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Spanien: Steuerreform verteuert Diesel und Benzin
Verbandsdaten zufolge steigt der Dieselpreis um 34 Cent, der für Benzin um 22 Cent durch die geplante spanische Steuerreform.
Wie teuer wird das Tanken? Die Zahlen des spanischen Tankstellenverbands sind alarmierend: 34 Cent mehr pro Liter Diesel und 22 Cent mehr pro Liter Benzin. Die Confederación Española de Empresarios de Estaciones de Servicio (CEEES) führt diese Preissteigerung auf die von Hacienda vorbereitete Steuerreform zurück und beziffert in Euro, was bisher nur eine Ankündigung höherer Einnahmen war. Für einen durchschnittlichen Tank würde sich Diesel um etwa 17 Euro pro Tankfüllung verteuern.
Warum steigt Diesel um 34 Cent und Benzin um 22?
Der Generaldirektor der CEEES, Nacho Rabadán, unterteilt die Erhöhung in zwei Stufen. Die erste ist die Angleichung der Diesel- an die Benzinsteuer, die die Europäische Union seit Jahren fordert und die historische Bevorzugung von Diesel beenden soll. Die zweite ist eine zusätzliche steuerliche Belastung der Kraftstoffe, deren einziger Zweck die Füllung der Staatskasse zu sein scheint. Hinzu kommt eine dritte Stufe: Der nationale Fonds für die Nachhaltigkeit des Stromsystems, der Kosten der erneuerbaren Energien auf Gas und Kohlenwasserstoffe überwälzt und weitere 5 bis 7 Cent pro Liter hinzufügen würde.
Die Rechnung ist erheblich. Addiert man die Stufen, nähert sich der Dieselpreis einer Marke, die bislang eher Nachbarländern vorbehalten war. Und all dies wird auf einen Preis angewandt, der bereits hohe Steuern enthält, nicht auf einen günstigen Ausgangspreis.
Was hat das Elektroauto mit der Preiserhöhung zu tun?
Die offizielle Darstellung verkauft die Verteuerung als Anreiz zur Elektromobilität. Ein Teil der Analyse stimmt dem zu; ein anderer lehnt es rundweg ab. Skeptiker argumentieren, dass das grüne Argument nur eine Vorwand sei und das wahre Ziel darin bestehe, deutlich mehr einzunehmen, als später für Elektroauto-Förderungen ausgegeben wird. Der wiederholte Verdacht lautet, dass das Geld überallhin fließen wird, außer in Subventionen für Autos, die sich die Mehrheit nicht leisten kann.
Eine Konsequenz, die kaum jemand offen anspricht: Wenn das Ziel wäre, Autos von den Straßen zu holen, würde zunächst das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands steigen, mit älteren Autos, die mehr verbrauchen und stärker verschmutzen. In der Praxis bestraft die Maßnahme jene, die ihr Auto länger nutzen, weil sie sich kein neues leisten können.
Frankreich: 11 Cent auf Bioethanol gegenüber 68 auf Benzin
Der Verband bleibt nicht bei Beschwerden stehen, sondern blickt zum Nachbarland. Dort beträgt die Steuer auf Bioethanol 11 Cent pro Liter, im Vergleich zu den 68 Cent, die auf fossiles Benzin erhoben werden. Die konkrete Forderung lautet, die Steuern auf bioethanolkraftstoffe zu senken, um den Endpreis an der Zapfsäule zu entlasten.
Auch Frankreich ist kein Paradies. Manche erinnern an den Kampfpreis von 2 Euro für Diesel und den Mindestlohn über 1.700 Euro – ein Vergleich, der sowohl zur Verteidigung von Lohnerhöhungen als auch als Warnung dient, dass teurer Kraftstoff dort Standard ist. Der steuerliche Unterschied dient jedenfalls als unbequemer Spiegel.
Straßentransport im Fokus
Die Last wird ungleich verteilt. Sie trifft zuerst Spediteure statt Wochenendfahrer, besonders hart Selbstständige und Bewohner kleiner Ortschaften ohne echte Alternative zum Auto. Von dort aus wird die Bahn als Lösung für Güter gefordert, da sie weniger verschmutzt und die Straße weniger belastet, obwohl manche darauf hinweisen, dass die M-30 und M-40 auch ohne Preiserhöhung regelmäßig verstopft sind.
Der europäische Vergleich hinkt. Spanisches Benzin war zeitweise 30 bis 40 Cent billiger als deutsches oder französisches, doch dieser Puffer ist verschwunden. Die Frage bleibt, ob Spanien mit seinen Nachbarn gleichgezogen hat oder einfach aufgehört hat, ein Land mit günstigem Tanken zu sein.
Gibt es Alternativen zur Preiserhöhung?
Die verbreitetste Diagnose zeigt auf globale Umstände jenseits von Hacienda: Produzenten, die Exporte einschränken, um ihren Binnenmarkt zu versorgen, Europa, das mit teuren Quellen flickt, und eine Nachfrage, die über Preise rationiert werden soll. Aus dieser Logik ist die Preiserhöhung kein Unfall, sondern ein bewusstes Instrument, um den Kraftstoffverbrauch zu drosseln.
Das Gegenargument ist offensichtlich. Das Instrument zahlen jene, die sich keinen Autotausch leisten können, und wohin die Einnahmen fließen, wird selten detailliert erklärt. Befürworter wiederholen indessen, dass die Alternative – weitere Kraftstoffsubventionen – nicht mehr tragfähig sei.
Natürlich bleibt die Hoffnung. Wenn Diesel die 2-Euro-Marke streift und Bioethanol weiterhin in ministerialen Warteschlangen hängt, wird jemand schwören, dass es für den Planeten war. Und er wird trotzdem dafür bezahlen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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