León: Jeder fünfte Stadtmitarbeiter krankgeschrieben

Bis zu 35 % der Belegschaft des Rathauses von León waren krank. Die Fehlzeiten häufen sich an Wochenenden, mit 54.493 verlorenen Arbeitstagen im Jahr 2022.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

León: Jeder fünfte Stadtmitarbeiter krankgeschrieben
Krankmeldungen beim Rathaus von León konzentrieren sich auf Montag und Freitag

Das Muster lässt kaum andere Deutungen zu. Die von der städtischen Rechnungsprüfung (Intervención municipal) veröffentlichten Daten zeigen, dass bis zu 35 % der Belegschaft des Rathauses von León in Spitzenzeiten krankgeschrieben sind, mit einem Durchschnitt von etwa 20 %. Auffällig ist die Häufung der Ausfalltage an Montagen und Freitagen, den beiden Tagen, die sich am besten eignen, um das Wochenende zu verlängern. Im Jahr 2022 gingen nach diesen Zahlen 54.493 Arbeitstage verloren.

Das Ausmaß ist erheblich: 1.437 Mitarbeiter, eine jährliche Lohnsumme von 70 Millionen Euro und eine Stadt mit 120.000 Einwohnern, die diese Kosten trägt. Die zentrale Frage ist nicht, ob es berechtigte Krankmeldungen gibt – davon gibt es viele –, sondern welcher Anteil dieser Abwesenheiten auf tatsächliche Erkrankungen zurückzuführen ist und welcher auf ein System, das nicht zwischen beidem unterscheidet. Es wird vermutlich von einer Gruppe von 150 wiederkehrenden Fällen gesprochen.

Was sagen die Daten der Rechnungsprüfung?

Die bekannten Zahlen gliedern sich in drei Ebenen. Erstens der Durchschnitt: Einer von fünf städtischen Mitarbeitern ist jederzeit krankgeschrieben. Zweitens der Höchstwert, jenes 35 %, das ganze Abteilungen in leere Schreibtischlandschaften verwandelt. Drittens die kumulierte Jahreszahl, jene 54.493 Arbeitstage, die bezahlte Gehälter ohne Gegenleistung bedeuten.

  • 35 %: Maximaler Anteil krankgeschriebener Mitarbeiter
  • 20 %: Üblicher Durchschnitt krankgeschriebener Mitarbeiter
  • 54.493: Verlorene Arbeitstage im Jahr 2022
  • 70 Millionen: Jährliche Lohnkosten für 1.437 Personen

Mit diesen Daten ergibt sich eine grobe Schätzung – ein durchschnittlicher Kostenaufwand von rund 45.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr –, die den Kontext dessen liefert, was jeder nicht abgedeckte Tag kostet. Und sie erklärt, warum die Abwesenheit für die Kollegen, die zur Arbeit kommen, eine doppelte Arbeitslast bedeutet.

Krankmeldungen, die montags beginnen und freitags enden

Dass Krankheiten sich scheinbar auf den Beginn und das Ende der Woche konzentrieren, weckt Misstrauen. Es gibt keine medizinische Diagnose, die diese Präferenz erklärt; stattdessen gibt es eine banalere Erklärung, die einige Teilnehmer aus ihrer Erfahrung in öffentlichen Ämtern berichten: Am Montag kommt man erschöpft von einem zu langen Wochenende, und am Freitag ist man bereits ausgebrannt, unfähig, den Arbeitstag zu bewältigen.

Die Ironie besteht darin, dass dieses Phänomen auch außerhalb des öffentlichen Sektors existiert, nur dort anders bezahlt wird. Wie ein Forennutzer basierend auf seiner Erfahrung im Bauwesen berichtet, werden Löhne im Baugewerbe oft freitags ausgezahlt, damit die Belegschaft das Geld am Wochenende für Partys und Alkohol ausgibt; wenn die Zahlung auf die Wochentage vorgezogen würde, würden viele am Montag fehlen.

Was passiert mit den Kollegen, die arbeiten?

Berichte aus den städtischen Büros beschreiben immer dieselbe Szene. Eine Person ist ein Jahr lang krankgeschrieben, kehrt drei Monate zurück, fällt wieder aus und so weiter über zwei Jahrzehnte hinweg, bis sie in den Ruhestand geht, ohne dass jemand Papier bewegt hat. Eine andere akkumuliert wöchentliche Abwesenheiten über Jahre hinweg und behält ihre Stelle, geschützt durch Verfahren, die eröffnet und ohne Konsequenzen geschlossen werden.

Der Kollateralschaden trifft diejenigen, die die Lücken füllen. Abteilungen wie die Stadtplanung haben Personal, das die Arbeit von zwei Personen erledigt, während die freie Stelle weiterhin auf der Lohnliste steht. Die Folge, so berichten Augenzeugen, ist, dass die Rückkehr des Abwesenden manchmal schlimmer ist als seine Abwesenheit: Wenn er erscheint, arbeitet er weder selbst noch lässt er andere arbeiten. Für die Kollegen ist seine Rückkehr ein Unglück.

Ist dies nur ein Problem des Rathauses von León?

León liefert die Zahlen, aber nicht die Einzigartigkeit. Die Diagnose eines Teilnehmers dehnt das Phänomen auf den gesamten öffentlichen Dienst aus, mit der Warnung, dass offizielle Daten geschönt sein könnten und die Realität schlechter sei als in den Berichten dargestellt. Die zugrunde liegende Ursache ist nicht individuelle Boshaftigkeit, sondern das Design: Wo keine Anforderungen gestellt werden, wo Bestrafungen unwahrscheinlich und diffus sind und niemand direkt für Absentismus zahlt, ist der Anreiz, weniger zu arbeiten, objektiv und unmittelbar.

Dagegen stehen zwei gegensätzliche Rezepte. Das eine fordert harte Maßnahmen: Sanktionen, Verfahren und gegebenenfalls Entlassung. Das andere erinnert daran, dass die Durchsetzung solcher Maßnahmen von der Hierarchie und den persönlichen Beziehungen zur Macht abhängt, sodass Strenge selektiv angewendet wird.

Was kann jetzt passieren?

Wenn die Zahlen der Rechnungsprüfung Bestand haben, sollte das Thema León in einem konkreten Plan zur Bekämpfung des Absentismus münden, einschließlich einer Überprüfung der Stellen, die mit temporären Kräften besetzt sind. Angesichts dieser Zahlen muss jede Körperschaft, die die laufenden Ausgaben senken will, zunächst erklären, warum sie 70 Millionen Euro für Löhne zahlt und 54.493 Arbeitstage pro Jahr verliert. Ob Maßnahmen ergriffen werden, bleibt offen, und wahrscheinlich werden sie abgeschwächt sein: Niemand mit Entscheidungsbefugnis hat ein besonderes Interesse daran, die eigene Belegschaft gründlich zu prüfen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (187 Antworten).

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