Maclear: Bis zu 16,5 % Rendite, null Ausfälle seit drei Jahren

Maclear zahlt 14–16,5 % auf Kredite an osteuropäische KMU und wirbt mit null Ausfällen in drei Jahren. Kritiker sehen das Risiko anderswo.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Maclear: Bis zu 16,5 % Rendite, null Ausfälle seit drei Jahren
Maclear bietet 14,4 % Zinsen bei null Ausfällen in drei Jahren

Wie kann eine Crowdlending-Plattform, die 2023 gegründet wurde und in der Schweiz registriert ist, zwischen 14 % und 16,5 % für Kredite an europäische KMU zahlen, ohne einen einzigen Zahlungsausfall verzeichnet zu haben? Die kurze Antwort: Sie leiht an Unternehmen in Osteuropa, denen lokale Banken etwa 20 % berechnen, wie die Plattform selbst behauptet. Die lange Antwort beschäftigt spanische Anleger seit 245 Tagen, hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und Misstrauen.

Maclear AG operiert von Wallisellen bei Zürich aus, verbindet Investoren mit KMU-Krediten und rühmt sich einer Aufsicht in der Schweiz durch ihre Mitgliedschaft im PolyReg SRO, einer von FINMA anerkannten Stelle für AML/KYC-Compliance. Das Minimum liegt bei 50 Euro, die Kredite sind besichert, jedes Projekt umfasst einen Rückstellungsfonds von 2 % und die Zinsen werden monatlich ausgezahlt, vorfinanziert vom Unternehmen selbst. Bei 30.000 Euro investiertem Kapital meldet ein Nutzer Einnahmen von etwa 360 Euro brutto pro Monat.

Warum 14 % zahlen, wenn Banken günstiger verleihen?

Der häufigste Einwand ist simpel: Niemand finanziert sich zu 15 %, wenn er es zu 5 % könnte. Verteidiger der Plattform argumentieren, dass sich fast alle Kreditnehmer in Osteuropa befinden, wo Banken üblicherweise deutlich höhere Zinsen verlangen, sodass 14 % oder 15 % wettbewerbsfähig sind. Die Plattform habe diese Philosophie in einem Brief an ihre Investoren erklärt und Westeuropa wegen niedriger Renditen gemieden.

Das Gegenargument ist ebenso stichhaltig: Hohe Zinsen bedeuten hohes Risiko. Wäre das Unternehmen solvent und würde ausreichende Sicherheiten bieten, würde die Bank günstiger verleihen. Wer dies anspricht, fügt hinzu, dass drei Jahre Aktivität mit einem Konjunkturzyklus des Wachstums zusammenfallen und die reale Performance des Portfolios erst in einer Rezession sichtbar wird.

Null Ausfälle in drei Jahren: Management oder Glück?

Bis Februar 2026 meldete die Plattform keinen einzigen Default noch nennenswerte Verzögerungen. Für Befürworter bestätigt diese Historie die Auswahl der Kreditnehmer. Für Kritiker beweisen drei Jahre ohne Verzug während einer Expansionsphase nichts: Sobald die Säumnis steigt, gerät das Modell unter Druck.

Die intern verteidigte Strategie ist extreme Diversifikation: 500 Euro pro Projekt verteilt auf rund hundert Transaktionen. Mit dieser Streuung, so die Logik, kostet der Bankrott eines einzelnen Unternehmens ungefähr genauso viel wie ein Monat Zinsen. Das gefürchtete Szenario sieht anders aus: Wenn sich die Säumnis gleichzeitig auf die Hälfte des Portfolios ausbreitet, was in Krisen genau so passiert.

Schweizer Sitz, baltische Projekte und das Londoner Konto

Hier wird die Debatte unangenehm. Eine zitierte externe Analyse behauptet, dass weder Aktionäre noch Kreditnehmer Verbindungen zur Schweiz haben und dass die Operationen aus den baltischen Staaten gesteuert werden. Der Schluss dieses Berichts lautet, dass der Standort gewählt wurde, um die europäische Regulierung für Crowdfunding-Anbieter zu umgehen. Es ist eine Anschuldigung Dritter, kein feststehender Fakt.

Hinzu kommt die Verlegung des Geschäftskontos nach London, die Zweifel an Währungen und Gebühren weckte. Die offizielle Antwort lautet, dass das Anlegerkonto in Euro geführt wird, Einzahlungen und Auszahlungen ohne Steuerabzug vollständig eingehen und eventuelle Wechselkurse intern gehandhabt werden. Zudem wird erwähnt, dass die Plattform eine weitere Darlehensgesellschaft mit Kryptowährungen auf den Kaimaninseln betreibt.

Das reale Risiko ist nicht das Projekt, sondern die Plattform

Die nützlichste Warnung in der Diskussion betrifft nicht die Kreditnehmer: In solchen Modellen besteht die Gefahr nicht darin, dass ein einzelnes Projekt scheitert, sondern dass die Plattform selbst insolvent wird. Wenn die Säumnis steigt, bricht das gesamte Kartenhaus zusammen und der Investor steht vor einer abgeschalteten Website.

Vergleiche mit erfahreneren Alternativen tauchen schnell auf: Mintos und ViaInvest, beide seit über zehn Jahren aktiv, bieten durchschnittliche Renditen von etwa 10,5 % bzw. 11,5 %. Die französische BienPreter, ebenfalls reguliert, liegt bei rund 14 %. Der Nachteil, den Enthusiasten Mintos zuschreiben, ist die estnische Quellensteuer im Vergleich zum Fehlen schweizerischer Abzüge.

3 % Empfehlungsprogramm und Hintergrundgeräusche

Das Einladungsprogramm gibt dem Eingeladenen 3 % zurück und dem Einladenden 3 % in den ersten 90 Tagen. Dieses Detail, oft betont, hat sowohl Interesse als auch Skepsis geweckt: Manche scherzen, man möge sich endlich registrieren, damit der Promoter seine Provision erhält.

Die spanische Geschichte hilft nicht zur Beruhigung. Man erinnert an den Fall von Comunitae, der einige Jahre mit vernachlässigbaren Beträgen lief, bis ihm falsche Schuldscheine angehängt wurden und er verschwand. Die daraus gezogene Sarracena ist einfach: Hohe Rendite und hohes Risiko gehen immer Hand in Hand, und zu wissen, wann man aussteigt, ist die einzige Fähigkeit, die niemand verkauft.

Mit diesen Zutaten zahlt die Plattform weiterhin pünktlich und ihre Verteidiger haben noch keinen Euro verloren. Skeptiker warten weiter auf die erste Krise, um zu sehen, woraus das Portfolio gemacht ist. Und die Uhr gibt vorerst keiner Seite recht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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