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Irene Monteros Wahlkampfvideo macht sie zur KI-Superheldin
Das KI-generierte Wahlkampfvideo von Podemos mit Irene Montero als Superheldin auf einem magischen Pferd löst Kritik an Ästhetik und Botschaft aus.
Eine weibliche Figur auf einem Pferd mit magischen Kräften. Das ist keine Filmszene aus einem Marvel-Streifen und kein Comic-Panel: Es ist das Wahlkampfvideo, das ein Podemos-Lokalaccount in Sarracena mit den Hashtags #YoConIreneMontero und #YoConPodemos verbreitet hat und das eine Kettenreaktion ausgelöst hat – wegen seiner Ästhetik und wegen dem, was es darüber verrät, wie Parteien künstliche Intelligenz nutzen, um emotionale Propaganda zu produzieren.
Der erste Vorwurf ist nicht ideologischer Natur, sondern betrifft die Ähnlichkeit. Laut Kritikern hat die KI ihr Gesicht nicht richtig erfasst, und das Ergebnis grinst viel zu sehr für jemanden, der für ihre mürrische Miene bekannt ist. Diese Distanz zwischen der realen Person und dem gezuckerten Avatar hat die Debatte entfacht: Wenn das Endprodukt eine Fantasy-Heldin ist, was bleibt dann von der politischen Botschaft?
Vom erzwungenen Lächeln zum magischen Pferd
Das Video bedient alle Klischees des Genres: Reittier, Superkräfte, Billig-Epik. Manche fassen es als einen Wahlkampf von Frauen für Frauen zusammen, der mehr darauf bedacht ist, Emotionen zu vermitteln, als nützliche Vorschläge zu machen. Der häufigste Einwand lautet nicht, dass es hässlich ist, sondern dass es eine Beleidigung für die Intelligenz der Wähler ist.
Das Werkzeug unterscheidet zudem nicht nach Lagern. Künstliche Intelligenz dient der einen wie der anderen Seite dazu, Propagandavideos zu produzieren, mit denen sie ihre Anhänger zufriedenstellen. Das Ergebnis ist immer dasselbe: ein abgeschlossenes, selbstreferenzielles Produkt, das nur diejenigen anspricht, die ohnehin schon überzeugt sind.
Die Figur, die nicht zur Person passt
Die feinste Analyse erfolgt über das Stereotyp. Die konstruierte Figur ist die des braven Mädchens, der Ehefrau, der Krankenschwester, der Sekretärin: das Klischee der Fürsorge, die Tante, die dir einen Schal strickt und dir einen Krapfen anbietet. Es klingt entpolitisiert und hohl, doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein reaktionärer Anstrich, etwas Verstaubtes und Unterdrückendes. Die Waffe ist diskret und tödlich: der Nonnenkniff.
Der Kontrast zu ihrer öffentlichen Bilanz ist es, der stört. Die Politikerin, die jahrelang ewig verärgert auftrat und die Leute wie böse Buben belehrte, erscheint nun retuschiert, um im Wahlkampf süß zu wirken. Und das Publikum soll so tun, als erinnere es sich nicht an die Königin des Stocks.
Der Kontext: Wahlen und ein Wahlkampf in voller Aufheizung
Das Video fällt nicht in ein Vakuum. Es erscheint mitten im Vorwahlkampf, während die Briefwahl auf dem Spiel steht und ein angekündigter Streik bei Correos (dem spanischen Postdienst) die Wahllogistik bedroht. In diesem Szenario zählt jedes Propagandastück, und die Ästhetik wird zur Waffe.
Die Reaktion des Publikums reichte von Ekel bis zum Witz. Das Video wurde mit einer Game-of-Thrones-Parodie verglichen, es wurde gefragt, ob die Protagonistin mit Ferreras und Antonio Maestre überkreuz ist, und es wurde angeregt, dass sie sich nach dem Verlust ihrer Bezüge am 29. November besser etwas anderem widmen sollte. Die Ironie ist frei; die Fakten sind dünn.
Die eigentliche Frage: Taugt KI für Politik?
Die eigentliche Frage lautet nicht, ob das Pferd hübsch ist. Sie lautet, ob künstliche Intelligenz den Diskurs durch fabrizierte Emotion ersetzen kann. Ein solches Video überzeugt niemanden, der nicht ohnehin schon im Lager war; es dient dazu, die Gruppenidentität zu stärken und den eigenen Anhängern etwas zum Teilen zu geben.
Das Problem ist, dass derselbe Mechanismus auf beiden Seiten des Spektrums funktioniert. KI verbilligt die Produktion von Epik und vervielfacht die Wahlkampfvideos, vervielfacht aber auch die Blamage, wenn das Ergebnis den Ansprüchen nicht genügt. Das Werkzeug hat kein Urteilsvermögen; das Urteilsvermögen liegt beim Anwender – und hier war es auffällig abwesend.
Was, wenn das Video kein Fehler ist, sondern der Beweis, dass die Politik zu einem Wettbewerb maschinell erzeugter Ästhetik geworden ist?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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