Kritik an DiverXO: Menüs für 300-400€ spalten die Kunden

Menüs für 300-400 Euro pro Person und eine Sardellen-Raspel für 55 Euro: Die Debatte über Preise in Spaniens gehobener Gastronomie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kritik an DiverXO: Menüs für 300-400€ spalten die Kunden
DiverXO und das 300-Euro-Menü: Die Debatte reißt nicht ab

Es gibt eine Portion Tortilla für 8 Euro und ein Menü, das 300 oder sogar 400 kostet. Zwischen diesen beiden Preisen liegt viel von dem Unbehagen, das den Konsum in Spanien heute prägt. Das Gespräch, das dies auslöste, läuft seit mehr als 3.700 Tagen – zehn Jahre – und ist noch immer aktuell: Es begann mit einer Zusammenstellung von TripAdvisor-Kritiken, die El Mundo über spanische Restaurants mit drei Michelin-Sternen veröffentlichte. Im Zentrum der Kritik stehen DiverXO und sein Chefkoch Dabiz Muñoz.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob Haute Cuisine Kunst ist. Sie lautet: Ab welchem Preis hört sie auf, Essen zu sein?

Was kostet das Essen bei DiverXO und in der gehobenen Gastronomie?

Die Beträge, die Besucher nennen, reichen vom Anekdotischen bis zum Abschreckenden. Am häufigsten wird die Sardellen-Raspel erwähnt, die zusammen mit Getränken etwa 55 Euro kostet. Die vollständigen Menüs liegen, laut Berichten, zwischen 300 und 400 Euro pro Person; eine oft zitierte Berechnung geht von 400 Euro für zwei Personen aus.

Dem gegenüber steht der Hinweis, dass die Gruppe des Kochs mit StreetXo eine günstigere Variante betreibt, wo Rechnungen von 35-40 Euro pro Person genannt werden. Und wer 160 Euro für einen Ochsenkotelett-Teller mit Anchovis gezahlt hat, verteidigt, dass sich das Geld gelohnt habe. Die Uneinigkeit betrifft nicht nur die Höhe, sondern auch das Warum und Was.

Michelin-Sterne und der Zwang zur saisonalen Innovation

Eine der am häufigsten angeführten Erklärungen verweist auf das Bewertungssystem. Guides und Rankings belohnen vor allem Kreativität: Wer die Karte beibehält, riskiert den Sternverlust, und dieser Druck zwingt Köche, jede Neuheit ins Menü aufzunehmen, selbst wenn sie kaum genießbar ist. Gezahlt wird, so heißt es, nicht für das Gericht, sondern für die ständige Erneuerung.

Als Beispiel dient ein Teller Kichererbsen mit Curry und Minze, karamellisiert: Auf einer normalen Speisekarte wäre das ein Witz; im richtigen Ambiente gilt es als Avantgarde. Hinzu kommt der Verdacht eines Ego-Zirkels, in dem sich Köche gegenseitig Plagiat vorwerfen, was den tatsächlichen Spielraum für Innovation einschränkt.

Was man für 400 Euro außerhalb des Restaurants bekommt

Der häufigste Vergleich ist der Kühlschrank-Inhalt. Die detaillierte Aufstellung ergibt eine überraschende Liste:

  • Ein 4,6-5 kg schweres Ibérico-Schulterblatt (Pata zaina) für 58 Euro
  • Ein Schafskäse der Kategorie 50 Euro pro 1,5-kg-Stück
  • Thunfischbauch (Ventresca) aus Almadraba-Fang, weiße Garnelen oder Gambas aus Huelva und Gurumelos-Pilze je nach Saison

Mag als Stammtisch-Demagogie gelten, aber die Diskrepanz zwischen Produktkosten und Endpreis ist die häufigste Beschwerde.

Das Tagesmenü für 10 Euro und der Pintxo für 2 Euro

Nicht alles ist teuer. Auf der anderen Seite werden würdige Tagesmenüs für 10 Euro, vier Tapas und zwei Getränke für unter 20 Euro, Pintxos für 2 Euro im Baskenland und Pintxo-Pot-Nächte mit vier Pintxos und vier Getränken für unter 10 Euro genannt. Auch hier gibt es Stimmen, die gut gemachte, kreative Küche zu moderaten Preisen verteidigen, die Asadores mit Spanferkel für 25-30 Euro pro Kopf erwähnen und ein Abendessen mit Joselito 5J-Schinken, Krabben und Lammrippchen in Zaragoza für 102 Euro für zwei loben.

Posing, soziale Medien und die Mittelschicht, die die Rechnung zahlt

Wer geht dorthin? Man behauptet, es seien nicht die wirklich Reichen, sondern eine Mittelschicht, die beeindrucken will. Das Bild, das diese Argumentation zusammenfasst: Der Kaiser ist nackt, und niemand traut sich zuzugeben, hereingelegt worden zu sein. Dazu kommt die Gewohnheit, jedes Gericht für Social-Media-Posts zu fotografieren, während andere zugeben, solche Lokale zu besuchen, es aber nicht öffentlich machen, um nicht protzig zu wirken.

Es gibt auch einen prosaischeren Bericht: Ein kleines Crêperie-Viertellokal, das rohe und mehlig schmeckende Crêpes servierte, hielt nur sechs Monate durch. Wenn die Neugier erlischt, bleibt der Kunde weg.

Eines hat sich nicht geändert: Die Reservierungen haben weiterhin monatelange Wartelisten. Zehn Jahre Kritik haben keinen einzigen Tisch geleert, und genau diese Tatsache verwundert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (154 Antworten).

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