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Kinderbuchhandlung in Sant Cugat als „zionistisch“ beschmiert
Eine Kinderbuchhandlung in Sant Cugat wird mit Graffiti als „zionistisch“ und „Völkermörder“ markiert. Nutzer ziehen Parallelen zu historischen Verfolgungen.
Kinderbuchhandlung in Sant Cugat als „zionistisch“ beschmiert
Laut einem Tweet von @Martin Tuitero wurde eine Kinderbuchhandlung in Sant Cugat del Vallès (Barcelona) über Nacht mit Graffiti beschmiert, die sie als „zionistisch“ und „Völkermörder“ bezeichnen. Der Vorfall ereignete sich 2025 in einer Straße mit Eiscafé, und mehrere Nutzer des Threads ziehen Parallelen zum Deutschland von 1935. Es ist kein Einzelfall: Einige erinnern daran, dass dieselbe Logik der Markierung zuvor bei einem anderen Geschäft angewandt wurde, der Librería Europa, die nach einer Verurteilung wegen Verkaufs von Nancy-Material geschlossen wurde. Der Unterschied, so argumentieren sie, sei, dass damals niemand es für dringend hielt, die Meinungsfreiheit des Buchhändlers zu verteidigen.
Das Privatgeschäft eines Einzelnen wird zum Ziel
Bei dem Laden handelt es sich laut Tweet um eine Kinderbuchhandlung. Es gibt keine Hinweise darauf, dass dort politische Manifeste oder Pamphlete verkauft werden. Wer die Fassade bemalt, unterscheidet nach Ansicht der Kommentatoren nicht zwischen dem Staat Israel, dem Zionismus als Ideologie und einem lokalen Geschäft. Diese Verwechslung ist für die Teilnehmer des Threads der Kern des Problems.
Einige behaupten, dass die Markierung eines Buchhändlers aufgrund seiner vermeintlichen politischen Zugehörigkeit eine Form des Faschismus sei. Das wiederkehrende Argument lautet, dass der klassische Faschismus genau so begann, indem er jüdische Geschäfte im Deutschland der dreißiger Jahre markierte. Der Unterschied im Ausmaß ändere nichts an der Natur der Geste, sagen diese Nutzer. Und diese Geste erfolgt heute durch Farbe auf den Rollläden.
Der doppelte Maßstab bei der Meinungsfreiheit
Die Librería Europa in Barcelona verkaufte Bücher nationalsozialistischer Ideologie. Sie wurde geschlossen und ihr Inhaber, Pedro Varela, verurteilt. Damals feierte die katalanische Unabhängigkeitslinke, so berichten Nutzer, die Schließung als Sieg gegen den Faschismus. Nun, wenn die Markierung aus entgegengesetzten Gründen auf eine Kinderbuchhandlung fällt, ist die Reaktion nach Einschätzung der Thread-Teilnehmer eher lauwarm.
Die schwebende Frage lautet: Schützt die Meinungsfreiheit nur diejenigen, die uns sympathisch sind? Wenn das Kriterium die Ideologie des Buchhändlers ist, dann ist das Prinzip keine Freiheit, sondern Zensur mit guter Publicity, argumentieren sie. Und wenn das Kriterium das Gesetz ist, muss es für alle gleich angewandt werden. Kohärenz fehle völlig, fügen sie hinzu.
Der Kontext: Gaza, Netanjahu und der Bumerang-Effekt
Die israelische Offensive in Gaza hat einen Antisemitismus wiederbelebt, der jahrzehntelang im Schatten lag, so einige Nachrichten im Thread. Manche argumentieren, dass Netanjahu Nachbarländer angreift und invadeirt, während er sich als Opfer inszeniert, ähnlich wie Hitler in den dreißiger Jahren. Der Vergleich ist grob, aber er kursiert. Und von dort bis zur Markierung jüdischer Geschäfte ist es ein Schritt, den einige bereits gegangen sind, sagen diese Nutzer.
Das Problem sei, dass legitime Kritik an der Politik der israelischen Regierung in den Händen einiger zu einem Angriff auf jede jüdische Person werde, stellen sie fest. Ein Buchhändler in Sant Cugat habe nichts mit Netanjahu zu tun. Die Verwechslung sei entweder Ignoranz oder böser Glaube. Oder beides.
Was das Gesetz sagt und was die Nachbarschaft sagt
In Spanien können Graffiti mit bedrohlichem Inhalt ein Hassverbrechen darstellen. Die Staatsanwaltschaft hat in ähnlichen Fällen gehandelt. Aber der strafrechtliche Weg ist langsam und der Rufschaden sofort. Der Buchhändler wacht morgens mit beschmierten Rollläden auf und hat das Gefühl, dass ihm jemand den Krieg erklärt hat.
In der Nachbarschaft herrscht Ratlosigkeit, so die Nachrichten. Sant Cugat sei eine wohlhabende Gemeinde mit einer bedeutenden jüdischen Gemeinschaft, betonen sie. Das Zusammenleben war friedlich. Jetzt fragen sich Nachbarn, ob die nächste markierte Einrichtung die Schule, die Synagoge oder die Bäckerei sein wird. Die Logik der Markierung kennt kein Halten.
Das Präzedenzfall, den niemand erwähnen will
Die Geschichte lehrt, dass die Markierung von Geschäften aufgrund der Identität ihrer Besitzer der erste Schritt ist. Danach folgen Listen, Boykotte und, wenn niemand eingreift, etwas Schlimmeres. Das sei keine Panikmache: So geschah es in den dreißiger Jahren, behaupten einige Nutzer. Der Unterschied sei, dass es heute soziale Medien gibt und der Funke schneller zündet.
Die Frage ist nicht, ob dies ernst ist. Die Frage ist, wie viele solche Vorfälle noch passieren müssen, bevor jemand entscheidet, sie zu stoppen. Denn während einige malen und andere zuschauen, steht der Mann hinter dem Ladentisch weiterhin da und verkauft Kindergeschichten. Und das scheint heutzutage ein Verbrechen zu sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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