Madrid überschreitet die Marke von 7 Millionen und saugt bereits drei Provinzen auf
Wie viele Menschen passen nach Madrid, bevor es aufhört, Madrid zu sein? Die offiziellen Zahlen liegen vor: 7 Millionen Einwohner in der Autonomen Gemeinschaft, und das kontinuierliche Melderegister deutet auf etwa 700.000 zusätzliche Bewohner pro Jahr im ganzen Land hin, wobei die Hauptstadt und ihr Umland das Hauptziel sind. Das Stadtgebiet hat seit langem seine Kapazitätsgrenze erreicht – Sanchinarro, Las Tablas oder Montecarmelo haben den verfügbaren Boden ausgeschöpft –, sodass das Wachstum dorthin abdriftet, wo noch günstiger Baugrund vorhanden ist: zum Henares-Korridor, zum Norden Toledos und zum Süden Segovias.
Die Folge ist ein urbaner Fleck, der nicht mehr an der M-40 endet. El Espinar (Segovia) und Guadalajara-Stadt liegen beide nur 60 Kilometer entfernt über ihre jeweiligen Autobahnen, und dazwischen gibt es kein Feld mehr: Es gibt Schlafstadtgemeinden. Wer die A-6 von Salamanca aus befährt, sieht durchgehende urbane Strukturen bis weit über den Kilometer 60 hinaus. Wer über die A-5 fährt, findet erst in Talavera eine relevante Stadt. Die Geografie Spaniens ordnet sich neu um einen einzigen Magneten herum.
Warum wächst Madrid und nicht der Rest Spaniens?
Weil Arbeitsplätze, Gesundheitsversorgung und Verkehr dort konzentriert sind. Die Daten des Melderegisters zeigen ein unbequemes Muster: Selbst bei hohen jährlichen Zuzügen wachsen westliche Provinzen wie León, Zamora, Salamanca, Cáceres und Badajoz sowie einige südliche wie Córdoba oder Jaén kaum. Die neue Bevölkerung zieht es eher an die Mittelmeerküste, zu den Balearen, ins Ebro-Tal, ins Baskenland und vor allem nach Madrid mit seinen Nachbarprovinzen.
Der Effekt zeigt sich in den Preisen. In Toledo-Stadt kostet Wohnraum die Hälfte dessen, was in Madrid gezahlt wird, und das macht die Provinz zu einer Schlafstadt mit Vorortbahn und gesättigter Autobahn. Dieselbe Logik treibt Guadalajara und den Süden Segovias. Manche argumentieren, dass der Markt löst, was die Politik nicht schafft: Wenn man sich Madrid nicht leisten kann, schläft man in Illescas oder Seseña. Das Problem ist, dass die Straßen immer noch dieselben Fahrspuren haben wie in den Neunzigern.
Immobilienpreise und die Boden-Falle
Das Angebot hält nicht Schritt. Im Zentrum Madrids werden Wohnungen immer kleiner, und der Neubau liegt auf einem Tiefstand, während die Nachfrage explodiert. Das Ergebnis ist eine Spannung, die jene, die sich keine Wohnung in der Hauptstadt leisten können, nach außen drängt, und jene, die nahe am Arbeitsplatz sein müssen, nach innen. Mehr als 30.000 Einwohner machen eine Gemeinde im Umland bereits zu einem Ort mit Infrastruktur, und das nährt den Prozess weiter: Je stärker Illescas oder Seseña wachsen, desto mehr Menschen betrachten sie als bewohnbar.
Es gibt einen administrativen Engpass, über den kaum jemand streitet: Die Änderung der Nutzung eines Gebäudes ist langsam und unsicher. Der zirkulierende Vorschlag ist einfach – eine maximale Frist für Einsprüche der Verwaltung und, wenn diese nicht eingehen, eine stillschweigende Genehmigung –, aber er kommt nicht wirklich voran. Inzwischen wird Bauland nur tropfenweise umgewidmet, und der Preis erledigt den Rest.
Das leere Spanien, während Madrid sich füllt
Der Kontrast ist brutal. Während die Region Madrid sich darauf vorbereitet, in wenigen Jahren 10 Millionen Einwohner zu erreichen, verlieren weite Gebiete im Landesinneren ohne Bremse Bevölkerung. Madrid in jede Himmelsrichtung zu verlassen bedeutet, laut denen, die dies erlebt haben: „Feld, Feld und noch mehr Feld“. Auf der A-66 zwischen Mérida und Sevilla gibt es 300 Kilometer ohne relevante Ortschaften. Diese Konzentration ist kein Zufall, sondern eine de facto-Politik.
Die Diskussion über das demografische Modell kreuzt hier mit einem unbequemeren Thema: der Rolle der Immigration beim Wachstum. Ein Teil der Analyse behauptet, dass die spanische Bevölkerung ohne positive Nettozuwanderung sinken würde; ein anderer Teil diskutiert das Volumen und die Zusammensetzung dieser Ströme. Die Daten des Melderegisters zeigen, dass sich der positive Saldo in dynamischen Gebieten konzentriert, nicht in jenen, die sich entleeren.
Kann die Konzentration in Madrid gestoppt werden?
Es gibt keinen Konsens. Einige befürworten Anreize zur Ansiedlung von Bevölkerung im „leeren Spanien“; andere bezweifeln direkt, dass überhaupt etwas getan werden kann. Die Trägheit des Arbeitsmarktes und das Verkehrsnetz wirken in die Gegenrichtung. Und manche erinnern daran, dass dieser Prozess nicht neu ist: Im letzten Jahrhundert hörten Fuencarral, Hortaleza, Vicálvaro oder Vallecas auf, unabhängige Gemeinden zu sein, und wurden Bezirke. Was wir heute als Umland bezeichnen, ist das Madrid in dreißig Jahren.
Die vollständige Berechnung, mit den jährlichen Strömen aufgeschlüsselt nach Provinz und verglichenen Preisen zwischen Stadtzentrum und Gürtel, ergibt ein Bild, das keine offizielle Statistik vollständig zusammenfasst. Die Frage ist nicht, ob Madrid weiter wachsen wird. Sie lautet, wie lange es dauert, bis der Rest des Landes merkt, dass er nicht mehr gegen Madrid konkurriert: Er konkurriert gegen seinen Ballungsraum.
Am Ende hat die Hauptstadt Toledo, Guadalajara und halb Segovia absorbiert, und es gibt immer noch Leute, die diskutieren, ob das Problem der Wohnraum oder die Menschen sind. Wahrscheinlich beides. Aber nur eines davon kann gebaut werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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