Madrid Pride: 148 Mio. Euro Umsatz, Hälfte der Prognose

Der Madrid Pride generierte 148 Millionen Euro, nur die Hälfte der von Hostelería Madrid erwarteten 300 Millionen. Die Ausgaben pro Kopf blieben stabil, doch die Besucherzahl sank auf eine Million.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrid Pride: 148 Mio. Euro Umsatz, Hälfte der Prognose
Madrid Pride bringt 148 Millionen ein, die Hälfte der Erwartung

Die Pride-Woche in Madrid endete mit einem Gastro-Umsatz von 148 Millionen Euro, weniger als die Hälfte der 300 Millionen, die der Verband Hostelería Madrid kurz zuvor prognostiziert hatte. Der Branchenverband hatte zwei Millionen Besucher und einen Anteil von 35% Touristen erwartet; tatsächlich kamen etwa eine Million Gäste. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Person blieben konstant, aber das Gesamtvolumen brach ein. Die vom Ayuntamiento (Stadtverwaltung) genehmigte Verlängerung der Öffnungszeiten um zwei Stunden, gültig von der Nacht des 28. Juni bis zum Samstag, den 1. Juli, reichte nicht aus, um das Defizit zu kompensieren.

Die tägliche Aufschlüsselung zeigt den Kontrast deutlich: 54 Millionen Euro täglich am Freitag und Samstag, 13 Millionen an Mittwoch, Donnerstag und Sonntag. Im Vergleich zur Prognose von 108 Millionen für das Wochenende und 81 Millionen für die restlichen Tage liegt der Rückgang bei rund 50%. Juan José Blardony, Geschäftsführer des Verbands, bezeichnete die Umsatzergebnisse als „positiv“ und betonte, dass die Zeitverlängerung den Betrieb ermöglicht habe. Die Stimmung in der Branche ist freundlich, die Arithmetik weniger.

Was bei den Prognosen von Hostelería Madrid schiefging

Der Verband kalkulierte mit täglichen Durchschnittsausgaben von 80 Euro pro Tourist am Wochenende und 40 Euro für nationale Besucher. Mit diesen Zahlen und zwei Millionen Teilnehmern ging die Rechnung auf. Das Problem lag in der Zählung: Die Teilnehmerzahl halbierte sich. Es gab keinen Einbruch beim durchschnittlichen Ticketpreis, sondern beim tatsächlichen Andrang. Der Fehler lag nicht im Preis des Bieres, sondern in der Kapazität.

Einige argumentieren, der Kalender sei ungünstig gewesen: Der Pride startete am Mittwoch, den 28., und endete am Sonntag, noch belastet durch die Nachwehen der Pandemie in den Geldbörsen. Andere sehen veränderte Gewohnheiten: Das junge Publikum, das früher das Zentrum dominierte, weicht nun auf kostenlose Trinkgelage („botellones“) in Peripherie, Parks ohne Anwohner oder Industriegebiete aus, weil ein Drink für zehn Euro in einer beliebigen Bar selbst für Enthusiasten unerschwinglich geworden ist. Das große Gratis-Trinkgelage der späten Peseta- und frühen Euro-Zeit wandelte sich in ein kostenpflichtiges Event, und dieses wurde teuer.

Die Zeitverlängerung, die die Kasse nicht rettete

Das Ayuntamiento bestätigte zwei zusätzliche Öffnungsstunden für alle Gastronomie- und Freizeitbetriebe der Stadt. Diese Maßnahme, vom Verband begrüßt, sollte die nächtlichen Ausgaben erfassen. Die Enddaten zeigen jedoch nur einen marginalen Effekt: Das Wochenende brachte 108 Millionen ein, während die übrigen Tage kaum mehr als 39 Millionen addierten. Die Nacht kompensierte nicht, was der Tag nicht ausgegeben hatte.

Die unbequemere Sichtweise kommt von den Anwohnern im Zentrum. Man bemerkt weniger Menschen als im Vorjahr, weniger Begeisterung, weniger Flaggen in den Geschäften. Was nicht zurückgegangen ist, sind Müll, Lärm in den frühen Morgenstunden und chaotische Terrassen. Die Reinigungskosten bleiben gleich hoch, auch wenn die Einnahmen nur halb so groß sind.

Die Erzählung vom Einbruch und ihre zwei Versionen

Ein Teil der Analyse führt den Rückgang auf die Abnutzung der institutionellen Rhetorik gegenüber der Community zurück. Es wird argumentiert, dass ein feindseliges politisches Klima die Teilnahme hemmt und Teile des Publikums dazu bewegt, in anderen Städten oder im Ausland zu feiern. Dem steht ein hartnäckiger Fakt entgegen: Die Durchschnittsausgaben blieben stabil. Wäre Angst das Problem gewesen, hätte man keine stabilen Ticketpreise gesehen; wäre es der Preis gewesen, wären die Preise gefallen, nicht die Besucherzahlen.

Die andere Strömung verweist auf die Haushaltslage der Privatpersonen. Bei hoher Inflation konkurriert der Pride mit dem Einkaufskorb und der Miete. Feiern ist kein minderwertiges Gut, aber auch nicht immun gegen den Wirtschaftszyklus. Wenn das Geld knapp wird, wird zuerst das Entbehrliche gestrichen, und eine Woche Feierlichkeiten zu Hauptstadtpreisen ist für viele entbehrlich.

Die Berechnung, die verwirrt

Vergleicht man Prognosen mit Ergebnissen, übersteigt die Lücke 150 Millionen Euro. Der Verband erwartete allein am Freitag und Samstag 216 Millionen; erreicht wurden 108. Für die restlichen Tage waren 81 Millionen prognostiziert; es wurden 39. Die vollständige Aufschlüsselung zeigt Differenzen, die selbst regelmäßige Beobachter dieser Events überraschen.

Die Details finden sich in der Originalquelle: Wie wurde die Zahl von zwei Millionen Teilnehmern ermittelt, welche Methodik nutzte der Verband und warum blieben die Ausgaben pro Kopf stabil, während sich die Besucherzahl halbierte? Dort liegt die Geschichte, die keine Pressemitteilung zusammenfasst.



Der Madrid Pride erzielte nur die Hälfte des versprochenen Umsatzes, bei gleichem Durchschnittspreis und halbem Publikum. Die nächste Ausgabe wird zeigen, ob dies ein Durchhänger oder ein Strukturwandel war. Bislang hat nur die Zahl des gesammelten Mülls nicht enttäuscht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (187 Antworten).

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