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Lohnabzug und Klagedrohung nach Arbeitsverzicht für das 'Aura Farmen'
Ein Arbeitnehmer in Spanien muss Gehaltsabzug hinnehmen und droht nach dem 'Aura Farmen' mit einer Klage. Wie weit geht das virale Fehlverhalten?
Lohnabzug und Klagedrohung nach Arbeitsverzicht für das 'Aura Farmen'
Das Fernbleiben vom Arbeitsplatz, um „Aura zu farmen“, ist kein rechtfertigender Grund für Abwesenheit. Das Unternehmen, das den entsprechenden Lohnabzug vornahm, handelt im Rahmen seiner Rechte. Dass der Arbeitnehmer nun mit einer Klage droht, weil er „hätte einen falschen Krankenschein vorlegen können“, zeugt von einem erheblichen rechtlichen Unverständnis. Er hat eine virale Anekdote in einen Fall verwandelt, der rechtlich fast schon absurd ist.
Der Schilderung zufolge informierte der Mitarbeiter seinen Chef, dass er nicht kommen könne, weil er „Aura farmen“ wolle. Das Unternehmen reagierte mit einem Gehaltsabzug. Anstatt die Konsequenz zu akzeptieren, fühlte sich der Betroffene beleidigt: Er behauptet, man habe ihn respektlos behandelt, und drohe mit einer Klage. Sein Argument: Er habe die Wahrheit gesagt, obwohl er mit einem falschen Krankenschein hätte lügen können, weshalb das Unternehmen ihm für seine Ehrlichkeit dankbar sein sollte.
Das Arbeitsrecht kennt keine Dankbarkeit. Unentschuldigtes Fehlen berechtigt den Arbeitgeber, den entsprechenden Teil des Gehalts einzubehalten und bei Wiederholung eine ordentliche Kündigung (despido disciplinario) auszusprechen. Das Unternehmen hat sich für die mildeste Maßnahme entschieden. Dennoch hat der Arbeitnehmer beschlossen, den Fall vor Gericht zu bringen. Sein Argument der Aufrichtigkeit ist rechtlich haltlos: Es gibt keinen Preis dafür, dass man keinen Betrug begeht, und die freiwillige Erwähnung der Möglichkeit einer Fälschung zeigt deutlich, dass er den illegalen Weg kannte, was seine Position im Falle einer Beweisaufnahme nur verschlechtern würde.
Was hat es mit „Aura farmen“ auf sich und warum würde man dafür fehlen?
Der Begriff stammt aus Videospielen: „Farmen“ bedeutet, monotone Handlungen zu wiederholen, um Belohnungen zu erhalten. In der realen Welt ist das „Aura-Farmen“ zu einem viralen Trend geworden, bei dem sich Menschen in öffentlichen Räumen treffen und absurde Bewegungen ausführen, als würden sie eine unsichtbare Energie sammeln. Die Belohnung ist laut Berichten oft ein T-Shirt im Wert von 10 bis 15 Euro. Das heißt, der Arbeitnehmer hat einen Arbeitstag für ein Kleidungsstück geopfert, das weniger kostet als ein Tagesmenü. Die wirtschaftliche Kalkulation ist unvertretbar; die soziale Kalkulation hingegen folgt einer gewissen Logik in einer Ära, in der Viraltität höher bewertet wird als Pünktlichkeit.
Das Unternehmen und das Fehlverhalten: Vom Abzug bis zur Kündigung
Das spanische Arbeitsstatut (Estatuto de los Trabajadores) ist eindeutig: Der Arbeitgeber darf das Gehalt für die nicht geleistete Arbeitszeit kürzen, wenn das Fehlen nicht gerechtfertigt ist. Wenn sich die Abwesenheit zur Gewohnheit macht, ist eine disziplinarische Kündigung zulässig. In diesem Fall hat das Unternehmen die geringste Sanktion angewandt und ist dennoch in das Zentrum einer Kontroverse geraten. Der Arbeitnehmer empfindet dies als Respektlosigkeit, doch Respekt in einem Arbeitsverhältnis bedeutet nicht, dass man einseitig über seine Arbeitszeiten entscheiden kann, wenn keine gesetzlich geschützte Ursache vorliegt. Die Klagedrohung wirkt eher wie ein Ausdruck von Empörung als wie eine fundierte juristische Strategie.
Inszenierung oder Symptom eines Generationenkonflikts?
Die Viraltität des Falls hat Zweifel geweckt. Einige behaupten, es handele sich um eine Inszenierung, ein Video, das nur für die Reichweite in den sozialen Medien erstellt wurde. Es wird vermutet, dass der Trend in Argentinien begann und in Barcelona bereits ähnliche Versammlungen beobachtet wurden, die Parallelen zu anderen Subkulturen wie den Therians aufweisen. Die Kernfrage ist, ob diese Exzentrik im Rahmen eines Arbeitsvertrags zulässig ist. Bisher lautet die Antwort: Nein. Kein Unternehmen ist verpflichtet, die Suche nach „Aura“ mit einem bezahlten Arbeitstag zu finanzieren.
Sollte die Geschichte wahr sein, wird sie wahrscheinlich mit einem außergerichtlichen Vergleich oder einer rechtmäßigen Kündigung enden. Sollte sie erfunden sein, hat sie ihr Ziel erreicht: ein paar Minuten Ruhm, die mehr wert sind als das umstrittene T-Shirt. Was jedoch ausgeschlossen werden kann, ist, dass Gerichte das „Aura-Farmen“ als gerechtfertigten Grund für Abwesenheit anerkennen werden. Auch wenn man angesichts der aktuellen Entwicklungen nie ganz sicher sein kann. In der Beziehung zwischen Arbeit und sozialen Medien findet die Realität immer einen Weg, die Fiktion zu übertreffen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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