Kater lindern: Ginseng, Cystein und Wasser statt dem Olivenöl-Mythos

Ginseng, Cystein und Wasser: das Hausmittel-Handbuch gegen den Kater, das den Leberschaden durch Alkohol nicht verhindert und weniger Trinken nicht ersetzt

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ginseng, Cystein und Wasser: das Hausmittel-Handbuch gegen den Kater, das vor der Leberzirrhose nicht schützt

Gegen den Kater hilft Wasser, keine Wundermittel. Das ist die Schlussfolgerung eines Handbuchs zur Schadensminimierung beim Alkoholkonsum, das unter Gelegenheitstrinkern kursiert: Alkohol ist ein Gift, das die Leber verarbeitet und dabei Acetaldehyd erzeugt, eine Substanz, die die Leberzellen schädigt – und keine Pille erspart diese Zeche. Was man tun kann, ist den Schlag abzuschwächen. Je besser der Körper hydriert ist, desto stärker verdünnt ist der Alkohol und desto milder seine Wirkung.

Der Originaltext, populärwissenschaftlich geschrieben und mit einem Hauch von Kräuterladen, empfiehlt koreanischen Ginseng mit 100 mg zweimal täglich, Vitamin C mit 1.000 mg dreimal täglich und L-Cystein mit 1.000 mg als Einzeldosis, um den Blutalkoholwert zu senken. Dazu kommt Ingwer gegen Übelkeit und eine Warnung vor zwei strikten Verboten: keine Aspirin, solange Alkohol im Blut ist, und niemals Paracetamol, das die Lebertoxizität verstärkt.

Der Mythos vom Olivenöl vor dem Feiern

Fett verlangsamt die Aufnahme des Alkohols im Magen. Daher die Gewohnheit, vor einer Party Milch oder Olivenöl zu trinken – eine Praxis, die der Text selbst als weit verbreitet beschreibt. Der Magenstoffwechsel ist zudem bei Frauen geringer als bei Männern, sodass dieselbe Menge bei Frauen stärker wirkt. Die einfache Wissenschaft dahinter: Der Magen zögert, die Leber kassiert.

Das Problem beginnt, wenn die Leber überlastet ist. Dann greifen die Schäden auf das Gehirn über. Und Alkohol, erinnert der Text, ist Energie ohne Nährstoffe: leere Kalorien, die nichts bringen. Viel Wasser während und nach dem Trinken ist die am häufigsten genannte Vorsorgemaßnahme gegen den gefürchteten Kater.

Das Alter schont niemanden: von acht Gläsern auf ein Bier

Die Zeit ist das beste Abschreckungsmittel. Wer mit 23 acht Gläsern kippte und am nächsten Tag Fußball spielte, ist mit 34 nach drei Bieren nicht mehr fahrtüchtig. Die Erfahrung wiederholt sich in mehreren Berichten: Mit 20 fünf oder sechs harte Drinks und am nächsten Tag alles wie gehabt; mit 39 zwei mittlere Biere am Mittag und den ganzen Nachmittag Übelkeit.

Der Trick, den die Veteranen teilen, ist kein Nahrungsergänzungsmittel: mit vollem Magen anfangen, zwischen den Gläsern Wasser trinken und insgesamt weniger trinken. Eine Flasche Wasser nach jedem Glas, so manche Zusammenfassung, wirkt Wunder. Andere verweisen auf die Uhrzeit: tagsüber trinken, zwischen 12 und 19 Uhr betrunken werden und um 22 Uhr schlafen halbiert den Kater.

Mariendistel, der Modetrend als Leberschutz

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist als Leberschutz vor dem Trinken in Mode gekommen. Ihren Verfechtern zufolge wirkt sie leicht gegen Kopfschmerzen und kaschiert den Kater ein wenig. Auch Vitamin B12 und Methylfolat tauchen auf, mit dem Argument, dass Alkohol den Folsäurespiegel im Darm senkt.

Die skeptische Fraktion kauft das nicht. Eine Droge mit einer anderen zu bekämpfen und dann noch eine dritte zur Kompensation – das ist die Diagnose derer, die darin bloß ein chemisches Pflaster sehen. Alkohol bringt dem Körper nichts Gutes, betonen sie; der beste Weg, Schäden zu reduzieren, ist, nicht zu trinken. Ein Apotheker bringt es spöttisch auf den Punkt: Der Ansturm von Leuten, die etwas zur Verstoffwechselung des Alkohols wollen, kommt nach einem ganzen Jahr des Trinkens.

Die Kultur, die das Gift normalisiert

Alkohol ist die am stärksten abhängig machende Droge überhaupt und gleichzeitig die gesellschaftlich am meisten tolerierte. Auf den Abstinenten schaut man wie auf ein seltsames Wesen. In Serien und Filmen öffnen Protagonisten mit Problemen als Erstes die Flasche. Es gibt viele verborgene funktionierende Alkoholiker, und die Medien spielen die Risiken unter dem Druck der Gastronomie- und Tourismuslobby herunter.

Auch der Kater hat seine Gruselgeschichten: derjenige, der nach acht Rum-Cola-Gläsern stundenlang die Toilette umarmte, derjenige, der sich vor dem Schlafen übergab und am nächsten Tag nichts essen konnte. Und eine Warnung schwebt über allem: Wiederholte Alkoholvergiftungen hinterlassen kognitive Schäden. Wie man in den Kinderschuhen steckt, so kommt man ins Grab.

Braucht der Körper wirklich einen Cocktail aus Nahrungsergänzungsmitteln, um eine Nacht des Exzesses zu verzeihen – oder reicht es, einfach weniger zu trinken?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (84 Antworten).

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