Altcoins: Mining-Ertrag bei Criptonight fällt von drei auf einen Euro pro Tag
Kann man in einem steigenden Markt Geld verlieren? Ja, das Jahr 2017 lieferte den Beweis. Zwischen Juni und Oktober dieses Jahres überschritt der Gesamtwert des Krypto-Marktes 103 Milliarden Dollar, es wurden massenhaft ICOs gestartet und viele Forum-Nutzer waren überzeugt, die Währung gefunden zu haben, die ihren Einsatz verzehnfachen würde. Viele dieser Wetten kamen nicht rechtzeitig zum Abschluss, wie jene bestätigten, die am Höchststand eingestiegen waren, ohne zu verkaufen.
Der Schock im Juni: Iconomi, Bancor und der Rückkauffonds
Der Zyklus begann mit einem allgemeinen Einbruch. Während Litecoin stabil blieb, korrigierte Iconomi nach einem Anstieg und stagnierte um 0,001723, etwa dort, wo es am Vorabend aufgehört hatte. Manche investierten stark, überzeugt vom weiteren Potenzial. Im Forum wurde der Fall eines Nutzers diskutiert, der bei 1020 einstieg, bis zur Verdopplung wartete, aber nichts realisierte: Als der Kurs noch bei 1300 stand, lautete seine Schlussfolgerung, dass jede Kauforder mit gestaffelten Verkaufsorders gekoppelt werden muss.
Laut einem Forennutzer verfügte Bancor über einen Reservefonds für Token-Rückkäufe zum Ausgabepreis von 0,01 ETH. Sein Argument war, dass die Umstände extrem schlecht sein müssten, damit diese Reserve erschöpft wird, und dass eine benutzerfreundlichere Oberfläche sowie Listings auf mehr Börsen erwartet würden. Die skeptische Antwort ließ nicht auf sich warten: Wenn dieser garantierte Rückkauf wahr sei, wäre es logisch, dass der Token sogar vorzeitig abstürzt. Don Blas de Lezo sah diskrete Debuts bei Bancor und SONM — letzteres lag fast unter dem ICO-Preis — und dämpfte die Vorstellung, dass jeder Start meteorisch abhebt.
Mining lohnt sich innerhalb weniger Wochen nicht mehr
Das Fieber des Heim-Minings hatte seine eigene Kurve. Der Verkauf von Grafikkarten — den berühmten ATI-Modellen 470 und 480 — schoss in die Höhe, und Spieler sowie Administratoren, die vorhandene Ressourcen nutzten, stiegen mit ein. Laut einem Forennutzer wollten fast alle Euro, keine Bitcoins, also scheuten sie sich nicht, günstig zu verkaufen.
Die genannten Zahlen waren eindeutig: Ein System basierend auf einem AMD Ryzen 1700 bei 3600 MHz, das Criptonight per CPU minet, fiel innerhalb eines Monats von 3 Euro pro Tag auf 1 Euro pro Tag, bei einem Verbrauch von etwa 100 W/h. Gleichzeitig verdreifachte sich die Hashrate der relevanten Coins in einer Woche, während die Rentabilität auf ein Drittel sank. Es wurde angemerkt, dass ASICs mit Scrypt-Algorithmus rentabler seien, allerdings mit 90 Tagen Garantie bei 24-Stunden-Betrieb. Ein Nutzer fasste zusammen, dass er seinen Computer verkauft, weil er daraus mehr Gewinn ziehen kann.
Der Fork am 1. August und der Markt bereitet sich auf den Schlag vor
Mit der Bitcoin-Abspaltung am Horizont fasste ein Forennutzer die Theorie zusammen, dass Kapital aus einem Markt abfließt, sobald Unsicherheit wittert wird. Das kursierende Szenario sprach von einer Kette, die sich knapp über 1.000 Dollar hält, und einer anderen im Bereich von 300. Daher wurde der Preis um 2.800 als aufgeblasen betrachtet. Die wiederkehrende Empfehlung für jene, die bereits Gewinne erzielt hatten: Segel setzen (Gewinne sichern).
Dieses Episode hinterließ eine Lektion über die Marktdynamik. Ein Nutzer behauptete, die These, dass schwache Hände die ersten zehn Coins in die Wolken tragen, halte nicht stand: Hinter diesen Marktkapitalisierungen stehen starke Interessen, nicht nur ahnungslose Anleger. Was sich im Vergleich zu den Anfängen geändert hat, ist die Korrelation, so ein anderer Teilnehmer: Was früher entkoppelte Assets waren, bewegt sich nun im Block, getrieben von Market-Maker-Bots.
PIVX, die Währung, die nicht auf Touren kommt
PIVX konzentrierte die Hoffnungen und Enttäuschungen des Zyklus. Laut einem Forennutzer gab es eine starke Unterstützung um 35.000 Satoshis, ein guter Einstiegspunkt, aber mit einer so klaren Abwärtstrendlinie, dass wer an eine Rückkehr zu 50.000 glaubt, besser Gewinne mitnehmen sollte. Der Kurs lag bei 3,17 Dollar und die Abhängigkeit von einer einzigen relevanten Börse war fast total: Bittrex kontrollierte rund 97% des gesamten Handelsvolumens.
Die Projekt-Community organisierte einen Vorschlag für Listing auf neuen Börsen, mit Hitbtc, Binance und einem koreanischen Anbieter im Gespräch. Unterdessen wurde Staking rechnerisch erklärt: Unter 500 Coins sind die Belohnungen so sporadisch, dass sie sich nicht lohnen, und ab 10.000 kann man einen Masternode betreiben. Ein Nutzer ironisierte, dass PIVX bei einem Dollar pro Coin alle zwei Monate 25 Jahre bräuchte, um bestimmte Preise zu erreichen.
Krypto-Karten: Dash, TenX, Monaco und TokenCard
Der andere große Diskussionsstrang betraf Debitkarten, die an Kryptowährungen gebunden sind. Die Dash-Karte basierte auf Payza, beworben von Charlie Shrem, mit der Idee, Guthaben in Krypto zu laden und in Euro bei jedem Händler zu zahlen. Im Forum spekulierte man über Konditionen ohne Jahresgebühr, etwa 19,95 Fixkosten und Gebühren von maximal 3%, je nachdem ob das Limit 660 Euro überschreitet.
Das Problem entstand, als TenX mitteilte, dass Karten ohne europäischen Inhaber nicht mehr funktionieren, passend zu einem Absturz des Kurses. Zuerst TokenCard, dann Monaco, schließlich TenX: drei Projekte, drei Rückschläge. Ein Nutzer vertrat die optimistische Lesart: Diese Karten sind der entscheidende Schritt, damit Normalbürger Krypto unkompliziert nutzen, auch wenn sie vorerst teurer sind als normale Bankkarten.
Der gesamte Markt erwartete das Ethereum-Update am 17. Oktober
Ein Großteil der Diskussion drehte sich um ein einziges Ereignis: das für den 17. Oktober geplante Ethereum-Update, mit Metropolis am Horizont und Zweifeln an Raiden, Casper oder Sharding. Die wiederholte These war, dass ERC-20-Tokens — TenX, Gamecredits, Golem und Co. — seitwärts laufen und von Höchstständen fallen würden, solange ETH den Schritt nicht geht.
Demgegenüber kündigte Dash seine Evolution für Juni nächsten Jahres an, mit einer Testnet-Version vor Jahresende, was jene verwirrte, die glaubten, es gehe parallel zu Ethereum. Gamecredits veröffentlichte unterdessen die Ankündigung eines SDKs für Unity-Entwickler. Die Kernfrage war, ob Gaming und Zahlungen der echte Katalysator sein würden oder nur eine weitere Versprechung.
China, Tether und die Flucht-Anlage-Theorie
Das chinesische ICO-Verbot wurde von einem Forennutzer als Nebelkerze bezeichnet. Tether löste eine interessante Debatte aus: Bei einer Marktkapitalisierung von 380 Millionen Dollar wurde ihm vorgeworfen, Teilreservebanking zu betreiben, genau wie Banken. Das Grundargument, so der Fragesteller, sei, dass die Tokenisierung von Kapital und die Verpflichtung zum Rückkauf der Schaffung paralleler Währungen außerhalb der Kontrolle der Zentralbanken gleichkommt.
Es gab auch Bestrebungen, politische Korrelationen zu finden: Der Anstieg von Bitcoin während des katalanischen Unabhängigkeitsprozesses nährte die Theorie der Fluchtanlage. Die skeptische Antwort war kategorisch: Man kann den Wert einer Kryptowährung nicht vorhersagen, da die bestimmenden Variablen — Technologie, Wettbewerb, Soziologie — in der Zukunft liegen, nicht in einem Modell. Ein Nutzer riet dazu, das Thema abzuhaken, wenn jemand gleichzeitig "Wissenschaftler" und "Vorhersage" sagt.
Das Fazit: Der x10-Gewinn, den niemand holte
Vier Monate Diskussion ergeben ein unbequemes Bild. Der Markt vervielfachte sich, ICOs zählten in die Hunderte und Werkzeuge für den Handel — Börsen, Wallets, Paper-Wallets — waren Dauerthemen. Dominant sind die Geschichten von Einstiegen bei 1020, die bei 1300 ohne Verkauf blieben, Währungen, die ihre Blasen-Höchstwerte erreichten und sich danach auflösten, sowie Heim-Miner, die überlegten, ihre Geräte abzuschalten. Altcoin-Spekulation erforderte, so die Teilnehmer selbst, rechtzeitige Gewinnmitnahmen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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