Abkommen mit den USA: Spanien nimmt 500 Nicaraguaner auf, Kritik am Programm wächst

Die spanische Regierung nimmt 500 Nicaraguaner im Rahmen eines Abkommens mit den USA auf, während frühere Ankömmlinge über niedrigere Löhne und ausgebliebene Hilfen klagen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Abkommen mit den USA: Spanien nimmt 500 Nicaraguaner auf, Kritik am Programm wächst
Abkommen mit den USA: 500 Nicaraguaner kommen nach Spanien – und das Programm bekommt eigene Risse

Die spanische Regierung hat ein neues Kontingent von 500 zentralamerikanischen Flüchtlingen aufgenommen, überwiegend Nicaraguaner, auf Grundlage der Abkommen mit den USA und Kanada, die den Migrationsdruck auf Washington verringern sollen. Sie kommen nach Valladolid, in die von Accem betriebene Aufnahmestelle San Viator, und sollen dort in Photovoltaikanlagen der Region arbeiten. So die offizielle Erzählung. Das Problem: Die ersten, die im Dezember 2023 kamen, haben bereits erzählt, wie es für sie lief.

Das Beispiel macht wenig Hoffnung. Vor einem Jahr kamen 80 Nicaraguaner mit dem Versprechen von Ausbildung und Arbeit als Installateure in einem Solarpark in Villalba de los Alcores. Drei Monate später stellte sich heraus, dass die Anlage nur ein Projekt war. Als sie schließlich arbeiteten, dann als Bauhilfsarbeiter, nicht als Installateure. Und für weniger als vereinbart: 17.000 Euro im Jahr statt der versprochenen 19.000, so die gesammelten Aussagen.



Hilfen, die ausbleiben, und eine Vereinbarung, die nicht eingehalten wird

Das Ministerio de Migraciones (Migrationsministerium) hatte zugesagt, die erste Monatsmiete, die Kaution und die Verpflegung in dieser Zeit zu übernehmen. Mehrere Programmteilnehmer beklagen, dass diese Zuschüsse vielen der 2023 Angekommenen nicht gewährt wurden. „Ich habe keinerlei Hilfe vom Ministerium erhalten, man hat uns vergessen“, erzählt einer der Betroffenen. Der Abstand zwischen dem Vereinbarten und dem Umgesetzten wird allmählich zum Muster.

Es gibt mehr. Die Aussagen berichten von Arbeitsplatzschikanen und rassistischen Vorfällen. In einem Fall baten einige nach dem Tod eines Arbeiters bei einem Arbeitsunfall um wasserdichte Stiefel und Thermofutter für die Arbeit bei Kälte und Regen. Die Antwort, die sie angeblich erhielten: Sie würden „zu viel verlangen und fordern“ und sollten „mehr Kondome benutzen“. Zudem wurden sie abwertend als „Exilierte“ bezeichnet. Dies sind Vorwürfe, die das Ministerium nicht öffentlich bestätigt hat und die diese Zeitung den Betroffenen selbst zuschreibt.

Wie funktioniert das Abkommen mit den USA zur Aufnahme von Flüchtlingen?

Der Mechanismus stützt sich auf vier Safe-Mobility-Büros in Costa Rica, Kolumbien, Ecuador und Guatemala, die vom Weißen Haus konzipiert und von UNHCR und IOM verwaltet werden. Asylsuchende beantragen ihre Verlegung in Länder wie Spanien, die ausgehandelte Kontingente aufnehmen. NGOs filtern die Schutzbedürftigsten heraus und prüfen, ob sie in Polizeidateien erfasst sind. Das erklärte Ziel: den Druck auf Washington verringern und einen legalen, geordneten Weg anbieten.

In der Praxis hängt das Programm davon ab, dass jemand für die Neuankömmlinge Arbeit findet. Genau dort hakt es. Die versprochene Ausbildung führt nicht immer zu dem versprochenen Job, und der vereinbarte Lohn taucht nicht immer auf der Gehaltsabrechnung auf. Unterdessen ist das neue Kontingent bereits in Valladolid, und die Familien fangen bei null an – mit denselben Versprechen auf dem Tisch.



Die Frage ist nicht, ob Spanien 500 Menschen aufnehmen kann. Die Frage ist, ob das Programm, das vorgibt, sie aufzunehmen, so konzipiert ist, dass sie nicht am Ende dasselbe erzählen wie die vor ihnen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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