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Mazón und die fünf Stunden des Schweigens nach der DANA
Carlos Mazón war am 29. Oktober laut Berichten über fünfeinhalb Stunden nicht erreichbar, während die Flutkatastrophe in Valencia tobte.
Am Nachmittag des 29. Oktober 2024, als der Barranco del Poyo zur tödlichen Falle für Dutzende Anwohner wurde, blieb Carlos Mazón, der Präsident der Generalitat Valenciana (Regionalregierung), laut kursierenden Berechnungen fünfeinhalb Stunden lang nicht auffindbar. Zwischen 15:00 und 20:28 Uhr reagierte sein Telefon nicht. Die Generalitat versendete die Massenwarnung auf Handys erst um 20:11 Uhr, als das Wasser bereits ganze Ortschaften verwüstet hatte. Die zentrale Frage lautet seither: Wo war der Mann, der den Notstand koordinieren sollte?
Was tat Mazón zwischen 15:00 und 20:28 Uhr?
Diese Lücke von fünfeinhalb Stunden nährte alle möglichen Spekulationen. Die offizielle Version hat den Aufenthaltsort des Präsidenten während dieser kritischen Phase nie präzise dargelegt. Manche behaupten, er sei bei einem Essen mit einer Journalistin gewesen, eine Hypothese, die in digitalen Foren hartnäckig wiederholt wird. Andere Theorien sprechen von einem langen Mittagessen, einem Nickerchen oder einem informellen Treffen. Nichts davon wurde offiziell bestätigt. Das einzige Verifizierbare ist, dass der Präsident erst nach 20:00 Uhr im Koordinationszentrum für Notfälle erschien, als die Katastrophe bereits irreversibel war.
Das Fehlen einer klaren und schnellen Erklärung – das elementarste Mittel eines Krisenmanagers – wurde zum Hauptargument der Opposition und zu einer Last, die sich die PP (Partido Popular) nicht abschütteln konnte. Die zynischste Analyse besagt einfach: Wer nicht erklären kann, wo er war, war an einem Ort, den er nicht nennen möchte.
Die verspätete Warnung und die Debatte um Zuständigkeiten
Der Zivilschutzalarm wurde erst um 20:11 Uhr ausgelöst, als der Barranco del Poyo bereits über die Ufer getreten war und das Wasser durch die Straßen von Paiporta, Picanya und Torrent floss. Die Confederación Hidrográfica del Júcar (CHJ, hydrografische Konföderation des Júcar) leitete die kritischen Informationen nicht rechtzeitig weiter. Die AEMET (spanischer Wetterdienst) hatte vor starken Regenfällen gewarnt, aber nicht vor dem tatsächlichen Ausmaß des Ereignisses. Die Zentralregierung sperrte weder die Autobahn A-7 noch die A-3. Jede Verwaltung zeigt auf die nächste.
Das Argument der Verteidiger der Regionalregierung ist, dass die Verantwortung geteilt sei: Die CHJ hängt vom Ministerium für ökologischen Wandel ab, die AEMET vom Umweltministerium, und die Koordination der Notfälle liegt in regionaler Kompetenz. Die Opposition hält dagegen, dass die Generalitat die ausschließliche Zuständigkeit für den Zivilschutz habe und die Warnung hätte Stunden früher gesendet werden können. Der Ermittlungsrichter hat diese Frage noch nicht geklärt.
Die politischen Kosten: Rücktritt, Gefängnis oder lebenslanges Gehalt
Mazón ist politisch tot. Zu diesem Schluss kommen sowohl seine Kritiker als auch ein großer Teil seiner eigenen Partei. In der PP gibt es Stimmen, die seinen Rücktritt fordern, um das Kapitel vor den nächsten Wahlen abzuschließen, doch der Präsident weigert sich. Der Grund ist laut Analysen nicht ideologisch: Wenn er vor Ende der Legislaturperiode geht, verliert er das Ex-Präsidenten-Gehalt, den offiziellen Wagen und den Personenschutz. Das valencianische Gesetz garantiert diese Privilegien nur denen, die ihre Amtszeit vollständig absolvieren.
Die Paradoxie besteht darin, dass sein Verbleib die Partei belastet, sein vorzeitiger Abgang ihn jedoch finanziell ruiniert. Die PP hat keine Formel gefunden, um dieses Dilemma zu lösen. Währenddessen schreitet die gerichtliche Untersuchung voran, und Anhörungen in den Corts (Parlament) folgen aufeinander, ohne dass jemand bisher die letzte politische Verantwortung übernommen hat.
Der Wiederaufbau: Vier Monate später fehlen immer noch Brücken
Vier Monate nach der Flut schreitet der Wiederaufbau ungleichmäßig voran. In Picanya wurde nur eine Brücke gerettet, und das Militär musste eine Behelfsbrücke errichten, damit die Anwohner nicht durch den Flusslauf des Barrancos gehen mussten. Auf der Schnellstraße Torrent-Valencia dauern die Arbeiten zur Reparatur eines Abschnitts seit über einem Monat. Manche argumentieren, dass die 1 Milliarde Euro, die an die Ukraine geschickt wurden, oder die Ausgaben für institutionelle Werbung hätten in die betroffenen Gebiete fließen sollen.
Das Management des Wiederaufbaus hängt von der jeweiligen Gemeinde ab: In einigen Städten wurde nur das Nötigste geflickt, um funktionsfähig zu bleiben; in anderen wurde gar nichts getan. Die vorherrschende Stimmung ist, dass der erste Jahrestag der Flut eintreten wird, bevor Normalität zurückkehrt.
Der Fall Mazón ist zum Symbol für etwas Tieferes geworden: die Unfähigkeit des spanischen Institutionensystems, einen klimatischen Notfall zu koordinieren. Die Frage, was der Präsident zwischen 15:00 und 20:28 Uhr tat, bleibt weiterhin unbeantwortet. Und sie wird wahrscheinlich niemals beantwortet werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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