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Learjet-Absturz in Florida: 9 Insassen, Copilotin nur 20 Jahre alt
Ein Learjet 60 mit neun Personen stürzte aus 41.000 Fuß auf eine Straße in Greenacres, Florida. Die Copilotin war erst 20 Jahre alt.
Learjet 60 stürzt in Florida ab: Neun Menschen und eine 20-jährige Copilotin an Bord
Ein Learjet 60 mit der Kennung N722BD stürzte in ein Wohngebiet von Greenacres im Palm Beach County (Florida), nachdem er aus etwa 41.000 Fuß Höhe abgestürzt war. Das Flugzeug war in Austin (Texas) gestartet und sollte nach North Eleuthera auf den Bahamas fliegen; laut FAA befanden sich neun Personen an Bord. Der Einschlag nahe der Kreuzung Military Trail und Avenue 10 riss Stromleitungen zu Boden und löste eine Explosion aus, die kilometerweit sichtbar war. Offizielle Opferzahlen waren bei Veröffentlichung der ersten Videos noch nicht bestätigt.
Die Szene, die in sozialen Medien kursiert, wirkt wie ein unmöglicher Filmframe: Eine Dashcam filmt ein Auto im Regen, als plötzlich ein Schatten diagonal mit Wahnsinnsgeschwindigkeit durch das Bild schießt. Das Flugzeug schlägt auf der Fahrbahn ein und hinterlässt einen Krater. Das Flugzeug legte seine eigene Länge in etwa drei Frames zurück, was die Aufprallgeschwindigkeit laut Online-Berechnungen zwischen 650 und 750 km/h einordnet. Bei dieser Geschwindigkeit gibt es kein Wunder, das retten könnte.
Wer steuerte den verunglückten Learjet?
Die Copilotin wurde als Nathalia Gadelha Filgueiras, 20 Jahre alt, identifiziert, basierend auf Informationen, die von US-Medien verbreitet und in den ersten Stunden zusammengetragen wurden. Ihre Mutter bestätigte die Identität. Die junge Frau hatte eine Ausbildung in der Corporate Aviation absolviert und war mit einer Cessna 150 Aerobat, einem für Kunstflug zertifizierten Flugzeug, akrobatische Manöver geflogen. Die kommerzielle Luftfahrt verlangt eine zweiköpfige Besatzung: einen Kommandanten und einen zweiten Piloten, der abwechselnd die Steuerkontrolle übernimmt oder Funk und Checklisten überwacht.
Die Audioaufnahme der Kommunikation mit dem Kontrollturm wurde zum meistgesuchten Objekt des Tages. Darin sind Hinweise auf Eisaufbau und Zeitmanagement zu hören. Uns läuft die Zeit davon, ist an einer Stelle der Aufnahme zu vernehmen. Die Interpretation dieses Satzes hat alle möglichen Lesarten genährt, von rein technischen bis hin zu verschwörungstheoretischen. Es sei daran erinnert, dass dieser Ausdruck in der Luftfahrt normalerweise operative Margen meint, keine Vorahnung.
Eis, Mach-Tuck und andere technische Hypothesen
Die Hypothese, die in der technischen Analyse am meisten Gewicht erhält, ist der Mach-Tuck, ein aerodynamisches Phänomen im transsonischen Bereich zwischen Mach 0,75 und Mach 1,0. Wenn sich das Flugzeug der Schallgeschwindigkeit nähert, bilden sich Stoßwellen über den Tragflächen, der Druckpunkt verschiebt sich und die Nase neigt sich nach unten. Das Problem ist, dass sich das Phänomen selbst verstärkt: Der Sturzflug erhöht die Geschwindigkeit, die Geschwindigkeit intensiviert den Effekt und die Steuerung wird härter. Innerhalb von Sekunden ist das Flugzeug außer Kontrolle.
Der zweite Ansatz deutet auf Eis hin. Auf einer kleinen Tragfläche wie der des Learjet 60 verändert Eisaufbau die Aerodynamik und kann zum vollständigen Verlust des Auftriebs führen. Dies wäre nicht der erste Zwischenfall dieser Art bei dieser Flugzeugfamilie. Auch die Möglichkeit eines Bruchs des mechanischen Höhenruderkabels wurde erwähnt, da diese Flugzeuge oft mit Seilzugsystemen arbeiten. Keine der Hypothesen ist bestätigt.
Das Geschäft mit Privatjets: Man muss kein Scheich sein
Der Unfall hat die Diskussion darüber neu entfacht, wer in Privatjets fliegt. Die Rechnung ist einfach: Sechs oder sieben Personen zahlen jeweils rund 2.000 Dollar und mieten ein Flugzeug für den Weg auf die Bahamas. Das ist billiger als ein Last-Minute-Business-Class-Ticket bei einer regulären Airline. Es gibt Berichte über Gruppen von Ärzten, die Privatflüge gechartert haben, um Prüfungen an entgegengesetzten Enden des Landes für etwa 500 Euro pro Kopf zu erreichen.
Das Mietgeschäft nach Stunden hat den Zugang zur Executive Aviation demokratisiert. Bei kurzen Flügen können die Kosten eines Privatjets denen von sieben oder elf Business-Tickets entsprechen. Die Skaleneffekte ändern sich mit der Größe des Flugzeugs, aber die Barriere ist nicht mehr dieselbe wie früher. Das bedeutet auch, dass die Anforderungen an Kontrollen und Schulungen in dem Maße gelockert werden, in dem die Geldbörse des Passagiers geschont wird.
Was das Video nicht klärt und unnötige Theorien
Der Einschlag erfolgte etwa elf Kilometer von Mar-a-Lago entfernt, dem Anwesen von Trump in Palm Beach, was alle Arten von Spekulationen in sozialen Medien auslöste. Einige Konten schlugen einen Abschuss, eine Rakete oder Schlimmeres vor. Andere leugneten direkt die Prämisse: Dass das Flugzeug, die Anrufe und die Personen echt seien. Die Verschwörungsmaschinerie lief innerhalb von Minuten an, wie immer.
Die Wahrheit ist, dass das Video keine Rückschlüsse auf die Ursache zulässt. Es zeigt nur das Ende. Die Untersuchung wird klären, ob ein mechanischer Fehler, ein Verfahrensfehler oder eine Kombination aus beiden vorlag. Währenddessen hat die öffentliche Debatte ihre Arbeit bereits erledigt: Sie verwandelte eine Tragödie in ein Puzzle, bei dem jeder das Teil platziert, das ihm passt.
Es gibt ein Detail, das nicht ganz ins Bild passt. Das Flugzeug erreichte 41.000 Fuß und stürzte dann ab. Ein Sinkflug von 21.000 Fuß pro Minute ist kein normaler Sturzflug: Es ist ein freier Fall mit Motorunterstützung. Konsultierte Experten sind sich einig, dass etwas vor dem Aufprall brach, sind sich aber uneins darüber, was genau. Die offizielle Untersuchung läuft weiterhin.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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