Mietergewerkschaft richtet Streik gegen Spaniens PSOE wegen Rentnerpolitik

Der Sindicato de Inquilinas verlagert seinen Generalstreik gegen die PSOE, die er als rentnerfreundlich kritisiert, und verweist auf die Räumung, die vom Ministerium von Óscar López angeordnet wurde.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mietergewerkschaft richtet Streik gegen Spaniens PSOE wegen Rentnerpolitik
Mietergewerkschaft richtet Streik gegen Spaniens PSOE wegen Rentnerpolitik

Kann eine Mietergewerkschaft die Partei in Bedrängnis bringen, die behauptet, Wohnen als Recht zu verteidigen? Genau das ist in diesem November passiert, als der Sindicato de Inquilinas e Inquilinos de Madrid (Mietergewerkschaft Madrid) seinen Generalstreik gegen die PSOE umlenkte und ihr vorwarf, eine Rentnerpartei zu sein. Der Vorwurf ist nicht abstrakt: Er stützt sich auf einen konkreten Fall, die Räumung, die vom Ministerium von Óscar López angeordnet wurde und einen Mieter betrifft, der 600 Euro Altvertragmiete zahlt und gegenüber von Maricarmen wohnt, jener Frau, deren Zwangsräumung der Minister selbst angeprangert hatte. Die Paradoxe ist ein Lehrbuchbeispiel und hat die öffentliche Debatte mitten im Wahlkampf entfacht.

Was passiert ist und wer hinter der Wende steckt

Die Gewerkschaft hat für den 11. November einen Generalstreik gegen die PSOE angekündigt, die sie als Teil des Immobiliengeschäfts bezeichnet. Auslöser ist die Räumung, die vom Ministerium von Óscar López angeordnet wurde und die nach Angaben der Gewerkschaft das Verfahren billigt, mit dem ein Altvertragsmieter hinausgeworfen wird. Die Paradoxe: Óscar López selbst hatte die Räumung von Maricarmen, einer Nachbarin im selben Gebäude, öffentlich verurteilt. Die Gewerkschaft nannte es Heuchelei ohne Grenzen.

Der Fall erregte sofort mediale Aufmerksamkeit. Mehrere Medien griffen den Widerspruch auf, und die Gewerkschaft entwickelte sich von einer Nebenfigur zum Peitscher der Regierung in Wohnungsfragen. Der eigentliche Vorwurf: Die PSOE verspricht, gegen den Rentnerkapitalismus zu kämpfen, während in den eigenen Reihen welche sind, die mit Immobiliengeschäften Geld verdienen. Die Gewerkschaft richtete den Fokus auf die sozialistische Sprecherin Montse Mínguez, deren Partner mindestens 30 Mietwohnungen besitzt, so die Informationen, die die Gewerkschaft selbst verbreitete.

Der Widerspruch eines Ministers, der Räumungen anprangert

Der Kern des Skandals ist der doppelte Maßstab. Óscar López prangerte die Räumung von Maricarmen an, während sein Ministerium das Verfahren billigte, mit dem ein Nachbar gegenüber hinausgeworfen wird, so die Gewerkschaft unter Verweis auf Artículo 14. Die Gewerkschaft fasste es in einen Satz zusammen, der viral ging: «Manchmal kennt Heuchelei keine Grenzen».

Der Fall hat ein wirtschaftliches Detail, das nicht unbemerkt blieb: Der betroffene Mieter zahlte 600 Euro Miete, ein Altvertrag. Mit dem neuen Mieter könnte sich der Preis verdreifachen. Das heißt, die Räumung betrifft nicht nur eine Person, sondern ist Teil einer Aufwertungsoperation der Immobilie. Das ist das Argument, mit dem die Gewerkschaft von strukturellem Rentnerkapitalismus statt von einem Einzelfall spricht.

Die PSOE und ihre schwache Flanke: Wohnen

Die Regierung versuchte, die Aufmerksamkeit auf andere Themen wie Renten zu lenken, doch das Thema Wohnen ist zu einem Sumpf geworden, aus dem man nicht so leicht herauskommt. In der derzeit meistgelesenen Analyse heißt es, die Regierung brauche einen Plan C, weil ihr das Thema um die Ohren fliegt. Der Wahlkampf ist von diesem Thema und von Kommunikationsfehlern geprägt.

Manche behaupten, die PSOE sei besessen davon, über Renten zu sprechen, um den Patzer von Ester Muñoz in ihrem Podcast zu vertuschen. Andere meinen, die Mietergewerkschaft setze alles aufs Spiel, wenn sie diesen Weg weitergehe, und man könnte ihr die Finanzierung streichen. Der Schatten der Abhängigkeit von Subventionen liegt über dem Aktivismus.

PP und VOX: die Gelegenheit, die sie ungenutzt lassen

Wenn die PSOE in Bedrängnis ist, steht es um die Opposition nicht besser. Der leichteste Wahlkampf der Geschichte, um die Linke wegzufegen, wird zu einer Kette von Fehlern. Der Wahlkampfleiter des PP muss von der PSOE gekauft sein, ironisieren manche, denn die Ausrutscher der Konservativen sind legendär.

Die Schlussfolgerung aus den Analysen: Niemand hat sonderlich Lust zu gewinnen. Die spanische Politik ist zu einem Freiluft-Irrenhaus geworden, und die Wählerschaft schaut fassungslos zu. Die Frage, die in der Luft liegt: Werden PP und VOX die Unzufriedenheit für sich nutzen können – oder vermasseln sie es, wie gewohnt?

Das Mietgeschäft: notwendige Räumung oder Missbrauch?

Im Kern der Debatte steht die Frage der Räumungen. Manche verteidigen sie als notwendig, denn ohne sie würde niemand die Miete zahlen. Das Argument: Dank des Mietens kann man eine Immobilie im Wert von 100 für nur 0,5 im Monat nutzen. Wird nicht einmal das gezahlt, würde die Immobilie faktisch konfisziert – und wer den Vertrag bricht, muss mit einer Räumung rechnen.

Die Gegenseite hält dagegen, dass das Problem nicht der Zahlungsverzug, sondern die Spekulation sei. Der Fall des Altvertragsmieters ist paradigmatisch: Er zahlte 600 Euro, und der neue Vertrag könnte diese Summe verdreifachen. Die Spekulanten sind nicht die rechtsensrecht Faschisten, ironisieren manche, sondern diejenigen, die einen Mieter rauswerfen, um den Preis zu erhöhen.



Am Ende lautet die Frage: Wird es dem Sindicato de Inquilinas gelingen, die PSOE für ihren Widerspruch einen politischen Preis zahlen zu lassen? Die Antwort wird, wie immer, die Wahl geben. Oder auch nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (62 Antworten).

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