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Anlage-Realität in Spanien: wenig Kapital, hohe Gebühren
85 % der Käufe von Kleinanlegern liegen unter 2.000 €, 42 % zwischen 500 € und 1.000 €. Das zeigt die Anlage-Realität in Spanien.
85 % der Befragten investieren weniger als 2.000 € pro Transaktion
Es wiederholt sich ein Muster: jemand unter 30, der 3.000 Euro beisammen hat – im eigenen Umfeld gilt das schon als Vermögen – und sie in einen ETF steckt, überzeugt, dass sich sein Geld endlich bewegt. Um dieses Bild kreist eine anonyme Umfrage, die in einem Telegram-Kanal für Anleger verbreitet wurde: 85 % geben an, pro Kauf weniger als 2.000 Euro zu investieren, und 42 % bewegen sich zwischen 500 und 1.000 Euro. Das sind keine monatlichen Einzahlungen. Es sind Einzeltransaktionen, alle Jubeljahre einmal. Die Anlage-Realität in Spanien bemisst sich heute mehr nach der Größe des Orders als nach der Rendite.
Wie viel der spanische Sparer wirklich investiert
Die bescheidenen Beträge lassen sich verteidigen. Diszipliniert wiederholt Orders über 1.000 Euro zu tätigen und zu diversifizieren ist vernünftig, und wer 2.000 Euro in ein Unternehmen steckt, legt 2 % eines 100.000-Euro-Portfolios an. Das Problem entsteht, wenn die Einzahlung nicht regelmäßig erfolgt: Ohne monatlichen Fluss bleibt der Zinseszinseffekt eine Versprechen aus dem Prospekt. Dem stehen Beispiele von Gehältern von 40.000 und 50.000 Euro gegenüber, mit denen man am Monatsende kaum über die Runden kommt – das erklärt, warum ein Plan von 400 Euro monatlich in Fonds und Altersvorsorge weiterhin eine Minderheit bleibt.
Gebühren von 1 % und eine Rente, die nicht fest ist
Hier entscheidet sich das Spiel. Die von den Großbanken vertriebenen Indexfonds schleppen Gebühren von rund 1 % mit sich, und manche berichten von Vertriebskosten von 2 %, die der Kunde nicht einmal anfechtet. Anleihen direkt und ohne Zwischenhändler zu kaufen ist möglich, und fast niemand weiß es. Die andere Narbe ist jünger: Die als sichere Anlage verkaufte Festverzinsliche war nicht fest, und die Preferentes von vor fünfzehn Jahren lasten noch immer auf dem Misstrauen. Dazu kommen Währungsrisiko und eine Inflation, die den Kupon auffrisst.
Das erste Minus und der Bias der Antwortenden
Fast alle sind sich einig, wo die Schwelle liegt: das erste Mal durchzuhalten, wenn das Portfolio rot wird. Ist das überstanden, hält die Gewohnheit. Bei Umfragen herrscht dagegen generelles Misstrauen, und man zitiert einen Präzedenzfall: eine Zeitung, die mit Umfragen zu Gewohnheiten der Spanier startete und pleiteging, weil man in Umfragen lügt. Zudem wird ein offensichtlicher Selektionseffekt angemerkt: Wer hohe Beträge verwaltet, nutzt nicht den Broker der Bank.
Wie viele Leute haben 100.000 Euro?
Die Spanne reicht von weniger als 5 % der Bevölkerung mit 100.000 Euro flüssig – rund 1 %, wenn man nur Bargeld und Finanzanlagen zählt – bis zu den 380.000 Euro netto inklusive Immobilien, die für das oberste 10-%-Vermögensdezil nötig sind; 2 % übersteigen die Million und 1 % die 1,8 Millionen. Eine andere Strömung hält dagegen, dass die älteren Generationen zwischen 500.000 und einer Million auf Konten und Depots anhäufen – ein Extrem, das andere relativieren: Dieses Vermögen steckt in Beton, nicht in Bargeld. Das Gefühl, dass jeder Dreißigjährige mit solchen Zahlen hantiert, kollidiert mit der Arithmetik.
Der Witz, der die Stimmung zusammenfasst – die einzige Börse, die der Durchschnittsspanier kennt, ist die Plastiktüte im Supermarkt, die von null auf fünf Cent gestiegen ist – hält gerade so lange, bis die verstörende Zahl auftaucht: Um in das oberste 10-%-Vermögensdezil des Landes zu kommen, braucht man 380.000 Euro netto, Immobilien inklusive. Die Debatte, ob 100.000 Euro viel oder wenig sind, wird weit über dem Niveau geführt, auf dem die Mehrheit lebt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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