Kaffee in spanischen Bars: Preiserhöhung bei sinkender Qualität

In Spanien kostet ein Cortado oft 1,30€, während die Qualität durch billigen Torrefacto-Kaffee und schlechte Zubereitung leidet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kaffee in spanischen Bars: Preiserhöhung bei sinkender Qualität
Der 1,30€-Cortado entlarvt das Geschäft mit dem Bar-Kaffee

Ein Cortado für 1,30€ empört weniger wegen des Preises als wegen dessen, was danach in der Tasse landet. Diese Summe für einen Kaffee in spanischen Bars zu zahlen und dabei eine halbherzige, oft kalte Flüssigkeit mit weniger Milch als ein Café con leche zu erhalten, ist der Auslöser einer Beschwerde, die nicht mehr nur den Preis betrifft. Das Wechselgeld wird zudem auf dem Unterteller abgelegt, was als Einladung zum Trinkgeld wirkt. Das Problem liegt weniger im geforderten Betrag als in dem, was serviert wird.

Warum steigt der Kaffepreis in spanischen Bars?

Die Preisspanne für Kaffee an der Theke ist heute so breit, dass der Preis kein objektiver Datenpunkt mehr ist, sondern zur Strategie wird. 1,30€ für einen Cortado koexistieren mit Franchiseketten, die zwischen 1,50€ und 1,80€ verlangen, und Lokalen, die Solo und Café con leche auf 1€ bzw. 1,20€ gesenkt haben. Das Muster, günstigen Kaffee als Lockmittel einzusetzen, ist altbekannt: Manche Betriebe bieten ihn für 0,50€ an, füllen morgens die Theke, um später Alkohol, Zigaretten oder Frühstück zu verkaufen. Andere erzwingen über Treueprogramme eine Vorauszahlung von 20€, um diesen Mindestpreis zu erhalten; der niedrige Tarif fungiert somit als Eintrittskarte.

Niemand bestreitet, dass Gastronomen Kosten haben — Produkt, Miete, Strom, Personal und kommunale Steuern —, aber der Betrug wird spürbar, wenn der Preis steigt, ohne dass sich der Inhalt verbessert. Hier stellt sich die unbequeme Frage: Ist es wirklich so teuer, einen Kaffee zu servieren, oder wurde die Marge ausgedehnt, weil Kunden einfach schlucken?

Was kostet es den Wirt, einen Kaffee zu servieren?

Berechnungen unter Fachleuten beziffern ein Kilogramm mittel- bis hochpreisigen Kaffees auf etwa 13€, was ungefähr 100 Tassen ergibt. Die Rohmaterialkosten liegen daher bei wenigen Cent pro Tasse. Der Rest wird durch Miete, Stromrechnung, Löhne und lokale Abgaben gedeckt — Posten, die nicht ins Glas passen, aber die Endrechnung erklären. Der Unterschied zwischen den Bars liegt in der Bohnenauswahl: Billigerer Torrefacto-Kaffee kostet unter 10€ pro Kilo, und diese Ersparnis schmeckt man am Gaumen. Ein Gastronom, der Solo, Cortado und Café con leche für 1€ inklusive Petit Four anbietet, behauptet, gute Kundenpflege und Ehrlichkeit führen dazu, dass sie wiederkommen — und andere mitbringen.

Torrefacto: Das Problem ist nicht der Preis, sondern die Bohne

Ein Großteil der Empörung richtet sich nicht gegen die Rechnung, sondern gegen das, was im Behälter liegt. Der Kaffee, der auf den meisten Theken serviert wird, ist Torrefacto, also mit Zucker geröstet. Diese Praxis verbilligt das Produkt und ist im Gastgewerbe zur Norm geworden. Manche beschreiben ihn unverhüllt als schädliches Gebräu, andere erinnern daran, dass große Marken Torrefacto liefern, weil genau das von den Bars nachgefragt wird. Die Empfehlung der Kaffeekenner lautet, den Grinder zu prüfen: Schwarze, glänzende Bohnen verraten die Zuckerröstung. Als Ausweg bleiben Franchises wie Starbucks, Costa oder Nero mit anderen Bohnensorten, obwohl auch dort die Maschinen nicht immer vorbildlich sauber sind.

Kaltem Kaffee und aufgewärmter Milch: Die Liturgie des schlechten Kaffees

Ein weiteres Ärgernis ist die Temperatur; hier ist die Klage einstimmig: Der Kaffee kommt kalt. Dahinter steckt eine Mechanik, die kaum Geheimnisse birgt. In schwachen Stunden wird halbe Milchkannen im Dampfer fast zum Kochen gebracht, offen stehen gelassen und beim nächsten Kunden erneut erhitzt. Manche haben bis zu achtzehn Aufwärmzyklen derselben Kanne gezählt, was zu saurer Milch und einem perversos Geschmack führt. Manchmal ist der Schaum überschüssig, nicht bestellt und endet mit einem Latte-Art-Muster und einer letzten „Matador“-Bewegung.

Guter Kaffee existiert auch, meist aber nur zu Hause

Angesichts des Gemischs an der Bar hat sich viel Leidenschaft ins Wohnzimmer verlagert. Dort finden sich Geräte wie Saeco, Scheibenmühlen (besser konische als flache Mahler, da sie die Bohne weniger erhitzen) und Marken wie Lavazza oder Illy mit Sorten, die im Gastgewerbe selten anzutreffen sind. Das Extrem bilden Varietäten wie der Mocha Sanani aus Jemen, der rund 60€ pro Kilo kostet und nicht in jedem Regal steht. Die Kluft zwischen Haushaltskaffee und Bar-Kaffee hat sich so weit geöffnet, dass manche ihn draußen gar nicht mehr bestellen.

Bei Rohstoffkosten von wenigen Cent pro Tasse, einer Preisspanne vom Lockangebot bei 0,50€ bis zu 1,80€ in Franchises und weiterhin dominierendem Torrefacto an der Theke lautet die Frage nicht mehr, was ein Kaffee kosten sollte. Sie lautet, wie viele Kunden bereit sind, 1,30€ für einen Kaffee zu zahlen, den sie nicht trinken wollen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (153 Antworten).

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