In der Fraudez-Ära steigen die Immobilienpreise in Spanien um 70 %, die Mieten um 45 %

Der Quadratmeterpreis beim Kauf steigt zwischen Juni 2018 und August 2026 von 1.694 auf 2.924 Euro, während die Reallöhne kaum wachsen. Haushalte brauchen acht Jahre Einkommen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Eine Wohnung in Spanien zu kaufen kostet 74 % mehr als Mitte 2018, eine zu mieten mehr als 40 % – bei Lohnzuwachs von nur 23 % und einer kumulierten Inflation von 27,3 %, die fast den gesamten Fortschritt auffrisst. Die Kaufkraft der Haushalte ist seit acht Jahren praktisch eingefroren, während die Immobilienpreise Höchststände erreichen.

Eine Wohnung in Spanien zu kaufen kostet 74 % mehr als Mitte 2018. Eine zu mieten, mehr als 40 %. Im selben Zeitraum sind die Löhne um 23 % gestiegen, die kumulierte Inflation liegt bei rund 27,3 % – die Kaufkraft der Haushalte ist seit fast einem Jahrzehnt praktisch eingefroren. Wohnen ist laut Umfragen des CIS zur größten Sorge der Spanier geworden.

## Der Preis für den Kauf einer Wohnung ist seit Mitte 2018 um 74 % gestiegen

Laut Idealista-Berichten kostete der Quadratmeter Wohnfläche zum Verkauf in Spanien im Juni 2018 noch 1.694 Euro. Im August 2026 lag die Zahl bei **2.924 Euro**. Das sind 1.230 Euro mehr pro Quadratmeter in gut acht Jahren, ein Anstieg von 74 %, der sich ungleich über das Land verteilt hat.

Die Karte ist nicht einheitlich. Auf **den Balearen** ist der Preis um 104,2 % gestiegen, der Quadratmeter kostet 5.595 Euro. Mit Abstand die Region mit dem stärksten Wachstum. Gebiete mit dem höchsten Tourismusdruck und der größten Bevölkerung wie Madrid, Katalonien, die Kanaren, das Baskenland und Málaga konzentrieren auch die größte Anstrengung für Familien, die kaufen wollen.

Bis zur Unterschrift braucht man zunächst die Anzahlung. Ein Käufer benötigt heute 21 Monatsbruttolöhne, um die Anzahlung samt Steuern zu decken und die entsprechende Hypothek zu erhalten. Fast zwei volle Jahresgehälter fließen allein in den Anfang. Und variable Hypotheken hängen weiter am Euribor, der durch die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank teurer wurde.

## Die Mieten steigen um mehr als 40 %, die Löhne halten nicht Schritt

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Mietwohnungen in Spanien lag Mitte 2018 bei 10,4 Euro. Im August 2026 überstieg er 15,1 Euro. Der Anstieg beträgt, grob gerechnet, mehr als 40 % – etwas weniger als beim Kauf, aber ebenfalls über dem Lohnwachstum.

Die Löhne sind im selben Zeitraum um 23 % gestiegen. Die Inflation um 27,3 % seit Mitte 2018. Die Rechnung geht nicht auf: Die realen Einkommen der Haushalte sind stagnierend oder nahezu. Thinktanks wie **Funcas** und **Fedea** schätzen, dass die Kaufkraft in fast einem Jahrzehnt um höchstens 1 % bis 3 % gewachsen ist.

Das Ergebnis ist eine Kluft, die sich nicht schließt. 53 % der Spanier glauben, dass sie nur durch Erbe zu Wohneigentum kommen werden, wie eine Studie von **Raisin** zeigt. Die jüngste CIS-Umfrage nennt Wohnen als größte Sorge des Landes, noch vor jedem anderen Thema.

## Acht Jahre Einkommen für eine Wohnung

Das Verhältnis von Preisen und Einkommen hat sich auf ein ungewöhnliches Maß zugespitzt. Oxford Economics berechnet, dass spanische Haushalte das Äquivalent von acht Jahren ihres Bruttoeinkommens brauchen, um eine Wohnung zu kaufen – ein Jahr mehr als 2023. In Orten in Madrid, Katalonien, auf den Balearen, Kanaren, im Baskenland oder in Málaga verdoppelt sich diese Belastung.

Ein weiterer Indikator verschärft die Lage: **272.000** Familien wurden seit Beginn von Sánchez' Regierungszeit gerichtlich zwangsräumt, etwa 90 pro Tag. Die Zwangsräumung von **Maricarmen Abascal** hat das Thema wieder ins Zentrum der öffentlichen Debatte gerückt und bestätigt, dass Wohnen nun an erster Stelle der Bürgerprobleme steht.

Der Druck verteilt sich in Spanien ungleich. Die Regionen mit den stärksten Preisanstiegen sind zugleich die mit dem höchsten Anteil an Haushalten, die mehr als die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens fürs Wohnen ausgeben, ob beim Kauf oder bei der Miete. Betroffen sind vor allem Junge und mittlere Einkommen.

## Weniger Angebot und steigende Prognosen

Die Bevölkerung wächst weiter, vor allem durch Zuwanderung, das Wohnungsangebot hält nicht mit. Die Banco de España schätzt, dass Spanien 2028 ein Defizit von einer Million Wohnungen haben wird. Das ist kein Problem eines einzigen Jahres oder eines einzigen Gesetzes.

Angesichts dieses Ungleichgewichts deuten die Prognosen auf weiter steigende Preise hin. **BBVA Research** erwartet für 2026 eine Verteuerung von 12 % und für 2027 mehr als 5 %. Die allgemeine Inflation erreichte im August 4,3 % – der Druck auf die Geldbörsen kommt also nicht allein vom Wohnen.

Die Regierung hat ein Real Decreto-Ley (spanisches Eilgesetz) zum Wohnen verabschiedet. Angesichts der Zahlen ist schwer vorstellbar, dass ein einziges Gesetz ein Ungleichgewicht löst, das sich über acht Jahre aufgebaut hat. Bei Geld- und Hypothekenfragen empfiehlt es sich, jede Entscheidung vor der Unterschrift mit einem Berater abzuklären.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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