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Maduro nennt Jesus „Palästinenser“ und beschuldigt „spanisches Imperium“
Maduro behauptet, Jesus sei in „Palästina“ geboren und vom „spanischen Imperium“ verurteilt worden; im Video spricht er jedoch zunächst vom „römischen Reich“.
Maduro bezeichnet Jesus als „palästinensisches Kind“ und macht das „spanische Imperium“ verantwortlich
Wie viele Imperien braucht man, um einen einzigen Mann zu verurteilen? Nicolás Maduro fallen zwei ein, aber nur eines davon existierte tatsächlich. In Minute 0:38 des Videos, das derzeit in den sozialen Medien kursiert, spricht der venezolanische Präsident vom Römischen Reich. Vierzig Sekunden später, bei 1:19, behauptet er, „Jesus Christus war ein palästinensisches Kind, das zu Unrecht vom spanischen Imperium und den Oligarchien verurteilt wurde, die die Region religiös dominierten“. Der Versprecher – falls es einer ist – hat die öffentliche Debatte im spanischsprachigen Raum erschüttert.
Die Äußerungen fielen während seiner Sendung Con Maduro +, wo der Staatschef, der sich selbst als praktizierenden Christen und Betenden bezeichnet, Jesus als „den ersten bekannten Antiimperialisten der modernen Geschichte, zumindest der letzten drei Jahrtausende“ darstellte.
Was sagte Maduro über Palästina und den Gaza-Krieg?
Er erklärte, „unser Herr wurde in Bethlehem, Palästina, geboren“, und fügte hinzu, dass es zur Zeit seiner Geburt vor Tausenden von Jahren „Palästina“ gewesen sei. Im selben Abschnitt prangerte er den „Völkermord“ am palästinensischen Volk in Gaza durch Israel an, betonte, dass „das palästinensische Volk seit 75 Jahren einem neuen Apartheid unterworfen ist“, und kritisierte die USA sowie „die europäischen Regierungen“, die „Millionen Dollar für Waffen“ bereitstellen, während sie wegschauen, wie El Universal berichtete.
Der Abschluss der Rede war wie üblich: Waffenstillstand, Friedensabkommen und Verhandlungen unter UN-Rahmenbedingungen. Maduro schloss sich der humanitären Hilfe für den Gazastreifen an und unterstützte seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan, der vermitteln will: „Ich stimme völlig mit meinem Bruder Erdogan überein. Weise Worte.“
Das Video widerspricht sich zwischen Minute 0:38 und 1:19 selbst
Diese Diskrepanz steht im Zentrum der Kontroverse. An einer Stelle wird korrekt das Römische Reich genannt; an anderer Stelle wird das spanische Imperium für die Kreuzigung verantwortlich gemacht. Daraus ergeben sich zwei unvereinbare Lesarten. Die eine geht von einem Teleprompter-Lapsus aus, einem falsch gelesenen Wort, das niemand korrigierte. Die andere vermutet einen manipulierten Schnitt, obwohl dieser Vorwurf ohne Beweise erhoben wird: Das verfügbare Video zeigt einen kontinuierlichen Ablauf der Ansprache.
Bemerkenswert ist jedoch, dass auch die wohlwollendste Korrektur das Gesamtbild nicht rettet. Ein Imperium durch ein anderes zu ersetzen, behebt ein Wort, aber nicht die gesamte Erzählung.
Historische Fehler, die sich nicht durch einen Wechsel des Imperiums beheben lassen
Der erste Einwand ist geografischer Natur: Es handelte sich um Judäa oder Galiläa, nicht um Palästina als politisches Gebilde Jahrhunderte zuvor. Der zweite ist juristischer Art. In den Evangelien fragt der römische Statthalter, warum er einen Mann hinrichten soll, der nichts Böses getan hat; es ist der Druck der Pharisäer, der ihn zur Unterschrift bewegt und die Freilassung des geständigen Räubers Barabbas erwirkt. Die imperiale Macht wird hier als unbehaglich dargestellt, nicht als Vollstrecker der Hinrichtung.
Hinzu kommt ein Detail, das kaum jemand hervorhebt: Die Evangelisten schreiben in einem romfreundlichen Ton, und Paulus, der eigentliche Architekt des Christentums als Weltreligion, war römischer Bürger. Dies in eine antiimperialistische Episode des 21. Jahrhunderts umzudeuten, erfordert einen Sprung, den der Text selbst nicht trägt.
Wer ist Nicolás Maduro in religiösen Fragen?
Er bekennt sich zum praktizierenden Katholizismus. Biografische Daten deuten zudem auf eine väterliche Abstammung mit sephardischem Hintergrund von Curaçao hin, und 2012 wurde berichtet, er folge dem indischen Guru Sathya Sai Baba. Diese Mischung – erklärtes Christentum, jüdische Wurzeln und östlicher Mystizismus – ist mindestens ungewöhnlich für jemanden, der es wagt, die Chronologie des Römischen Reiches zu korrigieren.
Warum wird der Vorfall eher als Symptom denn als Anekdote gewertet
Manche tun es als irrelevanten Fehltritt ab, andere sehen darin ein Zeichen für das Niveau der heutigen Führungsschicht, bei der ein Politiker, der sich als Antiimperialist ausgibt, sich mit den Imperien verheddert. Eine dritte, unbequemere Lesart weist darauf hin, dass der Lapsus mit einem sehr konkreten politischen Rahmen zusammenfällt: Spanien als permanente Kolonialmacht in jeder Epoche darzustellen, dient jeder Demagogie.
Auch taucht in Teilen der Diskussion die Versuchung auf, den Fall als Material für feindselige Verallgemeinerungen gegen Venezolaner und Migranten zu nutzen. Dies ist ein unbegründeter Schluss: Aus einem historischen Fehler in einer Fernsehsendung lässt sich nichts über eine ganze Gruppe ableiten.
Wenn jemand das Protokoll der Kreuzigung findet, das in Madrid unterschrieben wurde, soll er es veröffentlichen. Bis dahin ist das einzige überprüfbare Dokument ein Video, in dem derselbe Mann zwei Imperien nennt und nur bei dem recht hat, das längst nicht mehr existiert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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