Madrid: Miete bei 1.600 € übersteigt Durchschnittsgehalt von 2.077 €

In Madrid kostet eine 45-m²-Wohnung 1.600 € monatlich, während das Durchschnittsgehalt bei 2.077 € liegt. Diese Zahlen passen nicht zusammen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrid: Miete bei 1.600 € übersteigt Durchschnittsgehalt von 2.077 €
Madrid: 1.600 € Miete bei einem Durchschnittsgehalt von 27.000 €

Eine 45 Quadratmeter große Wohnung in einem halb-gentrifizierten Viertel von Madrid wird für 1.600 Euro pro Monat angeboten. Das zitierte Durchschnittsgehalt der Hauptstadt beträgt 2.077 Euro monatlich; eine andere Referenz im Thread spricht von 27.000 Euro Bruttojahresgehalt. Die Rechnung braucht keinen Taschenrechner. Die Miete verschlingt den Großteil des Durchschnittslohns und lässt kaum Spielraum für Essen, Strom und Transport. Die Frage, die jede Analyse überschattet, ist, ob dies eine vorübergehende Anomalie oder das neue Normalniveau der Stadt ist.

Miete versus Durchschnittsgehalt in Madrid

Die Daten zum Durchschnittsgehalt werden infrage gestellt, noch bevor sie verwendet werden. Wenn dieser Durchschnitt hohe Einkommen wohlhabender Neuankömmlinge aus dem Ausland einschließt, ist die Position des normalen Arbeitnehmers schlechter als die offizielle Zahl suggeriert. Von diesem Punkt aus betrachtet, bedeutet Wohnen in Madrid nicht nur Anstrengung: Es geht darum, wie viel nach Bezahlung der Unterkunft übrig bleibt. Und es bleibt wenig.

Einige argumentieren, dass das eigentliche Problem nicht der Preis ist, sondern die Bereitschaft, ihn zu zahlen. Die Existenz von geteilten Billigzimmern, Untervermietungen und Vereinbarungen zwischen mehreren Personen, um in eine Wohnung zu kommen, deutet darauf hin, dass es Nachfrage gibt, die bereit ist, alles zu unterschreiben, um bleiben zu können. Diese Bereitschaft stützt den Preis, nicht eine böse unsichtbare Hand.

Zweitausend gebaute Wohnungen und mehr als hunderttausend neue Erwachsene

Die genannten Zahlen zum Madrider Boden sind schwer in Einklang zu bringen. Laut den kursierenden Daten wurden in der Autonomen Gemeinschaft Madrid in einem Jahr etwa 2.000 Wohnungen gebaut, während im selben Zeitraum mehr als hunderttausend neue Erwachsene in die Region kamen. Wenn diese Lücke real ist, kann keine Politik zur Mobilität, zum sozialen Mietwohnungsbau oder zu Steuerbonifikationen das Loch stopfen.

Das Missverhältnis erklärt, warum Neubau den Markt nicht abkühlt. Gebaut wird dort, wo die Rentabilität am höchsten ist, und mit dem kleinstmöglichen Volumen, während die Nachfrage schneller wächst als die Aufnahmekapazität. Das Angebot zu erhöhen erfordert Zeit, Genehmigungen und Grundstücke. Die Nachfrage zu erhöhen erfordert nur, dass weiterhin Menschen ankommen.

Die Zuflucht der Peripherie: von 500 auf 700 Euro pro Monat

Der Vergleich schmerzt, wenn man über die Hauptstadt hinaus blickt. In El Burgo de Osma werden Wohnungen zu diesen Preisen angeboten:

  • Wohnung in der Calle Universidad: 500 Euro pro Monat.
  • Reihenhaus von 154 m² mit vier Zimmern und Garage: 700 Euro pro Monat.
  • Möblierte Wohnung von 130 m² mit drei Zimmern und Aufzug in San Agustín: 700 Euro pro Monat.

Die Entfernung ist der Preis für den Unterschied. Um in Madrid zu arbeiten, muss man in Madrid wohnen oder einen endlosen Pendelweg akzeptieren. Der nächste arbeitsmarktliche Bezugspunkt zu El Burgo de Osma, der im Thread genannt wird, ist Aranda de Duero, etwa 45 Autominuten entfernt. Wer im Homeoffice arbeiten kann, hat einen klaren Ausweg; wer nicht, hat keinen.

Warum haben Verkaufspreise das Höchststand-Niveau von 2008 nicht durchbrochen?

In vielen Gebieten haben die Verkaufspreise die Höchststände von 2008 nicht übertroffen, und das ohne Berücksichtigung der seitdem angefallenen Inflation. Bereinigt sind sie günstiger als vor fünfzehn Jahren. Auffällig ist, dass die Mietrendite sich dem historisch normalen Niveau nähert, während eine Wohnung mitten im Boom nur 2 % Rendite pro Jahr abwarf. Die Anomalie liegt nicht im Stein: Sie liegt darin, was für die Nutzung bezahlt wird.

Wer drückt auf die Nachfrage und wen man beschuldigt

Ein Teil der Analyse führt die Spannung auf den Zuzug ausländischer Bevölkerung zurück, der sich in Großstädten konzentriert und Wohnraum teilt, um die Kosten aufzuteilen. Argumentiert wird, dass dieses Modell die Basislöhne drückt und die Mieten nach oben treibt. Andere Lesarten zeigen auf Ferienvermietungen, leerstehenden Wohnraum, der von Eigentümern zurückgehalten wird, und einen Regulierungsrahmen, der Vermieter bestraft, ohne das Angebot zu erhöhen. Es gibt keine schlüssigen Daten in beide Richtungen.

Was es kostet, in Madrid mit einem hohen Gehalt zu leben

Nicht einmal hohe Gehälter schneiden gut ab. Ein Fachmann, der ein Nettoeinkommen von 3.100 bis 4.500 Euro pro Monat angibt, bezeichnet ein Angebot von 2.000 Euro brutto in vierzehn Monatsgehältern inklusive Zimmer als lächerlich – die Art von Paket, das als Vorteil präsentiert wird, aber praktisch ein geliehenes Dach bedeutet. Ein Paar, das in bekannten Geschäften der Hauptstadt arbeitet, zahlt 1.500 Euro für eine mittelmäßige Wohnung; in der Provinz würden sie mit dem gleichen Gehalt und derselben Firma etwa 900 Euro Hypothek für eine neue Wohnung zahlen.

Alle rechnen, vergleichen und bleiben halbfertig. Eine Madrider Wohnung für 600.000 Euro zu verkaufen und ein großes Haus für 200.000 Euro in der Provinz zu kaufen, mit 400.000 Euro Puffer, ist eine Operation, die der Vorschlagende als offensichtlich darstellt, obwohl es seltsam ist, dass sie nicht mehr Leute tun. Bei diesen Differenzen sollte die Abwanderung aufs Land ein Exodus sein. Er bleibt marginal. Niemand kann ganz erklären, warum.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (347 Antworten).

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