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Krypto-Korrektur 2017: BitConnect-Crash und Altcoin-Absturz
Bitcoin Cash fiel von 800 auf 312 Dollar, BitConnect stürzte ab. Ein Rückblick auf die Krypto-Euphorie 2017/2018.
Bitcoin Cash fiel in der Altcoin-Hype-Phase von 800 auf 312 Dollar
Im Dezember 2017 erreichte Bitcoin 11.000 Dollar, während US-Aufsichtsbehörden CME- und Cboe-Futures genehmigten. Die Krypto-Euphorie schien unaufhaltsam. Wenige Tage später spaltete sich der Markt: Neueinsteiger sahen ihr Kapital halbieren, alte Hasen hielten ruhig aus. Dazwischen versprach eine Legion von Altcoins den Gewinn des Jahrhunderts.
Diese volatile Phase – Oktober 2017 bis Januar 2018 – wurde in einer Diskussion mit über 7.700 Beiträgen dokumentiert. Begeisterung, Angst und zufällig erfüllte Prophezeiungen mischten sich. Das Fazit bleibt unbequem: Kaum jemand weiß, wann man eine noch nicht geplatzte Blase verkauft.
Warum fiel Bitcoin Cash von 800 auf 312 Dollar?
Der häufigste Fall war Bitcoin Cash. Ein Anleger berichtete vom Einstieg bei 800 Dollar und einem Kursverfall auf 312 Dollar, weniger als die Hälfte. Er suchte Argumente für einen Ausstieg vor dem Totalverlust. Die dominierende Antwort war nicht Verkauf, sondern Abwarten: „Ich würde sie gären lassen“, meinte ein anderer, überzeugt von einer zweiten Chance ohne Vorwarnung.
Gegen das Halten sprach ein einfaches Faktum: Die Währung hatte weniger Volumen als Ripple oder Ethereum, was im Jargon bedeutet, dass eine Erholung schwieriger wird. Andere hatten den Verlust bereits akzeptiert. Ein Teilnehmer erzählte, er habe seine Position mit über 1.000 Euro Verlust liquidiert und diversifiziert, da die Unsicherheit gegen ihn arbeitete. In der Praxis entschied man zwischen Halten und Schneiden nur basierend auf den Daten des Vortags.
BitConnect-Crash: Von 240 auf 18 Dollar
Die lauteste Warnung betraf BitConnect, ein Projekt, das als Ponzi-Schema identifiziert wurde. Es fiel von 240 Dollar – zeitweise unter den Top 25 nach Marktkapitalisierung – auf 18 Dollar und weiter. „Es wird auf 0 gehen“, schrieb ein Warner, der darauf hinwies, dass Festgesessene kaum etwas zurückbekommen würden.
Der Zusammenbruch von BitConnect war keine technische Überraschung. Versprochene Renditen waren unhaltbar; als der Geldhahn zugedreht wurde, gab es keinen Boden mehr. Dies war die erste sichtbare Lektion der Korrektur: Projekte, die zahlen, ohne Wert zu schaffen, enden wie das Schema, das sie trägt.
War der chinesische Neujahrstag Ursache des Krypto-Absturzes?
Das Muster wiederholte sich: In den vier Jahren zuvor war der Markt vor dem chinesischen Neujahrsfest gefallen. Die gängigste Erklärung war, dass asiatische Investoren Gewinne in Fiat-Währung umtauschten, um Feiern zu finanzieren. Dieses Argument hielt sich hartnäckig, obwohl das chinesische Neujahr 2018 erst am 16. Februar stattfand – zu spät, um die Bereinigung im Januar zu erklären.
Andere vertraten eine andere These: Der Rückgang kam nicht aus Asien, sondern von den Börsenbetreibern selbst, die den Baum schüttelten, um -50% vom Höchststand zu erreichen und billig nachzukaufen. „Es werden nicht mehr Tokens gehandelt als vor einer Woche beim Anstieg“, argumentierte jemand, der glaubte, der Absturz sei orchestriert worden, ohne steigendes Volumen zur Unterstützung.
Börsen als Schwachstelle: ARDR-Fork und Market Orders
Handelsplattformen konzentrierten viel Ärger. Der ARDR-Knoten auf Poloniex hing in einer Fork fest; das Team riet von Ein- und Auszahlungen ab, bis dies gelöst war. Ein Nutzer behauptete, eine andere Börse habe ihm 498 Golem-Tokens verschwinden lassen, und zweifelte an der Zukunftsfähigkeit des Ökosystems mit solchen Betreibern.
Der teuerste Fehler passierte bei COSS: Ein schlecht getestetes Update wandelte fast fünf Stunden lang alle Limit-Orders in Market Orders um, verkaufte zum niedrigsten und kaufte zum höchsten Preis. Solche Fehler führen in regulierten Märkten vor Gericht, im Krypto-Bereich werden sie oft mit einer schriftlichen Entschuldigung abgetan.
Was unterscheidet ein Produkt-Projekt von einer Luftnummer?
Hier wurde die Debatte ernster. Gegenüber Penny Stocks, die sich täglich verdreifachen, stellte sich die Frage, welche Projekte echten Nutzen bieten. WAVES, DASH, Ethereum oder Factom wurden als Netzwerke mit realer Nutzung diskutiert, wobei ihre Fähigkeit, den Wert jenseits des Hypes zu halten, hinterfragt wurde. „Ich sehe Projekte mit über 500 Millionen Dollar Bewertung“, warnte einer, ohne den Satz zu beenden.
Der häufigste Rat war der Vergleich der Marktkapitalisierungen. Man nehme eine Altcoin mit 500 Millionen Dollar Wert und suche ein Nasdaq-Unternehmen gleicher Größe, um zu verstehen, was wirklich bezahlt wird. Ernsthaft angewandt, entlarvte diese Übung die meisten Tokens. Befürworter schneller Gewinne waren klar: „Wichtig ist, dass sie billig sind und steigen“, und sie lagen nicht ganz falsch.
Vergleich mit dem Nasdaq im Jahr 2000
Die Parallele zur Dotcom-Blase tauchte mehrfach auf. Die Analogie war treffend: Hunderte Unternehmen versprachen Dividenden vor dem Börsengang und fielen innerhalb von Monaten auf Cent-Niveaus, als ihre Bücher geprüft wurden. Der Unterschied, so ein Kommentator, sei diesmal, dass asiatische Investoren stark dabei waren und die Party nicht verpasst hatten.
Einige sahen das Phänomen auch als generationsspezifischen Boom: Eine Chance für jene, die spät ins Berufsleben kommen, wenig soziale Mobilität haben und stagnierende Löhne sehen. Dort wird der Wunsch, kleines Kapital zu vermehren, verständlich, fast unvermeidbar. Genau hier stockt die Analyse: Niemand weiß, ob es eine dreimonatige Blase oder die erste Korrektur eines längeren Zyklus war.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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