Kühlschrank bei 4 °C, Gefrierschrank bei -18 °C: Die Rechnung, die niemand prüft

Offiziell gilt: Gefrierschrank bei -18 °C, Kühlschrank zwischen 2 °C und 4 °C. Doch wer den tatsächlichen Verbrauch misst, entlarvt so manchen Mythos beim Stromsparen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kühlschrank bei 4 °C, Gefrierschrank bei -18 °C: Die Rechnung, die niemand prüft
Kühlschrank bei 4 °C, Gefrierschrank bei -18 °C: Die Rechnung, die niemand prüft

Ein digitales Thermometer, wie es im Internet für Aquarien und Gefrierschränke verkauft wird, mit einem Messbereich von -50 bis +70 Grad, kostet weniger als zwei Kaffees. Mit diesem Gerät in der Hand stellt sich viele endlich die konkrete Frage: Bei welcher Temperatur sollten Kühlschrank und Gefrierschrank laufen, damit man auf der Stromrechnung nicht zu viel zahlt? Die offizielle Antwort, die in Verbraucherleitfäden kursiert, sieht -18 °C für den Gefrierschrank und 2 bis 4 °C für den Kühlschrank vor. Und damit beginnt das Durcheinander.

Der Kühlschrank bei 4 °C: die Zahl, die nicht alle überzeugt

Der technische Konsens existiert und ist leicht zu finden: -18 °C für den Gefrierschrank und eine Spanne von 2 bis 4 °C für den Kühlschrank. Das wiederholen die Leitfäden zur Lebensmittelkonservierung, und so steht es auf den meisten Haushaltsthermostaten. Bis hierhin nichts zu meckern.

Das Problem: Die Theorie stößt mit der Praxis derjenigen zusammen, die aufs Energielabel schauen und mitrechnen. Manche behaupten, 2-4 °C sei zu kalt, und es reiche, den Wert um zwei Grad zu erhöhen, damit der Kompressor seltener anspringt. Die Logik ist simpel: Je seltener der Motor läuft, desto weniger verbraucht er. Und der Motor macht den größten Teil der Rechnung aus.

Die berechtigte Frage: Wie viel spart man wirklich pro Grad? Die kurze Antwort: Es hängt vom Gerät, von der Isolierung und davon ab, wie oft die Tür geöffnet wird. Die lange Antwort verlangt Messen – und genau das macht fast niemand.

Wie viel der Kompressor verbraucht, wenn er nicht läuft

Hier kommt die verblüffende Zahl. Mit einem an den Kühlschrank angeschlossenen Verbrauchsmessgerät betrug der Unterschied zwischen 5 °C und 6 °C im Momentverbrauch gerade einmal 0,5 Watt – stets bei ausgeschaltetem Kompressor. Also praktisch nichts. Die echten Kosten stecken nicht in der Thermostateinstellung, sondern in den Stunden, die der Motor läuft.

Dasselbe Experiment brachte noch eine Kuriosität zutage: Beim Öffnen der Kühlschranktür steigt der Verbrauch um rund 20 Watt – wegen der Innenbeleuchtung. Beim Gefrierschrank passiert das nicht, denn dort gibt es keine. Unüberlegtes Öffnen und Schließen des Kühlschranks kostet mehr, als die automatische Geste vermuten lässt.

Das Aquarium-Thermometer, das für den Kühlschrank taugt

Das Werkzeug, das das Thema auf den Tisch gebracht hat, ist ein digitales LCD-Thermometer, wie es für Aquarien und Gefrierschränke verkauft wird, mit einem Bereich von -50 bis +70 Grad. Es kostet wenig und erfüllt genau seinen Zweck: Es zeigt die tatsächliche Temperatur im Inneren an, nicht die, die das Drehrad angibt.

Denn das Drehrad lügt. Die Zahlen am Thermostat (1, 2, 3, 4, 5, 6) sind keine Grad, sondern Positionen einer internen Skala. Ein Kühlschrank auf Minimalstufe kann 8 °C haben, ein anderer mit derselben Einstellung 4 °C. Ohne separates Thermometer stellt man blind ein.

Der Gefrierschrank bei -18 °C und die Grenze der Enzyme

Die -18 °C sind keine Laune. Bei dieser Temperatur verlangsamt sich die Enzymaktivität in Lebensmitteln, stoppt aber nicht ganz. Der Abbau geht weiter, sehr langsam – deshalb hält gefrorenes Fleisch nicht ewig, so hart es auch wie Stein sein mag. Eine Warnung für alle, die den Gefrierschrank als unendliche Vorratskammer betrachten.

Hier liegt der unbequeme Kompromiss: Sinkt die Temperatur weiter, wird das Lebensmittel besser geschützt, aber der Verbrauch steigt; erhöht man sie, spart man Euro und verkürzt die Haltbarkeit des Gelagerten. Es gibt keine einzige richtige Antwort, und wer das Gegenteil behauptet, will etwas verkaufen.

Klar ist: Die meisten Haushaltskühlschränke laufen seit Jahren mit einer Thermostateinstellung, die niemand je überprüft hat. Ein Gerät für drei Euro und ein freier Nachmittag genügen, um herauszufinden, ob man zu viel zahlt. Die offene Frage ist, wie viele weiterhin nach Gefühl einstellen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10 Antworten).

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