Konzerte und Fußball: Die Maschine, die Geld von den Armen zu den Reichen umverteilt

Tausende zahlen 200 € für ein Konzert, während Künstler und Fußballer Vermögen einstreichen. Verantwortungsvoller Konsum bleibt eine Utopie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

200 € für ein Konzert: Freizeit oder finanzielle Dummheit?

Ein Arbeitnehmer, der 1.500 € im Monat verdient, fragt sich, ob es sich lohnt, 200 € für eine Bruce-Springsteen-Karte auszugeben. Das sind vier Arbeitsstunden, so seine Rechnung. Am Ende beschließt er, die Gürtel enger zu schnallen und die Karte doch zu kaufen. Der Künstler hingegen nimmt laut Angaben seiner Tournee 4,9 Millionen Euro aus verkauften Tickets ein. Der Einkommenstransfer von unten nach oben ist obszön. Und das passiert nicht nur in der Musik.

Das Freizeitgeschäft: Konzerte und Fußball als Gehaltsabschöpfer

Die Preise für Konzerttickets sind explodiert. Nach gesammelten Berichten ist es üblich, 200 € für einen Popkünstler zu zahlen, während klassische Musik bei rund 30 € bleibt. Der Unterschied ist kein Zufall: Die Unterhaltungsindustrie hat gelernt, die Verbraucher auszupressen. Dasselbe gilt für den Fußball: Dauerkarten für hunderte Euro, Reisen zum Verein – und das alles, damit die Klubbesitzer und Fußballer, viele mit Millionensvermögen, ihre Konten weiter auffüllen können. Manche weisen darauf hin, dass Fans, viele mit knappen Gehältern, diese Ausgaben über Grundbedürfnisse stellen und die Entscheidung mit der Leidenschaft rechtfertigen.

Das Paradox des Verbrauchers: mehr zahlen für dasselbe

Man muss nicht ins Konzert gehen, um den Transfer zu sehen. Ein Alltagsbeispiel: Im Supermarkt kostet eine 900-ml-Flasche Fairy-Spülmittel 3,95 €, während die Eigenmarke Ultra 1.300 ml für 1,90 € anbietet. Beide erledigen dieselbe Aufgabe. Der Verbraucher zahlt 108 % mehr für die Marke, ein Aufpreis, der direkt zu den Aktionären des Konzerns fließt. Dieses Muster wiederholt sich bei Dutzenden Produkten: Die Menschen verschenken ihr Geld an Großkonzerne, kaum mit Widerstand.

Die Opportunitätskosten der Unterhaltung

Wer 200 € für ein Konzert ausgibt, verzichtet auf etwas: auf einen Wocheneinkauf für zwei Wochen, nach mancher Rechnung. Die Entscheidung ist persönlich, aber in großem Maßstab wiederholt hat sie volkswirtschaftliche Folgen. Jeder Euro, der zu einem Künstler oder einem Spitzensportler geht, ist ein Euro, der nicht in die lokale Wirtschaft investiert, nicht gespart, nicht für produktiveren Konsum ausgegeben wird. Die Kritik richtet sich nicht gegen die Freizeitgestaltung selbst, sondern gegen das Missverhältnis zwischen dem tatsächlichen Wert und dem gezahlten Preis.

Währenddessen reiben sich die Multimillionäre aus Showbusiness und Sport die Hände. Der Verkauf der Villa von Shakira und Piqué – eine weitere Dauer-Schlagzeile – ist nur die Spitze des Eisbergs. Das eigentliche Geschäft liegt in Tickets, Trikots und Dauerkarten. Und wer zahlt? Fast immer derselbe: ein kleiner Angestellter, der viele Stunden arbeitet, um sich ein paar Stunden Ablenkung leisten zu können.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (47 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver