Goldpreis bricht ein: Kleine Anleger sitzen auf Verlusten

Der Goldpreis liegt bei 1.721 US-Dollar nach dem Rückgang von den Oktober-Höchstständen. Die psychologische Marke von 1.300 US-Dollar rückt näher.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Goldpreis bricht ein: Kleine Anleger sitzen auf Verlusten
Gold fällt von Höchstständen und lässt Kleinanleger im Stich

Ende 2012 lagern in spanischen Tresoren dreißig Unzen Gold. Gekauft während des Booms, als das Metall auf Rekordhochs notierte, beobachten die Besitzer seit Wochen den Preisverfall. Die Unze kostet 1.321 Euro, 1.721 US-Dollar, weit entfernt vom Oktober-Hoch. Die psychologische Untergrenze von 1.300 US-Dollar ist nur noch einen Schritt entfernt. In dieser engen Spanne tobt eine Debatte, die über den reinen Preis hinausgeht: Ist Gold ein sicherer Hafen, eine Versicherung oder die nächste Blase?

Der Gold-Crash: 1.721 US-Dollar und Unterstützung bei 1.300

Das Metall ist nicht eingebrochen, aber es hat aufgehört zu steigen – was für ein Asset, das mitten in der Euphorie gekauft wurde, fast dasselbe bedeutet. Die gängigsten Berechnungen sehen den Widerstand bei 1.680 US-Dollar und einen möglichen Rebound dort, mit institutionellen Käufern, die zum aktuellen Preis einsteigen. Wer spekulativ gekauft hat, ist nervös. Wer zur Wertaufbewahrung kaufte, deutlich weniger.

Das häufigste Argument bezieht sich nicht auf Charts, sondern auf die Geldmenge. Wenn man den Anstieg des Goldpreises mit dem Wachstum der umlaufenden Geldmenge vergleicht, so diese These, ist das Metall nicht teuer: Es sind die Währungen, die an Wert verlieren. Die Aufschlüsselung dieser Berechnung – die angeblich durch Grafiken untermauert wird – zeigt ein weitaus weniger dramatisches Bild des Rückgangs. Hier scheiden sich die Geister. Einige sehen eine gesunde Korrektur vor einem parabolischen Rally; andere den Anfang vom Ende.

Warum vergleicht man das Gold von 2012 mit dem von 1980?

Weil die Narbe noch offen ist. Im Januar 1980 erreichte die Unze 850 US-Dollar. Im Januar 2008 markierte sie erneut 850 US-Dollar. Achtundzwanzig Jahre, um das gleiche Niveau wiederzuerlangen, wobei das Metall in der gesamten Zeit darunter blieb. Wer beim Hoch von 1980 kaufte und hielt, hat vergeblich gewartet. Die Warnung ist klar: Ein sicherer Hafen kann auch eine ganze Generation lang niemanden schützen.

Dem gegenüber steht die Antwort der optimistischen Branche: Der Kontext sei heute völlig anders. Mit Zentralbanken, die Staatsanleihen kaufen, und der Federal Reserve, die 40 Milliarden US-Dollar pro Monat injiziert, sieht das Szenario anders aus. Damit Gold wirklich zusammenbricht, müsste Fiat-Geld wieder Vertrauen verdienen. Das scheint derzeit nicht der Fall zu sein.

Zentralbanken und China: Wer kauft weiter Gold?

Niemand mit Macht gibt das Metall auf. Die EZB kauft Anleihen, ohne zuzugeben, dass dies Inflation erzeugt, und große Zentralbanken bauen weiterhin Reserven auf. In Indien überstiegen die Importe 7 Milliarden US-Dollar. Die Regierung betrachtet dies als Ausgabe, die das Handelsdefizit erhöht, während die Bürger es als Sparform sehen. In China wird sogar über eine teilweise goldgedeckte Währung spekuliert.

Dies ist das Gegengewicht, das verhindert, von einem Zusammenbruch zu sprechen. Privatanleger verkaufen bei fallenden Preisen; Staaten tun dies nicht. Und wenn die größten Käufer des Metalls selbst die Geldemittenten sind, hängt der Marktboden weniger vom Vertrauen der Kleinanleger ab als vielmehr von der Geopolitik.

Der verwirrende Fakt

Am Ende ist die Zahl, die die Erzählung bricht, eine andere. Gold macht weniger als 1 % der Portfolios aus. Wenn es eine Blase ist, dann eine, die kaum jemand gekauft hat. Und wenn es ein sicherer Hafen ist, haben sich sehr wenige darin geflüchtet. Bei diesen Zahlen hängen der erwartete Crash und der versprochene Rally von einer Handvoll Akteuren ab. Genau dieselben, die jetzt ihre Tresore öffnen und rechnen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (246 Antworten).

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