Klage gegen Llados: Tausende Betroffene und ein 1.000-Euro-Kurs

Über tausend Personen bereiten eine Sammelklage gegen den Influencer Llados vor, der mit einem Kurs für über 1.000 Euro versprach, das erste Millioneneinkommen zu erzielen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Klage gegen Llados: Tausende Betroffene und ein 1.000-Euro-Kurs
Klage gegen Llados: Tausende Betroffene und ein 1.000-Euro-Kurs

Mehr als tausend Personen bereiten eine Sammelklage gegen den Influencer Llados wegen eines angeblichen Schneeballsystems vor. Das Kernprodukt ist ein Kurs für über 1.000 Euro, mit dem die Teilnehmer laut Werbung ihr erstes Millioneneinkommen erzielen sollen. Die Zahlen sind kein Zufall: Tausend Kunden zu je tausend Euro ergeben exakt eine Million. Diese runde Arithmetik hat den Fall in ein kleines Experiment verwandelt, das aufzeigt, wo Motivation endet und Schwindel beginnt.

Der Fall landet vor Gericht mit zwei anfänglichen Problemen, die jeder Wirtschaftsanwalt sofort erkennt: Der Großteil des Geschäfts wird als Weiterbildung verkauft, nicht als Investition, und der Hauptbeschuldigte lebt nicht in Spanien. Mit diesen beiden Faktoren wird der strafrechtliche Weg kompliziert und der Zeitplan zieht sich in die Länge.

Was der Kurs von Llados tatsächlich bietet

Das Herzstück des Geschäfts ist ein Paket aus Videos und Motivationsvorträgen zum Preis eines Universitäts-Masters. Wer es kauft, erwirbt keine Beteiligung, keinen Fonds und kein renditebringendes Aktivum, sondern Inhalte. Hier liegt der erste Riss in der Erzählung der Kläger, denn die Werbung beschreibt das Angebot recht wörtlich. Manche argumentieren, dass, wenn die Website Punkt für Punkt auflistet, was man für das Geld erhält, kein typischer Betrug vorliegt, sondern einfach ein schlechtes Geschäft. Die Verteidigung des Verkäufers schreibt sich quasi von selbst.

Die Anklage zielt hingegen auf etwas anderes ab: den Lockeffekt. Der Kurs wird nicht als Kurs verkauft, sondern als Abkürzung. Die Botschaft lautet, dass Erfolg vom Bezahlen abhängt und wer nicht zahlt, ein Verlierer ist. Dieser soziale Druck, so die Kläger, verwandelt einen freien Kauf in eine Akquise.

Die diskutierte pyramidale Struktur

Das in der Klage beschriebene Schema folgt der klassischen Form: Die Ersten zahlen für den Einstieg, und das System funktioniert nur, solange neue Käufer bereit sind, später Geld einzubringen. Es läuft, solange Schlange steht. Wenn die Schlange abreißt, zahlt der Letzte die Party. Ein häufiger Vergleich ist der Goldrausch: Reich wurden nicht die Goldsucher, sondern die, die Spaten, Schaufeln und Landkarten verkauften.

Der häufigste Einwand gegen diese These ist, dass ein Kurs keine Gewinne unter den Alt-Teilnehmern verteilt, es also streng genommen keine Pyramide gibt. Die Diskussion verlagert sich daher auf die Ebene der Akquise: Wenn das Versprechen neuer Kunden auf wirtschaftlichen Ergebnissen basiert, ist das Bildungsmantel nicht mehr neutral.

Das Problem, jemanden zu verklagen, der nicht in Spanien lebt

Hier taucht das praktische Hindernis auf, das den Fall möglicherweise vor jedem Argument entscheidet. Wenn der Beklagte nicht in spanischem Hoheitsgebiet wohnt, erfordert die Justizmaschine Zustellungen und Rechtshilfeersuchen (comisiones rogatorias), Verfahren, die jeden Prozess extrem verlängern. Ein Rechtsstreit ist ohnehin langsam; mit einer Partei im Ausland wird er zum Marathonlauf, bei dem der Kläger oft vor dem Richter ermüdet.

Hinzu kommen die Kosten. Eine Strafanzeige ist keine gütliche Einigung: Man muss Geld vorstrecken, das Verfahren durchhalten und damit rechnen, dass die Rechnung bleibt, wenn man verliert. Die optimistischste Berechnung für die Betroffenen setzt auf ein schnelles und abschreckendes Urteil. Das pessimistische Szenario sieht Jahre des Papierkriegs, steigende Ausgaben und ein Urteil vor, das zu spät kommt, um noch etwas zurückzuholen.

Das Ruhm-Geschäft, das der Prozess generiert

Es gibt einen Aspekt, den kaum jemand diskutiert: die Publicity. Ein Prozess dieser Größenordnung bringt den Namen des Beklagten in alle Medien, und im Ökosystem der digitalen Gurus bedeutet Bekanntheit Umsatz. Die Vermutung, dass der Beklagte den Aufruhr als Angriff des Systems instrumentalisiert, ist eine gängige Hypothese. Auch in die andere Richtung wird gezeigt: Kanzleien, die nach Aufmerksamkeit suchen, und Kanäle, die Kontroversen inszenieren, um Klicks zu generieren. Alle verdienen etwas – außer denen, die das Geld bezahlt haben.

Das Profil der Käufer und die unbequeme Frage

Der unangenehmste Teil der Angelegenheit ist der, über den am wenigsten laut gesprochen wird: An wen wird das verkauft? Das gezeichnete Bild zeigt Menschen mit finanzieller Not, geringem Finanzwissen und hoher Social-Media-Affinität. Leute, die nach einer Abkürzung suchen, weil der lange Weg für sie nicht reicht. Auf dieses Profil wirkt das Versprechen einer Million Euro wie ein Magnet.

Daraus ergibt sich die Frage, die keine der beiden Seiten vollständig beantworten will: Wenn der Durchschnittskäufer kein informierter Investor ist, wo liegt die Grenze zwischen Hoffnung verkaufen und Verzweiflung ausnutzen? Das spanische Verbraucherschutzgesetz schützt vor irreführender Werbung, aber für Betrug braucht es mehr als Reue. Und genau dieses Mehr muss der Prozess beweisen.



Mit tausend organisierten Betroffenen und einem 1.000-Euro-Kurs pro Kopf hat der Fall gute Chancen, zur Rechtsprechung über die Grenzen des bezahlten Coachings zu werden. Oder zu einem Dokumentarfilm darüber, wie man sein Geld doppelt verliert: einmal beim Kauf des Kurses und einmal beim Bezahlen des Anwalts. Hat schon jemand berechnet, wie viele der Tausend am Ende überhaupt etwas zurückbekommen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (165 Antworten).

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