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Pi Network: Krypto-Mining per Smartphone ohne Börsennotierung
Pi Network wird täglich per App-Button auf dem Handy gemined und hat über sieben Millionen Nutzer, ist aber an keiner Börse handelbar.
Pi Network: Die Kryptowährung zum Mining per Handy, die noch nicht gehandelt wird
Jeden Morgen zur ähnlichen Uhrzeit entsperren Hunderttausende weltweit ihr Smartphone und tippen auf einen Button. Sie lesen nichts, verdienen nichts, zahlen nichts. Sie tun es aus Gewohnheit und Disziplin, in der Hoffnung, dass sich das irgendwann auszahlt. Dieser Button steht für Pi Network, eine Kryptowährung, die nicht mit Grafikkarten oder Serverfarmen geschürft wird, sondern nur durch tägliche Interaktion am Telefon. Das Projekt existiert seit Jahren, hat aber immer noch keinen Marktpreis.
Was ist Pi Network und warum kann man es nur per Handy minen?
Das Versprechen war einfach zu verkaufen: Kryptowährungen erzeugen, ohne Geld zu investieren und den Prozessor zu belasten. Im Gegensatz zu Bitcoin gibt es hier keine Rechenleistung und keinen hohen Datenverbrauch. Die App ist praktisch ein Zähler, der Münzen im Takt des Nutzers gutgeschrieben werden. Das Projekt wurde als Werk von Stanford-Doktoranden präsentiert, ähnlich wie bei den Gründern von eBay oder Netflix. Es basiert auf einem Protokoll ähnlich Stellar – Blockchain ja, aber weder Proof of Work noch Proof of Stake. Manche sehen darin technologische Leichtigkeit, andere leere Marketing-Versprechen.
Die Einstiegshürde ist minimal: herunterladen, registrieren, tippen. Das erklärt, warum die Zahlen von drei Millionen Downloads auf mehr als sieben Millionen Nutzer stiegen, wie die Community angibt. Nur wenige Kryptowährungen können eine solche Masse vorweisen.
Der Sicherheitskreis: Mining bedeutet vor allem Einladen
Der entscheidende Punkt ist der Anreiz. Die Mining-Geschwindigkeit hängt nicht vom Telefon ab, sondern von Empfehlungen: Je mehr Leute über deinen Link beitreten, desto mehr Münzen generierst du. Deshalb endet jede Nachricht mit einem Einladungscode. Veteranen zeigten Zahlen wie 10.000 Pi und 5.000 der Konkurrenz Bee, oft mit dem Zusatz: Wer null hat, will einfach nicht.
Hier liegt der Widerspruch. Viel Skepsis innerhalb der Community fasst eine unbequeme Idee zusammen: Es wirkt wie ein klassisches System, in dem die Spitze der Pyramide gewinnt. Es ist kostenlos, okay. Aber Zeit kostet auch Geld, und die Struktur belohnt Recruiter mehr als Produkt-Nutzer. Der Zwang ist nicht nur wirtschaftlich: Jemand veröffentlichte sogar ein Tutorial, um das tägliche Tippen zu automatisieren, da verpasste Mining-Zeit wegen einer Benachrichtigung beim Autofahren oder Schlafen mehr Sorgen bereitete als der zukünftige Preis.
Die KYC-Hürde: Ausweis, Selfies und gesperrte Guthaben
Mining war leicht. Auszahlung nicht. Um Münzen freizugeben, muss eine Identitätsverifizierung (KYC) mit Personalausweis, Reisepass oder Führerschein sowie einem Selfie durchgeführt werden. Die ersten Schritte erfolgten über Yoti, und nicht jeder bestand: Manche mit 6.000 Pi auf dem Konto erfuhren, dass ihre Dokumente die Anforderungen nicht erfüllten.
Das Grundproblem ist anders gelagert. Die App trennt das Guthaben in übertragbar und unverifiziert, wobei in vielen Konten 90 % der Münzen im Limbo hängen, obwohl ihre eingeladenen Kontakte bereits das KYC abgeschlossen haben. Offiziell heißt es, das Guthaben werde schrittweise übertragbar, sobald die Identität validiert sei. Die Erfahrung zeigt jedoch das Gegenteil: Über sechs Monate eingefrorene Beträge ohne Erklärung. Die Befürchtung ist klar: Diese Münzen könnten auch bei der offenen Mainnet fehlen, was die Menge, die an Börsen verkauft werden kann, zwangsweise reduziert.
Wie viel ist ein Pi wert? Von 0,10 € bis zum Traum vom Millionengewinn
Niemand weiß es genau, was Fantasien beflügelt. Es kursieren Preise für jeden Geschmack: zwischen 2 und 15 Dollar basierend auf internen Transaktionen, eine vernünftige Startspanne zwischen 0,01 und 0,10 Dollar laut Vorsichtigen, und die klassischen 300 oder 1.000 Dollar derer, die sich schon in Thailand sehen. Die ehrlichste Berechnung stammt von jemandem, der 17.000 Münzen einfroren hatte: Bei 0,0001 Dollar wären sie 1,70 Euro wert. Seine Zeit, sagte er, sei mehr wert.
Die Mainnet, die nie kommt, und das Ökosystem der Nachahmer
Das Projekt verharrt ewig in Phase drei. Der freiwillige Guthaben-Lock wurde aktiviert, die Migration zur geschlossenen Mainnet erfolgte, Nodes, Panels und Konventionen wurden angekündigt. Und ein sichtbares Mitglied des Gründer-Teams ging mit einem Viel Glück. Für die offene Mainnet, die einzigen echten Kauf- und Verkaufsmöglichkeiten, gab es kein Datum. Eine Roadmap für Ende Jahr blieb aus.
Inzwischen wurde die Formel kopiert: Bee Network, Timestope und Verwandte mit identischem Button und Diskurs. Erwartung ohne Ergebnis hat Kosten, und manche zahlen bereits: eingefrorene Apps und ungetippte Buttons, in der Hoffnung, dass es doch klappt. Mit sieben Millionen Nutzern und keiner börsennotierten Währung stellt sich nicht mehr die Frage nach dem Wert, sondern wie lange der Finger noch aushält.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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