nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

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