Falschmeldung: 755 Mutterschiffe im Kuipergürtel

Unverifizierte Behauptung über 755 versteckte Raumschiffe im Kuipergürtel; Zahlen schwanken zwischen 750 und 755.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Falschmeldung: 755 Mutterschiffe im Kuipergürtel
Die «755 Mutterschiffe» im Kuipergürtel: Die Zahlen passen nicht

Im Kuipergürtel sollen sich laut einem in Foren kursierenden Bericht 755 Mutterschiffe befinden. Oder 754. Oder 753. Oder 750, elektrisch angetrieben, je nachdem, wer es gehört hat. Niemand einigt sich auf eine Zahl, und diese Unstimmigkeit ist das Solideste an der ganzen Geschichte: Es gibt keine astronomische Entdeckung dahinter, kein Instrument bestätigt den Fund, keine Institution unterstützt die Aussage. Eine Geschichte zirkuliert, von Bildschirm zu Bildschirm weitergegeben mit der Sicherheit dessen, der einen bekannten Witz erzählt. Und mit derselben Absicht als Insider-Witz, mit der sie entstand.

Gibt es Beweise für die 755 Mutterschiffe?

Nein. Die Geschichte funktioniert gerade weil niemand sie überprüft: Die Zahl wird genannt, das Szenario hinzugefügt und dem Leser überlassen, den Rest auszufüllen. Der Ansatz selbst verrät sich durch eine offensichtliche Frage, die bald auftaucht — wie werden Schiffe erkannt, die versteckt sind? — und die niemand beantwortet. Die Antworten, die die Geschichte begleiten, diskutieren nicht die Existenz der Flotte; sie diskutieren die Anzahl. Einer behauptet, es seien 754. Ein anderer versichert, er habe 753 gezählt und fordert zum Nachzählen auf. Ein dritter meint, es seien 750 und dass sie zudem elektrisch seien. Der Streit liegt bei der Einheit, nicht beim Grundgedanken.

Die unpassende Zählung: 755, 754, 753 oder 750 Schiffe

Die vier genannten Zahlen sind vergleichbar und beschreiben alle dasselbe: eine Flotte, von der niemand ein Bild geliefert hat, das nicht rein dekorativ ist.

  • 755 Schiffe in der ursprünglichen Zählung
  • 754 in der ersten Korrektur
  • 753 in einer zweiten Zählung, inklusive Herausforderung
  • 750, elektrisch, in der Version desjenigen, der sie so beschreibt

Das Ganze hat seinen Reiz und offenbart den Mechanismus. Wenn Daten nicht überprüfbar sind, wird die Abweichung zum Zeichen von Genauigkeit: Man diskutiert die Marge, als läge darunter etwas Wahres. Beachten Sie das Detail der 750 elektrischen Schiffe: In einer Angelegenheit, wo niemand auch nur eine Schraube gesehen hat, gibt es bereits eine Version, die den Antrieb spezifiziert. Auf dieser Basis wird dann alles Weitere aufgebaut, einschließlich des CO2-Fußabdrucks.

Es gibt außerdem ein Problem der Erwartungen. Die ursprünglich angekündigte Zahl war eine Million Schiffe; 755 ist weit davon entfernt, und manche lesen die Zahl als Enttäuschung, zwischen dem Witz, dass der Todesstern fehlt, und dem Verdacht, dass es zu wenige sind. Wie man sieht, ist die Größenordnung nebensächlich.

Von Raticulín zum Kuipergürtel: Wer trägt die Geschichte vor?

Der Kreis der Akteure ist für jeden erkennbar, der das Genre verfolgt. Taucht Carlos Jesús auf, dem der Satz zugeschrieben wird, dass aus diesen Mutterschiffen 13 Millionen Schiffe hervorgehen. Taucht Daniel Estulin auf mit seiner Jubel-Ankündigung. Taucht Raticulín als Rückkehrziel auf: Manche behaupten, die Flotte habe bereits umgedreht, die Lage erkannt und Kurs auf ihre Galaxie genommen. Und erscheint, natürlich, das unbequemste Geständnis für die Erzählung: Jemand behauptet, die Geschichte vor Jahren erfunden zu haben, mit einem Thread von 100 Seiten und Lesern, die alles glaubten. Wenn das stimmt, wurde der Fake nicht im Kuipergürtel geboren. Er wurde auf einem Bildschirm geboren.

Steuerbefreite Mutterschiffe mit abgelaufener TÜV-Plakette

Hier wird es interessant. Eine Nachricht im Thread weist darauf hin, dass diese Schiffe grundsätzlich in Spanien steuerbefreit wären. Grundsätzlich. Dieser Zusatz erledigt die ganze Arbeit: Er räumt Zweifel ein, ohne die Schlagzeile preiszugeben. Von dort an ist das Katalog der zugewiesenen irdischen Probleme umfangreich — die abgelaufene TÜV-Plakette, der CO2-Fußabdruck einer emissionsfreien Flotte, das Versprechen, dass sie kommen, um die Renten zu zahlen — und dient dem üblichen Zweck: Über Geld und Pflichten sprechen, wobei der Weltraum als Vorwand dient. Wenn es im Kuiper so viel Verkehr gibt, muss jemand ihn deklarieren.

Intergalaktische Geopolitik: Eine weitere Front

Ein Teil der Antworten driftet zu offenen Konflikten ab, ohne jeglichen Bezug zur Umlaufbahn des Neptuns, während andere daran erinnern, dass Marokko näher liegt und neue Waffen besitzt. Manche fantasieren auch davon, dass eine externe Bedrohung historische Feinde in einem gemeinsamen Graben vereinen könnte, ähnlich einer neuen Allianzverteilung. Die Ironie verdeckt nicht das Misstrauen: Der Himmel wird genutzt, um über das Irdische zu sprechen. Und im Hintergrund steht der Verdacht, dass jede Geschichte, egal wie absurd, Platz findet, wenn sie zu dem passt, was man ohnehin glaubt.

Mit diesem Muster wird die nächste Überprüfung der Zählung nicht von einem Observatorium kommen. Sie wird mit einer neuen Zahl eintreffen, vielleicht 756, und mit derselben Gewissheit wie immer. Niemand wird sie überprüfen. Und das ist im Grunde das Einzige, was garantiert, dass die Geschichte am Leben bleibt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (163 Antworten).

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