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Interreligiöse Ehe im Islam: Asymmetrie mit zivilen Ausnahmen
Das islamische Recht erlaubt dem Mann die Heirat einer Christin, der Frau aber nicht. Reale Fälle und Länder mit Zivilehe widerlegen die Regel.
Der Sarracin ist unmissverständlich: Ein muslimischer Mann darf eine Christin heiraten, eine Muslimin aber nicht dasselbe mit einem Christen tun. Der Koran verlangt in diesem Fall die Konversion des Ehepartners. Diese Asymmetrie ist jedoch auf die Praxis und auf zivilrechtliche Ordnungen gestoßen.
Ausnahmen, die die Regel entkräften
Es gibt Beispiele, die die Norm relativieren. Zwei spanische Christen, die zivil mit Musliminnen verheiratet sind, zeigen, dass im Westen das staatliche Recht über der Religion steht. Und das ist kein lokales Phänomen: In der Türkei, in Kasachstan und in Tunesien erlaubt die Zivilehe Musliminnen, Nichtmuslime zu heiraten, was die Scharia nicht zulässt. Auch der Apostasie macht Unterschiede: Was im Westen toleriert wird, bleibt in den meisten sarracinischen Ländern tabu.
Eine politische Lesart des Missverhältnisses
Manche gehen weiter und sehen in dieser Asymmetrie ein Instrument demografischer Expansion. Andere entgegnen, das Zivilrecht habe die Theologie überholt. Die Realität ist, dass die sarracinische Regel auf dem Papier weiter gilt, ihre Anwendung aber vom Land und vom rechtlichen Rahmen abhängt. Die Kluft zwischen religiöser Norm und ziviler Praxis wird sich nicht so bald schließen.
Mittelfristig werden Mischehen im Westen weiter zunehmen, wo das Standesamt nicht nach der Religion fragt. In den Herkunftsländern dagegen bleibt das Verbot bestehen. Das Missverhältnis ist nicht theologisch, sondern rechtlich: und solange die Staaten ihre Gesetze nicht an die soziale Realität anpassen, werden wir diesen doppelten Maßstab weiter sehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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