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Immobilienpreise in Madrid fallen zwei Monate in Folge – der Markt wird nervös
Madrid verzeichnet den stärksten monatlichen Preisrückgang bei Wohnimmobilien in ganz Spanien und verzeichnet bereits den zweiten Rückgang in Folge. Platzt eine Blase oder nur statistisches Rauschen?
Die Preise für Gebrauchtimmobilien in Madrid haben den stärksten monatlichen Rückgang in ganz Spanien verzeichnet und liegen nun bereits zwei Monate in Folge unter dem Vormonat. Die vom elEconomista veröffentlichten Daten haben eine Debatte ausgelöst, die über die bloße Monatszahl hinausgeht: Ist dies der Beginn einer Korrektur oder nur statistisches Rauschen?
Die Zahlen, die den Trendwechsel belegen
Die Immobilienportale zeigen inzwischen eine Divergenz, die vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre. Laut Daten von Idealista verzeichnet Madrid im August ein Minus von 1,2 % im Monatsvergleich und 2,1 % im Quartalsvergleich, während das Jahresergebnis mit +2,2 % noch positiv bleibt. Der Rückgang ist also real, hat aber die Anstiege der letzten zwölf Monate noch nicht ausgeglichen.
Die optimistische Lesart besagt, dass nach Jahren unkontrollierter Preissteigerungen jeder Trendwechsel Beachtung verdient. Die skeptische Lesart hält mit soliden Argumenten dagegen, dass zwei Monate in einem Markt, der monatlich schwankt, nicht repräsentativ sind und dass die Daten je nach Bedarf für bullische oder bärische Narrative herangezogen werden.
Die andere Seite: mangelndes Angebot und stetige Nachfrage
Manche führen den Rückgang nicht auf einen Zykluswechsel zurück, sondern auf die Knappheit an Objekten. In der Madrider Bergregion etwa kommen kaum neue Wohnungen auf die Portale, was die Statistiken verzerren könnte. Die andere, härtere These besagt, dass die Löhne nicht mithalten und der Markt schlicht eine Obergrenze erreicht hat, bis sich die demografische und wirtschaftliche Lage ändert.
Unterdessen sind in bestimmten Vierteln der Hauptstadt Inserate zu sehen, die früher in Tagen weggingen und nun wochenlang liegen bleiben. Die ersten verzweifelten Verkäufer senken bereits die Preise. Das ist eine Beobachtung aus den Vierteln, keine statistische Analyse, aber sie deckt sich mit den aggregierten Zahlen.
Und die Luxuswohnungen?
Die Ironie der Sache: Am stärksten fallen die Wohnungen um zwei Millionen Euro. Der Luxusmarkt, der gegen alles immun schien, kühlt ebenfalls ab. Aber wie richtig angemerkt wird: Billig kauft man nie. Das ist wie bei Autos: Sie bleiben stets teure Güter.
Die offene Frage ist, was passiert, wenn der Durchschnittskäufer begreift, dass ein paar Monate Warten ihn günstiger kommen lassen können. Wenn sich diese Wahrnehmung verbreitet, wird der Rückgang nicht mehr nur eine Monatszahl sein, sondern ein Trend. Und dann muss sich der Madrider Markt einer Realität stellen, die er jahrelang ignoriert hat: Die Nachfrage ist nicht unendlich.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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