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Jennycop, Charocop und die Polizeierzählung, die nicht aufgeht
Das Label Jennycop und seine Entwicklung zum Charocop bestimmen eine Debatte über urbane Sicherheit in Spanien, die Memes, Science-Fiction und ein Pariser Video ohne Belege vermischt.
Jennycop, Charocop und die Polizeierzählung, die nicht aufgeht
Ist Spanien darauf vorbereitet, Szenen wie die Plünderungen in Frankreich zu verhindern? Die Frage kursiert, seit ein virales Video eine Pariser Ladenbesitzerin zeigte, die sich den Angreifern in ihrem Supermarkt entgegenstellte. In der Debatte wird ein neues Modell der urbanen Polizeiarbeit präsentiert: die Jennycop, eine junge, tätowierte Beamtin, Fitnessstudio-Fan und in den sozialen Medien präsent. Die Diskussion über innere Sicherheit ist zu einer Debatte über Profile, Entwicklungen und Etiketten geworden.
Von Jennycop zu Charocop: die Evolutionslinie
Das Konzept der Jennycop wird als erste Phase einer Evolution mit drei möglichen Zweigen dargestellt. Der erste führt zum Aufstieg und zur hochrangigen Charocop. Der zweite führt zur Spezialisierung auf häusliche Gewalt, wenn die Beamtin – dieser Lesart zufolge – nicht mehr jung und hübsch ist und eine Abneigung gegen Männer entwickelt. Der dritte, der erdigste, besteht darin, einer Gewerkschaft beizutreten, wegen Stress krankgeschrieben zu werden und zur Charocop mit Fibromyalgie zu werden. Der Vergleich mit der Evolutionslinie von Charmander zu Charizard ist kein Zufall: Das Endergebnis ist ungewiss.
Der Begriff Charocop verschmilzt das Archetyp der reifen Beamtin mit pogre Ideen mit dem Anglizismus cop. Er wird verwendet, um Beamtinnen zu beschreiben, die in viralen Videos ein als passiv oder unkoordiniert wahrgenommenes Auftreten zeigen. Das Label stammt nicht aus einer offiziellen Studie, sondern aus der spontanen Konversation in sozialen Medien und Foren.
Das Paris-Video und die Ladenbesitzerin, die allein blieb
Ursprung der Debatte ist ein Video, das während der Proteste gegen die Lebenshaltungskosten in Paris aufgenommen wurde. Eine Frau versucht, die Plünderung eines Franprix-Supermarkts in der Rue du Faubourg-du-Temple zu verhindern. Sie spricht die Plünderer an, fragt sie, warum sie das tun, und sagt ihnen, dass das nicht das Anliegen der Bewegung sei. Ihr Gesicht wurde viral.
Um dieses Video wurde eine Erzählung konstruiert: Die Ladenbesitzerin sei pogre gewesen, habe zuvor Einwanderervereine aus Afrika unterstützt und den Plünderern gesagt, dass sie auf ihrer Seite stehe. Dafür gibt es keinerlei Belege. Das Transkript des Videos enthält diesen Satz nicht, und eine politische Zugehörigkeit oder eine entsprechende Erklärung ist nicht dokumentiert. Die Geschichte ist eine dem Video hinzugefügte Schicht, kein überprüfter Fakt.
Science-Fiction gegen Realität: Dredd, Robocop und die Lücke dazwischen
Das Imaginäre der urbanen Sicherheit wanderte vom Judge Dredd – einem hyperviolenten Polizisten mit juristischer Ausbildung, der urteilte und sofort vollstreckte – zu Robocop, dem robotisierten Agenten, der auf der biologischen Basis eines sterbenden Polizisten aufgebaut wurde. Das Drehbuch von Robocop stellte ein Geschäftsproblem: Wenn alle Polizisten am Ende Robocop werden, wie werden dann neue Einheiten produziert? Ein Roboter pro angeschossenem Beamten?
Die Science-Fiction hat riesige Städte mit Armutsinseln und Straßengewalt vorhergesehen. Nicht vorhergesehen hat sie, dass die Sicherheitsdebatte in Richtung Beamtenprofile und abwertende Etiketten abdriften würde. Zwischen dem Franco-Schnurrbart und der Körperpanzerung füllt nun eine Zwischenfigur die Lücke: die Jennycop.
Das Sicherheitsgeschäft und der Preis des Etiketts
Jenseits des Memes hat die Sache eine wirtschaftliche Lesart. Urbane Sicherheit ist ein Dienst mit steigenden Kosten und messbaren Ergebnissen. Die Diskussion über Profile – Alter, Geschlecht, Social-Media-Präsenz – geht nicht auf die strukturellen Probleme ein: fehlende Ressourcen, unzureichende Personalstärken und eine wachsende Kluft zwischen Bürgeranforderungen und Reaktionsfähigkeit. Das Label Charocop erklärt nichts; es zeigt nur mit dem Finger.
Die Pariser Ladenbesitzerin blieb den Plünderern allein gegenüber. Kein Polizeimodell – weder das von Dredd, noch das von Robocop, noch das der Jennycop – verhindert, dass ein Mensch in diesem Moment allein ist. Die Frage ist nicht, welche Art von Beamten wir wollen, sondern warum keiner da war.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).
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