Iglesias schlägt Wahlbündnis mit PSOE, Podemos und Sumar vor
Pablo Iglesias, der historische Anführer der Partei, die gerade ihre Vertretung im Madrider Stadtrat und in der Regionalversammlung verloren hat, schlägt nun den breitesten aller Wahllisten vor. Er brachte dies am Montag auf Canal Red – dem von ihm geleiteten Fernsehsender – zur Sprache: eine „breite populär-pogre Front“, die PSOE, Podemos und Sumar in vielen Wahlkreisen vereint und von Pedro Sánchez geführt wird. Die Idee kam Minuten nachdem Ione Belarra ihr Diagnose des Debakels in kaum zwei Minuten abgearbeitet hatte, ohne eine einzige Frage zuzulassen. Null Selbstkritik.
Das Erdbeben der Kommunalwahlen vom 28. Mai und die vorgezogenen Neuwahlen für den 23. Juli ließen die Linke mit festgefahrenen Zeitplänen zurück. In diesem Kontext wird gefordert, was vor drei Tagen noch unmöglich schien: Dass jene, die getrennt antraten und verloren, gemeinsam antreten. Podemos verschwindet in Madrid und Valencia und verliert fünf Regionalregierungen, während Yolanda Díaz die „Herausforderung“ annimmt, eine einheitliche Kandidatur zu formen und Gespräche mit einem Dutzend Parteien wiederaufnimmt, die sie in Sumar integrieren möchte.
Was Iglesias vorschlägt: Gemeinsam nach Provinzen antreten
Das Argument ist mechanisch, nicht sentimental. „Angesichts des Wahlsystems, das auf Provinzen basiert“, schlägt der ehemalige Vizepräsident der Regierung eine Vereinbarung zwischen der PSOE und dem Raum links von ihr vor, um in vielen Wahlkreisen gemeinsam anzutreten. Er bezeichnet dies als „scheinbar gewinnbringende Hypothese“, die „große Akzeptanz bei Sektoren finden könnte, die historisch sehr kritisch gegenüber der PSOE waren“.
Es gibt einen offensichtlichen Nebeneffekt: Eine solche Front würde die Rolle von Yolanda Díaz verwässern, die innerhalb von Sumar als Dachmarke arbeitet. Iglesias zweifelte sogar daran, dass Sánchez so etwas erwogen habe, behauptete aber, der aktuelle „emotionale Moment“ würde die Akzeptanz erleichtern. Das heißt: Einheit wird von der Partei gefordert, die gerade fast alles verloren hat.
Fristen: 10 Tage für Koalition, 20 für Listen
Hier gibt es keinen Spielraum für Philosophie. Laut Wahlgesetz haben die Parteien 10 Tage ab der Veröffentlichung der Auflösung der Cortes und der Wahlaufruf im Amtsblatt (BOE) – diesen Dienstag –, um mitzuteilen, ob sie in einer Koalition antreten werden, und 20 Tage, um die Listen einzureichen. Sánchez’ Entscheidung, von Iglesias als „kühn“ bezeichnet, zwingt die Linke, sich in Rekordzeit zu einigen, ohne Spielraum für Proben.
Sumar verhandelt gegen die Uhr mit einem Dutzend verschiedener Gesprächspartner. Im Fall von Podemos gestalteten sich die Verhandlungen bereits vor dem vorgezogenen Wahltermin schwierig.
Wahlkalkül: Was zählt und was schadet
Hier beginnt der eigentliche Streit. Eine Strömung argumentiert, dass das Provinzsystem Spaltungen bestraft und die Linke nur Sitze zurückgewinnt, wenn sie sich die Liste teilt; das optimistischste Szenario skizziert eine Front, die die PP überraschen würde. Die Gegenströmung liest die Ergebnisse vom 28. Mai genau umgekehrt: Ein Großteil der Bestrafung der PSOE kam daher, unpopuläre Partner mitschleppen zu müssen, und dieses Manöver im August zu wiederholen, wäre, denselben Fehler mit neuem Datum zu unterschreiben.
Daraus ergibt sich die These, die am meisten Boden gutmacht: Dass die linke Front bereits existiert und einfach PSOE heißt. „Wer mit einem Partner links neben sich antritt, addiert diese Stimmen nicht, sondern verwässert sie“, behaupten die Verteidiger dieser These; wer mit ihnen regiert, trägt deren Verschleiß. Die ungeklärte Frage ist, ob die PSOE Podemos braucht, um die fehlenden Sitze zu erreichen, oder ob Podemos die PSOE braucht, um weiter zu existieren.
Podemos, Partner oder Ballast?
Der Vergleich, der in der Luft liegt, ist unbequem: Eine Kraft, die in zwei ihrer symbolischen Hochburgen verschwindet, versucht, mit der Flagge der Einheit in die Verteilung einzusteigen. Manche erinnern daran, dass keine Koalition auf einer Partei stehen kann, die kurz vor der Bedeutungslosigkeit steht, während andere kontern, dass man sie gerade deshalb unter einem größeren Schirm bergen sollte, bevor sie separat Schaden anrichtet.
Außerhalb des Kalküls ist die politische Lesart einfacher. Eine solche Front wird nicht ausgehandelt: Sie wird von oben aufgezwungen, und keiner der Beteiligten hat Bereitschaft gezeigt, die Führung abzugeben. Nach der im Diskurs am häufigsten wiederholten Interpretation strebt Díaz an, die einheitliche Kandidatur anzuführen. Iglesias möchte, dass Sánchez die Referenzperson ist. Sánchez will gewinnen.
Vom Podcast zur Schlagzeile: Wie die提案 platziert wurde
Die Idee kam nicht per Pressekonferenz, sondern über Fernsehen und einen Podcast, La Base, wo sie als Hypothese formuliert wurde. Dieses Detail nährt den Verdacht eines Teils der Öffentlichkeit, der im Übergang zur Schlagzeile eine Verhärtung von etwas sieht, das nie als abgeschlossener Vorschlag präsentiert wurde. Es gibt auch Stimmen, die daran erinnern, dass der Raum links der PSOE bereits bei Wahlen mit der Koalitionsformel gemessen wurde und das Ergebnis nicht zu Optimismus einlädt.
In Erwartung, dass jemand einen Zug macht, kursiert der historische Vergleich mit alten Wahlfronten eher als Warnung denn als Beispiel. Noch hat niemand mit Entscheidungsmacht gesagt, dass er die Liste teilen wird.
Vier Demutsbekundungen und kein Zugeständnis
Die ironische Zusammenfassung, die kursiert, hat ihren Reiz: Alle Anführer des Spektrums haben dasselbe gesagt – dass man viel bescheidener sein müsse – und alle meinen damit, dass die anderen tun sollen, was sie sagen. Bescheidenheit ist in der Politik oft eine höfliche Art, die Führung einzufordern. So viel Bescheidenheit zusammen und so wenige neue Sitze.
Die Linke hat zehn Tage Zeit, um zu entscheiden, ob sie gemeinsam oder getrennt antritt, und keine der beiden Optionen ist kostenlos. Kann man Einheit fordern, wenn derjenige, der sie fordert, derjenige ist, der durch Spaltung am wenigsten zu verlieren hat?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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