Monte Ducay für 1,85 € und Abadía Mantrús: die Supermarktweine, die die Verkostung überstehen
Lohnt es sich, bei Mercadona oder Lidl Wein zu kaufen, oder ist das Geldverschwendung? Die Frage hat eine konkrete Antwort: Ja, aber mit Einschränkungen – und es hängt stark vom Jahrgang, der Kategorie und – was fast niemand beachtet – davon ab, wie die Flasche im Regal gelagert wird. Ein Monte Ducay Crianza 2011 für 1,85 Euro schneidet gut ab; der Reserva 2010 desselben Namens hingegen ist ungenießbar. Das ist die erste Erkenntnis aus einem Gespräch, das seit Monaten die Treffer und Fehlschläge der spanischen Eigenmarken-Weine präzisiert.
Monte Ducay, Abadía Mantrús und Borsao: Das funktioniert
Der Monte Ducay Crianza 2011 ist der unangefochtene Favorit zum Schleuderpreis: 1,85 Euro pro Flasche. Der vorherige Jahrgang, der 2010er, überzeugte ebenfalls, ist aber schon selten geworden. Das Problem ist der Reserva 2010, der eine klare Absage bekommt. Und es gibt einen Hinweis, den man nicht ignorieren sollte: Manche Käufer haben häufiger korkige Flaschen gefunden – ein Fehler, der eher auf schlechte Lagerung im Geschäft zurückgeführt wird als auf das Weingut.
Der andere große Fund ist der Abadía Mantrús 2012, ein junger Ribera del Duero von Ontañón, 100 % Tinta Fina aus der Region, 13,5 Volumenprozent, exklusiv bei Mercadona erhältlich. Rubinrot mit violettem Rand, Aromen von roten und schwarzen Früchten, frisch und leicht zu trinken. Sein Preis-Leistungs-Verhältnis wird als ausgezeichnet beschrieben, allerdings ist der Preis nicht mehr, was er war: Er lag unter 3 Euro und ist gestiegen. Er passt zu Reisgerichten, Nudeln mit Fleisch, Hülsenfrüchten, Geflügel, Wurst und Käse.
Zwischen Schnäppchen und Überraschung liegt der Borsao, der für gute Qualität zum besseren Preis gelobt wird, ebenso wie der Roble (im Eichenfass gereift) dieses Hauses, der unauffällig aber solide überzeugt. In der billigsten Kategorie nimmt der Fidencio aus Castilla-La Mancha für 1,20 Euro den Titel des Günstigsten und für manche auch des Verlockendsten ein.
Korkschmecker ist kein Pech: Es ist Logistik
Die plausibelste Erklärung für das wiederkehrende Problem korkiger Flaschen liegt nicht beim Weingut, sondern im Regal. Ein Wein, der monatelang unter Halogenlicht und aufrecht steht, verliert die Dichtigkeit des Korkens. Das passiert in Geschäften mit geringem Weinumschlag, und der Verdacht erstreckt sich auch auf Ketten, die Ware zwischen unterschiedlichen Filialformaten umverteilen. In einem gut frequentierten Supermarkt einzukaufen ist keine Snoblerei: Es ist Qualitätskontrolle.
Lidl: Monte Plogar, Cepa Lebrel und Pyrene
Bei Lidl ist die Liste länger. Monte Plogar Crianza (1,79 Euro) und Reserva (2,75) schneiden gut ab; die teurere Gran-Reserva-Edition lohnt sich nicht. Cepa Lebrel Joven (1,60) ist schwach, aber akzeptabel, der Crianza (2,50) hebt das Niveau, und der Reserva rechtfertigt die Ausgabe nicht. Der weiße Cepa Lebrel, unter 2 Euro, ist kaum nachgefüllt schon ausverkauft. Der Pyrene (4 Euro) erinnert an den Enate und ist ausgezeichnet, für den Alltag aber zu teuer.
Außerdem tauchen ein Ribera del Duero mit weißem Etikett und weißem Verschluss für etwa 2,25 Euro im Angebot auf, ein Chilene aus dem Central Valley, 100 % Cabernet, für etwas über 3,20, und ein australischer Syrah, der als verzichtbar gilt. Der Fin del Río aus Zamora, in der 100-cl-Flasche für 1,85 Euro, wird als weniger kraftvoll beschrieben als erwartet.
Goldmedaillen und steigende Preise
Der Torre Oria Reserva 2009, ein Tempranillo aus Utiel-Requena, trägt die Große Goldmedaille der Brüsseler Wettbewerbs 2014 und kostet 3 Euro. Die Verkostung ist weich, ordentlich, aber die Auszeichnung weckt Skepsis: Etwas stimmt nicht, wenn ein internationales Gold zu diesem Preis verkauft wird. Unterdessen ist der Abadía Mantrús nach dem Verkaufserfolg teurer geworden, und der Monte Ducay Crianza 2011 verschwindet aus den Regalen. Die ironische Schlussfolgerung: Wenn ein billiger Wein zu gut funktioniert, wird er entweder teurer oder ausverkauft.
Am Ende zählt nur die eine Medaille: die für einen Korken, der nicht nach Pappe schmeckt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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