IWI stellt Arbel vor: Israels automatisches Gewehr mit Zielerkennung

Israel Weapon Industries (IWI) hat das Arbel vorgestellt, ein elektronisches Abzugssystem, das die Letalität durch automatische Zielerkennung deutlich erhöht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

IWI stellt Arbel vor: Israels automatisches Gewehr mit Zielerkennung
Arbel: Israels automatisiertes Gewehr feuert nur bei Zielerkennung

Stellen Sie sich das Szenario vor. Ein Schütze zieht den Abzug, hält ihn gedrückt und trifft keine weitere Entscheidung. Jedes Mal, wenn die Waffe wieder auf das Ziel ausgerichtet ist, erfolgt ein Schuss. So funktioniert das Arbel, ein System, das Israel Weapon Industries (IWI), Teil der SK-Gruppe, als das weltweit erste computergestützte System für Handfeuerwaffen vorgestellt hat. Das Unternehmen behauptet, dass sein elektronischer Abzug die Letalität verdreifacht und die Präzision bei beweglichen Zielen auf 80-90 % erhöht, wenn es auf dem leichten Maschinengewehr Negev montiert ist. Der Hersteller vermarktet es als Verbesserung der Überlebensfähigkeit des Schützen. Die Debatte, die dadurch ausgelöst wurde, hat jedoch eine andere Seite: Wer entscheidet, wann jemand ein Ziel ist?

Was ist das Arbel und was bietet es gegenüber herkömmlichen Gewehren?

Das System besteht aus drei Teilen: einer computergestützten Plattform, einem elektronischen Abzugmechanismus mit Sensoren und einer neuen Schussart. Das Ganze wird von einem herausnehmbaren Lithium-Ionen-Akku gespeist, der laut Hersteller eine Laufzeit von bis zu 60 Stunden garantiert —50 Stunden, wenn die Sicherung aktiviert bleibt—. Die Einheit fügt dem Griffstück etwa 900 Gramm hinzu (einschließlich Akku) und bietet drei Modi: Sicher, Arbel und Automatik. Das Unternehmen betont, dass das System den normalen Betrieb der Waffe nicht beeinträchtigt.

Das Verkaufsargument ist, dass der Algorithmus „induziert“, wann der Schütze auf dem Ziel liegt, und dann schnell und präzise schießt, um die Auswirkungen von körperlicher und geistiger Anstrengung, Ermüdung und Stress auszugleichen. Bisher wurde es nur in das Negev integriert, obwohl IWI angibt, dass es mit Sturmgewehren wie dem ARAD und solchen auf Basis der AR-15-Plattform kompatibel ist. Das Unternehmen liefert an die Israel Defense Forces und eine breite Pueblerino internationaler Kunden.

Das Problem mit Friendly Fire und der Kapitulation

Der am häufigsten geäußerte Einwand ist nicht technischer, sondern rechtlicher und operativer Natur. Eine Waffe, die feuert, sobald der Sensor ein Bewegungsmuster erkennt, unterscheidet nicht zwischen einer weißen Flagge und einem Gewehr, noch zwischen einem kapitulierenden Kämpfer und einem vorrückenden. Sie unterscheidet auch nicht zwischen einem Kameraden, der vor dem Visier vorbeiläuft. Das humanitäre Völkerrecht verlangt, dass die Entscheidung zu schießen von einer Person getroffen wird, die dafür die Verantwortung übernehmen kann. Wenn der Abzug einmal gezogen wird und die Waffe weiterhin Entscheidungen trifft, wird die Verantwortungskette so weit gedehnt, bis sie bricht.

Einige behaupten, dass das System den Menschen nicht aus dem Entscheidungsprozess entfernt: Er wählt den Moment des Drückens und Loslassens. Dem steht jedoch das Argument entgegen, dass der Schütze in der Praxis zu einem passiven Aufseher wird, wenn er den Abzug hält und den Algorithmus den exakten Schussmoment wählen lässt. Die Präzision von 80-90 % klingt hoch, bis man nach den restlichen 10-20 % fragt: Wenn die Waffe schießt, weil sie glaubt, ein Ziel zu erkennen, worauf schießt sie, wenn sie sich irrt?

Zuverlässigkeit im Schlamm: Ein Präzedenzfall, den niemand wiederholen will

Die zweite Kritiklinie betrifft das reale Schlachtfeld. Eine komplexere Waffe ist anfälliger für Fehler. Schläge, Staub, Schlamm, Feuchtigkeit und Verschleiß sind die Regel, nicht die Ausnahme. Der historische Vergleich, der in jeder Diskussion über leichte Waffen auftaucht, ist der zwischen sowjetischen und deutschen Gewehren an der Ostfront: Die robuste, einfache Waffe funktionierte weiter, während die hochentwickelte klemmte. Auf das Arbel angewandt besteht die Sorge, dass ein Sensor, der durch Schmutz oder dichten Nebel blockiert ist, das Gewehr in einen 900 Gramm schweren Briefbeschwerer verwandelt.

Der Vergleich mit dem autonomen Fahren liegt nahe. Algorithmen, die einen Fußgänger von einem Schatten unterscheiden sollten, haben das Problem in idealen Umgebungen —saubere Straßen, kein Beschuss— seit Jahrzehnten nicht gelöst. Diese Logik auf ein enges Sichtfeld, in Bewegung und unter Beschuss zu übertragen, erscheint zumindest optimistisch. Und das Ergebnis eines Fehlers ist kein plötzliches Bremsen, sondern ein Schuss.

Drohnen, Artillerie und der Soldat, der nicht mehr entscheidet

Der Kontext ist wichtig. In der modernen Kriegsführung werden die meisten Verluste durch Artillerie verursacht, nicht durch Gewehrfeuer. Ein automatisiertes Präzisionsgewehr ändert das Ergebnis eines Abnutzungskrieges nicht, aber es verändert die Art des Nahkampfes, der Spezialeinsätze und der schnellen Überfälle. Hier ergibt das Arbel kommerziell Sinn: wenige Bediener, hohe Letalität pro Schuss, weniger benötigte Munition, um das Ziel zu erreichen.

Das Problem ist, dass dasselbe Design zu einem Modell drängt, in dem der Soldat nicht mehr derjenige ist, der entscheidet, sondern derjenige, der autorisiert. Die Technologie wird als Schutz für den Schützen präsentiert. Die unbequeme Frage ist, wen sie genau schützt und wovor: vor dem Feind oder vor der Verantwortung, geschossen zu haben.

Was der Hersteller sagt und was nicht

IWI hat weder die Details des Algorithmus noch die Kriterien veröffentlicht, nach denen das System ein Ziel erkennt. Es wurde auch nicht erklärt, wie es das Schießen auf eigene Truppen verhindert, wie es die Kapitulation eines Kämpfers handhabt oder was passiert, wenn sich zwei kompatible Signale im Sichtfeld überschneiden. Veröffentlicht wurde lediglich eine Demonstration in den sozialen Medien unter dem Motto, unter Stress und Ermüdung auf 100 Meter zu schießen.

Die Waffe ist kein Laborprototyp. Sie ist in ein leichtes Maschinengewehr integriert, das bereits verkauft wird. Das bedeutet, dass die Diskussion darüber, wer für jeden Schuss verantwortlich ist, nicht mehr theoretisch ist. Es ist ein Problem für die Bedienungsanleitung.



Das Verkaufsargument ist das Überleben des Bedieners. Das Kaufargument ist die Letalität. Wenn ein System verspricht, die Letalität zu verdreifachen, um das Überleben zu schützen, sollte man das Kleingedruckte lesen: An irgendeinem Punkt dieser Gleichung hört jemand auf, den Abzug zu drücken, und beginnt darauf zu vertrauen, dass der Algorithmus richtig liegt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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