Spaniens PP kehrt zur Strategie von 2023 zurück: VOX angreifen und verlieren

Der PP aktiviert erneut seine Angriffe auf VOX und die taktische Stimmabgabe, während Teile seines rechten Wählerpotenzials zur VOX wechseln, so die Kritik an der Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens PP kehrt zur Strategie von 2023 zurück: VOX angreifen und verlieren
Der PP wiederholt das Drehbuch von 2023: VOX angreifen und verlieren

Der Partido Popular (Spaniens große konservative Partei) hat die Maschinerie erneut aktiviert, die ihm laut der Debatte-Kritik 2023 bereits teuer zu stehen kam: VOX ins Zentrum des Visiers rücken und für die taktische Stimmabgabe gegen die «radikale Partei» werben. Die These, die in nahestehenden Medien kursiert, lautet, Sánchez blähe VOX künstlich auf, um der Rechten Stimmen wegzunehmen, und die Antwort müsse sein, die Stimmen auf den PP zu konzentrieren. Das Problem, so die Kritiker, sei, dass genau dieser mentale Rahmen der PSOE in die Karten spielt: Er macht jeden Wahlkampf zu einer Volksabstimmung über den inneren Gegner der Rechten und lässt den PP ohne eigenes Profil bei Schulden, Kürzungen oder Regierungsführung.

Cayetana Álvarez de Toledo hat im Fernsehen erneut das Argument wiederholt, man müsse dem PP gegenüber der VOX-Bedrohung «breite Wählerzustimmung» verschaffen. Die Szene sei, so ihre Verfolger, eine Kopie des Fehlers von vor zwei Jahren. Und die Diagnose, die sich bei einem Großteil des rechten Elektorats durchsetzt, lautet laut den Teilnehmern: Die «taktische Stimme» hat den Sanchismus nicht aufgehalten – sie hat allenfalls den Zweiparteienstaat gestützt.

Die Wahltrechnung, die der PP nicht anstellen will

Der PP existiert, so die meistgeäußerte Analyse im Thread, um zu verhindern, dass Parteien rechts von ihm an Popularität gewinnen. Diese Funktion erfüllt er effektiv: Er schließt die Reihen um das Zweiparteiensystem und präsentiert sich als einziger Damm gegen die Regierung. Der Preis ist jedoch, dass sich sein natürliches Elektorat verwaist fühlt. Manche behaupten, sobald VOX die 20 %-Marke überschreite, höre man den Schaden für den PP «bis nach Australien». Die Blutung, so heißt es, sei in internen Umfragen bereits sichtbar.

Die Paradoxie: Der PP kann sich weder den frontalen Angriff noch die Gleichdistanz leisten. Nennt er VOX «Nancy», verliert er Wähler nach rechts. Normalisiert er ein Bündnis, verliert er sie in der Mitte. In diesem Labyrinth führen alle Wege zu Ayuso, die als einzige Figur mit eigenem Spielraum erscheint.

Warum der PP lieber verliert, als sich mit VOX zu verbünden

Die meistverbreitete Antwort hat mit der Verteilung der Macht zu tun. Ein Bündnis mit VOX bedeutete den Verzicht auf öffentliche Posten, Regionalministerien und Sessel. Und das vorrangige Ziel des PP sei es, so diese Lesart, nicht das Leben der Spanier zu verbessern, sondern möglichst viele Gesinnungsgenossen in der Verwaltung unterzubringen. Allein regieren sei der einzige Weg, das ohne Gegengewicht zu tun.

Dazu kommt die Angst vor den Folgen. Manche weisen darauf hin, dass die Kassen leer sind und eine PP-Regierung unpopuläre Kürzungen durchsetzen müsste. Und dass die Linke bereits gewarnt habe, es werde keinen Frieden auf den Straßen geben, wenn die Rechte regiert. Besser, der Gegner übernimmt den Verschleiß.

Der rechte Wähler, der nicht mehr an die taktische Stimme glaubt

Das Argument der taktischen Stimmabgabe hat sich abgenutzt. Wer sich 2023 zwischen PP und VOX unsicher war, hat das Ergebnis bereits gesehen: Die «taktische Stimme» hat den Sanchismus nicht gestoppt. Und wer noch zögert, dem hält man vor Augen, dass Cándido Conde-Pumpido nur deshalb dort ist, wo er ist, weil der PP für ihn gestimmt hat. Dafür dient die taktische Stimme, so das Fazit.

Die Folge ist, dass die Abwanderung der Stimmen zur VOX sich beschleunigt, so die Teilnehmer. Die Wähler zögern nicht: Sie wechseln massenhaft. Der Wahlkampf des PP beschleunigt dies, statt es aufzuhalten, jedes Mal, wenn er den Fokus auf den inneren Gegner statt auf die Regierung richtet.

Der PP als blauer PSOE: Die These, die sich festigt

Die Idee, dass PP und PSOE ein und dasselbe sind, ist kein Spottspruch mehr, sondern hat sich in der Analyse etabliert. Beide Parteien brauchen einander, beide teilen sich das Theater des Zweiparteiensystems, und beide haben Korruptionsfälle angehäuft, ohne dass ihr Elektorat sich regt. Der PP, so diese Lesart, täuscht niemanden: Er verrät. Und der PSOE legt zumindest offen.

Das Ergebnis ist ein Elektorat, das sich gleichermaßen betrogen fühlt. Die Enthaltung wächst unter denen, die meinen, dass Wählen nur die beiden üblichen Parteien legitimierte. Und wer weiterhin wählt, tut dies zunehmend, als wähle er zwischen zwei bekannten Übeln.

Was am 29-N passieren kann

Unter diesen Vorzeichen ist das wahrscheinlichste Szenario, dass der PP Stimmen nach rechts verliert und sie in der Mitte nicht zurückgewinnt. Die Prognose, mit Vorbehalt: Überschreitet VOX die 20-%-Schwelle, lässt sich der Debakel der Volkspartei kaum verbergen. Tut sie es nicht, hat der PP den Wahlkampf damit verbracht, über VOX zu sprechen statt über das, was die Spanier beschäftigt. In beiden Fällen heißt der Gewinner Sánchez.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (57 Antworten).

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