ING-Retention-Angebote: von 4,5 % bis 2 % je nach Kunde und Datum

Simulierte Überweisungen bei ING lösen Angebote zwischen 4,5 % und 2 % aus, abhängig von Betrag, Kontoinhaber und Wiederholung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

ING-Retention-Angebote: von 4,5 % bis 2 % je nach Kunde und Datum
ING-Retention-Angebote: von 4,5 % bis 2 % je nach Inhaber und Datum

Das „Amago“-Manöver (simulierte Abwanderung) bei ING funktioniert. Oder auch nicht. Es hängt vom bewegten Betrag ab, davon, wer als Kontoinhaber eingetragen ist, und davon, an welchem Tag jemand zufällig eine Kapitalflucht simuliert. Die Mechanik ist unverändert: Man loggt sich ins Online-Banking ein, bereitet eine Überweisung an ein anderes Institut vor und bricht den Vorgang ab, bevor man die PIN eingibt. Das System reagiert mit einem Angebot für ein Festgeld, um das Geld zu halten. Was sich ändert, ist der Preis. Und die Geduld des Sparers.

Die kursierenden Zahlen reichen von 4,5 % TAE auf 3 Monate bis hin zu einem 2 %, das den Aufwand kaum lohnt, dazwischen liegen 3,5 % und 2,75 % mit Strafgebühr bei vorzeitiger Kündigung. Mit diesen Fakten behaupten manche, der Trick funktioniere noch immer, während andere bereits ihr Geld abgezogen haben. Beides stimmt gleichzeitig, was viel über die Situation aussagt.

Was ist das Amago-Manöver und wie geht es ohne Ibanesto-Kunde?

Das am häufigsten genannte Rezept erfordert kein Konto bei der Zielbank. Es reicht, das Gehaltskonto zu nutzen — nicht das Orange Konto (Cuenta Naranja), da dieses nur Überweisungen an verknüpfte Konten erlaubt — und die Transaktion gegen ein Testkonto zu starten. Das meistgenannte Beispiel ist Ibanesto: 0030 1001 37 0000002271. Man füllt die Überweisung so aus, als wäre sie ernst gemeint, und bricht ab, bevor das Passwort eingegeben wird. Dann erscheint das Angebot.

Details sind wichtig: Der Versuch vom Orange Konto aus beschränkt die Bewegung auf verknüpfte Empfänger, wodurch die Simulation ihre Wirkung verliert. Vom Gehaltskonto aus interpretiert das System, dass der Kunde sein Geld tatsächlich abzieht, und reagiert. Manche Versuche scheitern sogar vorher: Sie lösen eine Warnung wegen eines überschrittenen Limits aus und zwingen zum Anruf beim Service-Mitarbeiter, der im Vorteil ist.

Von 4,5 % auf 2 %: Wiederholtes Amago-Manöver verteuert die Loyalität

Das Muster der Versuche ist weitgehend stabil. Ein Amago-Manöver Richtung Openbank bringt 4 % auf 3 Monate; wiederholt man es Wochen später, sinkt es auf 2 %. Ein Amago-Manöver Richtung Ibanesto ergibt 4 %, man schließt es ab, kündigt nach zwei Tagen und erhält bei erneutem Versuch wieder 2 %. Das Haus belohnt Beharrlichkeit nicht.

Es gibt auch Berichte, dass eine winzige Überweisung von 500 Euro ausreichte, um das Orange-Festgeld-Angebot zu wecken. Andere erhielten nichts, selbst bei Bewegungen von 18.000 Euro oder 3.000 Euro. Der Betrag hilft, erklärt aber nicht alles. Es gibt eine Schwelle oberhalb von 25.000 Euro, wo das Amago-Manöver laut einem genannten Fall erfolgreich war.

Ein besonders auffälliger Vorfall: Nach einem Amago-Manöver, das 4,5 % auf 3 Monate zurückgab, hing die Website beim Versuch fest, zu prüfen, ob das Festgeld abgeschlossen wurde. Der Geisterkunde konnte seine Produkte nicht mehr einsehen.

Der Trick, der durch Wechsel des Kontoinhabers neu aktiviert wird

Hier kommt die kuriose Wendung. Als das Amago-Manöver von einem bestimmten Konto nichts mehr brachte, weckte dieselbe Summe vom Gehaltskonto des Ehepartners — gleiche Adresse, gleiches Geld, anderer Inhaber — wieder das 4,5 % TAE auf 3 Monate-Angebot. In diesem Fall schien das System auf den Kontoinhaber zu schauen, nicht auf das Familienvermögen.

Und manche haben noch einen Punkt herausgeholt: Ein Festgeld mit 3,5 % kündigen und dank eines Amago-Manövers Richtung Ibanesto neu zu 4,5 % abschließen. Laut diesem Bericht funktionierte die Drohung, das Geld abzuziehen, besser als Verhandlungen mit dem Berater. Das Kleingedruckte gilt ebenfalls: Wenn dieses Angebot bestätigt wird, werden bereits bestehende Festgelder mit 3,5 % nicht gekündigt.

Kampagnen zur Saldenerhöhung: Der Weg ohne Simulationen

Nicht alles läuft über das Amago-Manöver. Die meistgenannte Kampagne ist ein Festgeld mit 4 % auf 4 Monate für Eingänge zwischen dem 01/01/2011 und dem 31/01/2011, sofern das Sparguthaben gehalten oder erhöht wird. Ohne simulierte Überweisungen, ohne Anrufe, ohne Machtkämpfe mit dem Mitarbeiter.

Die Kehrseite sind Angebote mit Bedingungen. Die 2,75 % auf 12 Monate kamen mit einer Strafgebühr bei vorzeitiger Kündigung, was einem Sparer mit erheblichem Betrag wenig attraktiv erschien. Andere Simulationen wurden telefonisch abgeschlossen: Anfangsangebot 2 %, Gespräch endete mit 3,60 %.

Was tun, wenn das Amago-Manöver nichts mehr bringt?

Die meistgenannte Alternative außerhalb von ING ist Ibanesto, das 3,6 % TAE für Kunden bietet, die ihren Saldo seit dem 15. März erhöhen. Auch ActivoBank taucht auf, mit einem Festgeld zu 3,5 % auf 3 Monate ohne Strafen nach einem Amago-Manöver, sowie Openbank, das ehemaligen Kunden zeitweise 3,3 % auf 4 Monate anbot. Am anderen Ende stehen Konten, die nur 1,25 % bringen.

Wer es mit Banco Popular und Ibanesto vom Gehaltskonto aus versuchte, erhielt etwas über 1 Prozent, dieselbe Misere wie beim Orange Konto. Der eigentliche Ärger ist nicht der Zinssatz. Es ist die Erfahrung, dass die Bank die besten Konditionen Neukunden vorbehält und langjährigen Kunden vorenthält. Einige haben daraufhin das Orange Konto geschlossen und behalten nur das Gehaltskonto, in der Hoffnung, dass die Bank sie in einigen Monaten wie Neulinge behandelt.

Eine Retentionsstrategie, keine Promotion

Um es klar zu sagen: Das Amago-Manöver ist kein kommerzielles Angebot, sondern ein Retention-Tool, das nur aktiviert wird, wenn das System Abwanderungsrisiko erkennt. Deshalb liefert es am selben Tag unterschiedliche Ergebnisse für verschiedene Kunden.

Angesichts dieser Hintergründe ist es wahrscheinlich, dass der Trick weiterhin intermittierend wirkt, zunehmend abhängig vom Profil des Kontoinhabers statt vom bewegten Betrag, und dass Kampagnen zur Saldenerhöhung das Amago-Manöver als üblichen Weg ersetzen werden. Angesichts der Historie sollte man jedoch keiner Prognose blind vertrauen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (175 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver