Klassische Slips: vom Corte Inglés bis zum 1-Euro-Flohmarkt

Ein Dreierpack Slips für 3,99 Euro oder ein einzelnes Exemplar für 1 Euro auf dem Flohmarkt: Die klassische Männerunterwäsche überlebt abseits der großen Ketten und jenseits des Boxershorts.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Klassische Slips: vom Corte Inglés bis zum 1-Euro-Flohmarkt
Der klassische Slip überlebt auf dem Flohmarkt für 1 Euro

Ein Mann betritt ein Modegeschäft, fragt nach Slips, und die Verkäuferin sieht ihn an, als hätte er gerade etwas Anstößiges verlangt. Die Szene wiederholt sich in jedem Einkaufszentrum: Der klassische Slip, der nicht einengt, ohne Muster und ohne Gummibünde, die abschnüren, ist zur Seltenheit geworden, die einen auf Pilgerreise durch Hypermärkte, Flohmärkte und Läden im Viertel zwingt. Die Suche nach einem günstigen, schwarzen und weit geschnittenen Kleidungsstück ist zu einem Widerstandskampf gegen das Schaufenster geworden.

Ausgangspunkt ist eine Größe XXL 60, schwarz, aus Baumwolle und nicht einengend. Keine engen Boxershorts, keine Muster. Die jahrelang bevorzugte Marke liefert nicht mehr: Die Qualität ließ nach, der Schnitt wurde enger. Von da an ist die Liste der Fehlschläge lang. Die großen Ketten bieten nur Boxershorts an. Die Modegeschäfte wissen nicht, was ein Slip ist. Und der Preis wird zum entscheidenden Filter: Wer früher fünf Euro für zwei Stück zahlte, verweigert sich, fünfzehn für ein einziges auszugeben.

Was einen bequemen Slip ausmacht

Die Definition ist präzise: Baumwolle, weiter Schnitt, Nähte, die man nicht spürt, und ein Bund, der nicht einschneidet. Das Problem: Der Markt ist in die entgegengesetzte Richtung gegangen. Die enge Boxershorts mit Elastan und Logos am Bund beherrscht die Regale. Manche halten dagegen, dass eine Boxershorts aus hundert Prozent Baumwolle ohne Elastan auch nicht stört. Die Diskussion verlagert sich auf die Materialzusammensetzung: 95 % Baumwolle und 5 % Elastan setzt sich als übliche Formel durch, wobei manche warnen, Polyester und Lycra machten das Kleidungsstück zum Backofen.

Die Haltbarkeit des Bundes ist ein weiteres Kriterium, das mit der Zeit geprüft wird. Sogar ein Häusetest wird vorgeschlagen: das Teil ein Jahr in einer Schublade aufbewahren und schauen, ob es nachgibt. Die geplante Obsoleszenz erreicht auch die Unterwäsche.

Wo man Slips findet, die keine Boxershorts sind

Der Hypermarkt erweist sich als Zufluchtsort. Ein Dreierpack für 3,99 Euro in Farben von tiefschwarz bis verwaschenem Schwarz wird als das beschrieben, was dem Ideal am nächsten kommt. Das Problem ist wieder die Hitze. Das bequeme Kleidungsstück erweist sich als schwül. Eine andere Supermarktkette bietet Mikrofaser an, und wer sie probiert hat, will nichts anderes mehr.

Der Flohmarkt macht das Rennen. Ein Slip für 1 Euro, mit derselben Zusammensetzung aus 95 % Baumwolle und 5 % Elastan, wird zum besten getesteten Modell gekürt. Die Ironie liegt auf der Hand: Das günstigste und am wenigsten beworbene Kleidungsstück schlägt das der großen Handelsketten. Läden im Viertel und Kurzwarengeschäfte mit Knöpfen und altmodischer Ware erscheinen als Alternative für alle, die nicht vom Onlinehandel abhängig sein wollen.

Der Preis als rote Linie

Die Spanne ist eng. Fünf Euro für zwei Stück waren die Messlatte. Darüber gilt als Wucher. Marken, die in Spanien produzieren und mit Qualität prahlen, starten bei 15 Euro pro Stück, und obwohl man einräumt, dass sich das Tragegefühl anders anfühlt, passt der Aufwand nicht. Im Schlussverkauf kommen Dreierpacks mancher klassischer Modemarken auf fünf Euro pro Stück.

Baumwolle hat ihren Preis. Bequemlichkeit auch. Die Frage ist, wie viel jemand zu zahlen bereit ist, der nur seine Unterwäsche nicht spüren will.

Das Gespräch driftet zum Stereotyp ab

Die Suche nach einem unauffälligen Kleidungsstück mündet am Ende in eine Debatte darüber, was als männlich gilt. Manche behaupten, der Slip gehöre einer anderen Epoche an, und der moderne Mann greife zur Boxershorts. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Die enge Boxershorts ist nicht modern, sie ist unbequem. Die Ironie zieht sich durch den Austausch, wenn das Kleidungsstück mit Damenunterwäsche verglichen oder behauptet wird, der Slip sei etwas für eine andere Generation.

Die Anekdote liefert ein Bad im Fluss nach dem Lauf, mit Slip vor aller Augen. Die Geste dient dazu, das Kleidungsstück als etwas Praktisches und Komplikationsloses zurückzufordern.



Das Kleidungsstück, das nicht beworben wird, kein Schaufenster hat und das kaum jemand benennen kann, ohne ein Wort zu verwenden, das nach etwas anderem klingt, existiert weiterhin. Es liegt auf dem Flohmarkt, kostet einen Euro und funktioniert besser als das mit Logo verkaufte. Der Premiummarkt hat es nicht abgeschafft: Er hat es nur unsichtbar gemacht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (75 Antworten).

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