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KI-Treibstoff: Festplattenpreise explodieren auf 100 Euro pro Terabyte
Festplattenpreise haben sich binnen weniger Monate verdoppelt, da Rechenzentren die gesamte Produktion von Seagate und Western Digital bis 2027/2028 aufkaufen.
KI-Boom verteuert Festplatten: Ein Terabyte kostet nun hundert Euro
Vor einem Jahr lag der Preis für eine mechanische 1TB-Festplatte bei etwa 50 Euro. Heute kostet dieselbe Einheit rund hundert Euro. Dieser Anstieg ist kein Zufall des Marktes, sondern das Ergebnis einer industriellen Neuausrichtung, bei der künstliche Intelligenz und Rechenzentren die weltweite Speicherproduktion absorbieren. Die Preise für Festplatten sind drastisch gestiegen, was Endnutzer, die zusätzlichen Speicherplatz benötigen, deutlich zu spüren bekommen.
Der Datenhunger der KI treibt die Preise in die Höhe
Der Anstieg ist keine vorübergehende Schwankung. Rechenzentren, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen erforderlich sind, verlangen immer mehr Kapazität. Branchendaten zufolge haben Seagate und Western Digital ihre gesamte Speicherproduktion bereits bis 2027 bzw. 2028 verkauft, mit festen Preisen. Dies lässt kaum Lagerbestand für den allgemeinen Markt übrig, und was verfügbar ist, wird teuer gehandelt.
Ein Beispiel, das sich wie ein Lauffeuer verbreitete: Eine Seagate IronWolf NAS 12TB-Festplatte kostete im August letzten Jahres 235 Euro und wird nun für 550 Euro verkauft – mehr als das Doppelte. 1TB-Festplatten, die traditionell um die 50 Euro lagen, überschreiten in Shops wie Pccomponentes bereits die 100-Euro-Marke. Auch externe Festplatten sind betroffen: Eine Toshiba 4TB-Festplatte, die vor fünf Jahren 84 Euro kostete, wird heute für 176 Euro angeboten.
Es handelt sich nicht nur um Inflation, sondern um eine strukturelle Neuzusammensetzung. Der Markt hat sich von der Produktion für Privatkunden zur Versorgung großer Dateninfrastrukturen verschoben. Jeder durchschnittliche Nutzer mit einigen Terabytes Fotos, Videos oder Spielen steht nun vor der Entscheidung: Den Aufpreis zahlen oder nach Alternativen suchen.
Qualität: Marken mit Ausfällen und irreführende Angaben
Während die Preise steigen, hält die Qualität nicht immer Schritt. Western Digital, eine der traditionsreichsten Marken, verzeichnet zunehmen Fehler, die früher selten waren. Einige Modelle nutzen SMR-Technologie (Shingled Magnetic Recording), die günstiger ist, aber schlechtere Leistung bei kontinuierlichen Schreibvorgängen bietet. Zudem wurden Fälle dokumentiert, in denen eine externe Toshiba-Festplatte tatsächlich eine Samsung-Einheit enthielt, was Garantieansprüche erschwert.
Zuverlässigkeit ist ein kritischer Faktor in einem Kontext, in dem Informationen mehr wert sind als die Hardware. Experten für Datenrettung empfehlen, Festplatten nicht auszuschalten, sie in RAID-Konfigurationen zu betreiben und inkrementelle Backups an separaten Standorten durchzuführen. Die klassische Backup-Formel – zwei Kopien auf unterschiedlichen Medien – erlebt ein Comeback.
HDD oder SSD? Die ewige Frage der Datensicherung
Die Debatte über das beste Medium für Backups ist neu entfacht. SSDs verlieren bei langer Nichtnutzung die Ladung ihrer Zellen, wodurch Daten unlesbar werden können. HDDs hingegen demagnetisieren mit der Zeit, wenn auch viel langsamer. Die Thermodynamik macht keine Ausnahmen: Pro 10 Grad höherer Lagertemperatur verdoppelt sich der Elektronenverlust. So hält eine SSD bei 55 Grad nur acht Wochen stand, verglichen mit 404 Wochen bei 25 Grad.
Experten raten davon ab, mechanische Festplatten als Backup in Umgebungen mit hohen Temperaturen zu verwenden, und empfehlen stattdessen NAS-Laufwerke, die dauerhaft verbunden und in RAID konfiguriert sind. Es gibt keine endgültige Lösung, aber ein gutes Schema aus Kalt- und Warm-Backups kann das Risiko mindern.
Wo man kaufen kann, ohne pleitezugehen
Verbraucher, die die aktuellen Preise vermeiden möchten, haben Optionen. Flohmärkte und Secondhand-Börsen sind die letzte Bastion günstiger Festplatten: Hier finden sich 500-GB-Laufwerke für fünf Euro. Geduld und Glück spielen eine Rolle, doch es ist eine Alternative zu den 175 Euro, die eine neue 4TB-Festplatte kostet. Manche nutzen auch Reste von Servern oder mieten Platz im Haus eines Freundes über eine VPN-Verbindung, eine Praxis, die sich unter Sparfüchsen verbreitet.
Seagates Produktion ist bis 2027 verkauft, Western Digitals bis 2028. Für Verbraucher stellt sich nicht nur die Frage, ob sie mehr zahlen müssen, sondern ob sie überhaupt noch Festplatten finden. Der Preisanstieg scheint keine vorübergehende Blase zu sein, sondern eine strukturelle Neuordnung: Die Datennachfrage der KI hat den Heimmarkt besiegt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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