Mehr Wohnungsbau löst Spaniens Krise nicht, solange die Zuwanderung weiter steigt

Spanien hatte 1998 40 Millionen Einwohner und überschreitet 2025 die Marke von 48,6 Millionen, wie das INE (spanisches Statistikamt) meldet. Zwei gegensätzliche Rezepte für bezahlbaren Wohnraum.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Es gibt zwei konkurrierende Diagnosen. Die eine fordert mehr Wohnungsangebot, um die Preise zu senken; die andere hält das für wirkungslos, solange die Bevölkerung weiter wächst, und will die Nachfrage durch Migration angehen.

## Das Angebotsrezept: bauen, damit die Preise fallen

Das klassisch-liberale Argument ist einfach: Gibt es mehr Wohnungen als Suchende, sinken die Preise. Hunderttausende werden gebaut, das Angebot steigt. Das ist das Rezept, das die Branche üblicherweise fordert.

Das Problem: Der Bau braucht Arbeitskräfte. Und diese Arbeitskräfte, woher auch immer sie kommen, brauchen selbst einen Wohnort. Werden ganze Kolonnen importiert, um die Gebäude zu errichten, erhöhen genau diese Menschen die Wohnungsnachfrage auf demselben Markt, der verbilligt werden soll.

Während des Immobilienbooms begann Spanien mehr Wohnungen zu bauen als **Frankreich, Italien und Deutschland** zusammen. Die Preise stiegen trotzdem weiter.

## Wenn die Nachfrage schneller wächst als das Angebot

Ein anderer Ansatz richtet den Blick auf die Nachfrager. Spanien hatte **40 Millionen** Einwohner im Jahr 1998 und überschreitet **48,6 Millionen** im Jahr 2025, laut dem INE. Ein kursierendes Argument besagt, dass rund **90 %** dieser Zuzüge aus Amerika stammen, nicht aus Afrika. Es ist eine umstrittene Zahl, keine offiziell zitierte Statistik.

Darauf aufbauend schlagen manche vor, die Migrationsnachfrage zu senken: Abschiebung derer ohne Arbeitsvertrag, Aberkennung der Staatsbürgerschaft bei allen ohne in Spanien geborenen Elternteil, Einstellungsverbot für Ausländer, solange arbeitslose Spanier gemeldet sind —wie in der **Schweiz** und in **Andorra**— sowie Einschränkung der Touristenvisa aus Südamerika und Afrika.

## Was es kosten würde, die Nachfrage anzufassen

Eine rückwirkende Aberkennung der Staatsbürgerschaft würde eine Reform der **Verfassung** erfordern — etwas, das keine Partei mit Parlamentssitzen ernsthaft vorgeschlagen hat. Weniger Arbeitserlaubnisse senkten die Sozialausgaben, aber auch die Steuereinnahmen, sofern diese Menschen bereits beschäftigt waren.

Wer diesen Weg befürwortet, hält höhere Löhne für möglich, sobald die Konkurrenz durch billige Arbeitskräfte wegfällt. Wer ihn ablehnt, warnt vor einem direkten Schlag gegen Branchen wie das Bauwesen, die Gastronomie oder die Landwirtschaft. Es geht um Geld und Recht: Offizielle Quellen prüfen, bevor man Schlüsse zieht, ist ratsam.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (9 Antworten).

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